Rund 50 Teilnehmende folgten jetzt der Einladung zu einer Sonderveranstaltung „Fortbildung Gefahrgut-Flüssiggas“ des Kreisfeuerwehrverbands Rosenheim im Feuerwehrgerätehaus Rohrdorf.
Die Fachgruppe „Gefahrgut-Messtechnik“ konnte somit den langersehnten Wunsch vieler Feuerwehren erfüllen. Wie wichtig der örtliche Kontakt zu den verschiedenen Handwerksfirmen und Notfalldiensten ist, zeigte sich wieder einmal unter anderem bei den Vorbereitungen dieser Veranstaltung. Die Firma Messerer (Installateur- und Heizungsbau, Sanitär-Meister, Notdienst) aus Prien am Chiemsee stellte den Kontakt zum Unternehmen Primagas Energie GmbH (Verkaufsingenieur Herr Keller) her und unterstützt seit Jahren die heimischen Feuerwehren mit ihrem Fachwissen. Den beiden genannten Personen liegt es am Herzen, bei den seltenen Notfällen eine gute Zusammenarbeit mit den Feuerwehren und anderen Blaulichteinheiten zu haben.
Herr Keller leitete den Abend mit verschiedenen Schwerpunkten (Auszug):
- Grundlagen Gas (Propan, Butan, Erdgas, Autogas)
- Physikalische Eigenschaften inklusive Versuche (Video)
- Weg des Gases zum Verbrauchsgerät/der Kundschaft und möglichen Unregelmäßigkeiten, bei denen ein Notdienst beziehungsweise eine Feuerwehr zum Einsatz kommen könnte

Zum Beispiel:
Im Landkreis Rosenheim besteht eine besondere Herausforderung für die Firma Primagas in der Belieferung der Klosteranlage auf Frauenchiemsee mit Flüssiggas. Damit diese Belieferung gelingt, fährt beispielsweise ein 40-Tonner-Lkw mit der Lastenfähre Herrenchiemsee mehrfach im Jahr bei jeder Witterung auf die Chiemseeinseln, um diese mit Flüssiggas zu versorgen (Foto).

- Gasflaschen, Tankanlagen

- Ausrüstungsteile (Armaturen) an Flüssiggasbehältern

- Brandlastberechnungen
- Gefahrgutkennzeichnungen/Kennzeichnungen aller Art
- Zonenbereiche inklusive Austrittsberechnungen

- Vorbeugender Brandschutz
- Hinweise bei Störfällen, zum Beispiel Brandbekämpfung
- Feuerwehreinsatzplan/EX-Zonen-Plan/Flucht- und Rettungsplan/Feuerwehrlaufkarten/Einsatzplan
- Vorgehensweisen wie etwa Absperren, Messen, Leckage schließen beziehungsweise abdichten
- Unterstützung von Spezialfirmen
- Flüssiggas-Notfall-Unterstützungen, im Landkreis Rosenheim beispielsweise Firma Tyczka in Rimsting
- Erfahrungsberichte von Störfällen
Die Spezialschulung unterschied sich deutlich von den anderen Schulungen zu diesem Thema in den letzten zwei Jahrzehnten. Es wurden die Grundlagen vorausgesetzt und nur kurz wiederholt. Der Schwerpunkt lag eindeutig auf der Vermeidung von Störfällen, dem Erkennen, den Maßnahmen und den Vorbereitungen von Informationsquellen für mögliche Einsätze.
Insbesondere der bauliche Schwerpunkt und die sogenannte „Trennung“ von Anforderungen bei Privatpersonen und Gewerbebetreibenden wurden hervorgehoben. Diese Informationen sind für die Führungskräfte beziehungsweise Einsatzleiter für die Einsatztaktik von großer Bedeutung.
Am Ende des Vortrags konnten viele Fragen beantwortet werden und auch hier waren verstärkt die Themen Prüfungen, Wartungen von verschiedenen Geräten für Privatpersonen, Vereine und Gewerbebetriebe ein Schwerpunkt.
Kreisbrandmeister Gefahrgut Christian Hof bedankte sich bei den Teilnehmenden für ihr Interesse und bei den Firmen Primagas und Messerer für die verschiedenen Unterstützungen und für den sehr interessanten Vortrag.
Nur zwei Tage später waren eine Landkreisfeuerwehr und eine Messfeuerwehr zu diesem Thema „Ausgelöste Gaswarnanlage“ schon wieder im realen Einsatz gefordert. Diese Einsatzkräfte konnten ihr spezielles Fachwissen gleich in der Praxis anwenden, was den Einsatz spürbar erleichterte.





