Drei CBRN-Erkundungswagen trainierten gemeinsam in Feldkirchen-Westerham

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Bei einer gemeinsamen Übung trainierten Einsatzkräfte verschiedener CBRN-Einheiten in Feldkirchen-Westerham den Ernstfall bei einem möglichen Einsatz mit chemischen und radiologischen Gefahren.

Der Bund stattet, wie an dieser Stelle bereits gemeldet, jede Stadt und jeden Landkreis in Deutschland mit neuen CBRN-Erkundungswagen, kurz CBRN-ErkW, aus. Drei dieser Fahrzeuge beteiligten sich an der Übung – aus der Stadt Rosenheim, von der Feuerwehr Heufeld im Landkreis Rosenheim sowie vom ABC-Zug des Landkreises München. Ziel war es, radioaktive sowie chemische Gefahrstoffe aufzuspüren, Messwerte zu erfassen und die betroffenen Bereiche systematisch zu erkunden. CBRN ist ein Sammelbegriff und bezeichnet chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren.

Das vom ABC-Zug München-Land gemeinsam mit der Chemie-Fachberaterin der Kreisbrandinspektion Rosenheim vorbereitete Übungsszenario stellte die Einsatzkräfte vor mehrere Herausforderungen: auf dem Gelände einer Großbaustelle waren radioaktive Prüfstrahler fachgerecht platziert worden. Die Aufgabe bestand darin, unter Aufsicht eines Strahlenschutzsachverständigen die radioaktiven Quellen aufzuspüren und mögliche Kontaminationsbereiche einzugrenzen.

In einer zweiten Übung kam die im CBRN-ErkW integrierte Simulationssoftware zum Einsatz. Damit wurde eine chemische Schadstoffwolke dargestellt und die Teilnehmenden mussten unter realistischen Bedingungen, aber ohne unnötige Risiken, Messfahrten in den Gemeindeteilen Ober- und Unterwertach durchführen. Verschiedene Behörden, die Gemeinde, die betroffenen Bürger und die zuständige Polizei wurden im Vorfeld informiert über die verschiedenen langsam fahrenden Fahrzeuge mit der Aufschrift „Achtung Messfahrt“, dass es sich nur um eine Übung handelt.

Neben dem sicheren Umgang mit der Messtechnik stand auch die Kommunikation der Messergebnisse und deren Dokumentation im Fokus. Eine besondere Bedeutung hatte daher die Zusammenarbeit mit der jeweiligen Einsatzleitung, die für die unterschiedlichen Stationen von der Feuerwehr Feldkirchen-Westerham und vom ABC-Zug München-Land betrieben wurde. Die Einsatzabschnitte mussten koordiniert, Messaufträge abgestimmt und die gewonnenen Daten zu einem möglichst vollständigen Lagebild zusammengeführt werden.

Am Nachmittag folgten noch drei Übungsstationen zu Messtechnik, Ausbreitungsprognosen von Gefahrstoffwolken und Abschätzung radioaktiver Dosisleistungen unter Einbeziehung von Experten.

Nach Abschluss der Übung wurden die Ergebnisse gemeinsam ausgewertet und die Übungsleitung zog ein sehr positives Fazit. Mit den neu ausgelieferten Fahrzeugen konnten wichtige Erfahrungen gemacht werden, die helfen, die weitere Ausbildung zu gestalten. Die Besatzungen, die in einem Ernstfall mit ihren Fahrzeugen zweifellos zusammenarbeiten müssen, hatten die Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen. Das Format einer derartigen Übung soll nach Wunsch der Teilnehmer beibehalten und nach Möglichkeit noch auf weitere benachbarte Einheiten ausgeweitet werden.

Die Organisatoren bedanken sich an dieser Stelle explizit bei den Firmeninhabern der Großbaustelle, die ohne Zögern und im Vertrauen auf die Kompetenz ihrer Feuerwehren bereit waren, das eigene Gelände zu Übungszwecken zur Verfügung stellen. Ebenso geht ein großes Dankeschön an die Firma Graetz Strahlungsmesstechnik, welche die Übung mit Prüfstrahlern, zusätzlichen hochspezialisierten Messgeräten und einem Strahlenschutzsachverständigen zur Anleitung der Übungsteilnehmenden unterstützt hat sowie Herrn Dr. Werner Kirchinger für seine umfassende Expertise, von der die Feuerwehren in hohem Maße profitieren konnten. Eine große Unterstützung war die Feuerwehr Feldkirchen- Westerham bei der Ausrichtung dieses Übungstages und deren Feuerwehrverein, der die Kosten für die Verpflegung übernommen hat.