Gemeinschaftsübung der Gefahrguteinheit Chiemsee-Simssee

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Ein angenommener Chemikalienunfall bei der Firma Dekumed Kunststoff- und Maschinenvertrieb in Bernau am Chiemsee führte am Freitagabend, den 13. April 2018, zu einer Gemeinschaftsübung des Gefahrgutzuges der Freiwilligen Feuerwehren Prien sowie Bernau am Chiemsee. Das Unfallszenario stellte einen verunglückten Radlader dar, welcher Kunststoffausgangskomponenten, wie sie in der Firma für Dosieranlagen eingesetzt werden, geladen hatte. Es galt eine verletzte Person zu retten und die auslaufenden Gefahrstoffe zu identifizieren und zu sichern.

Hierbei wurde nach dem Prinzip „GAMS“ vorgegangen.

G – Gefahr erkennen: Ein erster Trupp erkundete unter schwerem Atemschutz die Unfallstelle und ermittelte das Gefahrgut. Es handelte sich um Thymol, eine ätzende und umweltgefährdende chemische Verbindung.

A – Absperren: Die Unfallstelle wurde weiträumig abgesperrt. Die Einsatzleitung ermittelte alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen im Umgang mit dem Gefahrgut.

M – Menschenrettung durchführen: Der Atemschutztrupp übernahm die Rettung der Person und verblieb bis auf weiteres in der Gefahrenzone, bis eine Dekontamination der Personen erfolgen konnte.

S – Spezialkräfte alarmieren: Der Gefahrgutzug der Freiwilligen Feuerwehren Prien sowie Bernau am Chiemsee wurde nachgefordert und errichtete eine örtliche Einsatzleitung, einen Dekontaminationsplatz und stellte mehrere CSA-Trupps (CSA = Chemieschutzanzug).

Der erste Trupp erkundete den beschädigten Behälter und ermittelte notwendige Maßnahmen zur Sicherung der auslaufenden Chemikalien. Der zweite Trupp dichtete einen betroffenen Gully ab. Der dritte Trupp versuchte den defekten IBC-Behälter zu dichten. Der Zugang zu dem Leck stellte sich jedoch als große Herausforderung dar, da es notwendig gewesen wäre, den Behälter zu verschieben. Der Versuch, den Radlader mit CSA-Anzug zu fahren, wurde aus Sicherheitsgründen abgebrochen.

Das Umpumpen des Gefahrguts stellte schließlich die einzige Lösung des Problems dar. Nach der dreistündigen Übung fand bei einer Brotzeit am Feuerwehrhaus in Bernau die Nachbesprechung statt. Das Ergebnis der Übung stellte alle Beteiligten sehr zufrieden. Wichtige einsatztaktische Erkenntnisse konnten für den hoffentlich nie eintretenden Ernstfall gewonnen werden.