Brennender Personenzug als spektakuläres Übungsszenario

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Ein brennender Zug im Bahnhofsbereich von Rott am Inn sowie dutzende Einsatzfahrzeuge und Verletzte, die schnellstens versorgt werden müssen: Was wie das Szenario eines schweren Unglücks klingt, war an einem Samstagvormittag im Oktober 2026 eine groß angelegte Gemeinschaftsübung.

Am Bahnhof in Rott am Inn trainierten zahlreiche Einsatzkräfte aus der Region unter äußerst realitätsnahen Bedingungen das komplexe Zusammenspiel für den Ernstfall. Nachdem der Brand des Zuges gemeldet worden war, mussten die Kräfte zunächst zügig einen geeigneten Zugang durch den Bahndamm schaffen und eine stabile Wasserversorgung aufbauen. Im Anschluss drangen Trupps unter schwerem Atemschutz zur gezielten Brandbekämpfung vor.

Eine große Herausforderung stellte die Menschenrettung dar. Insgesamt 13 teils schwerverletzte Fahrgäste befanden sich noch im Zug und mussten versorgt werden. Dafür bauten die Retter extra eine spezielle Rettungsplattform am Waggon auf. Um schweres Arbeitsmaterial effektiv an den Einsatzort zu bringen, setzten die Kräfte schienenfahrbare Rollwägen ein.

Diese dienten in Kombination mit Schleifkorbtragen gleichzeitig dazu, die Verletzten schonend aus dem Gefahrenbereich zu retten.

Während die Rettungsarbeiten am Zug liefen, durchkämmten weitere Feuerwehrkräfte die angrenzende Böschung. Dort mussten vermisste Personen aufgespürt werden, die sich in der ersten Panik selbst in Sicherheit gebracht hatten.

Um ein solches Szenario zu bewältigen, ist reibungslose Teamarbeit gefragt. Die Einsatzleitung lag in den Händen der Feuerwehr Rott am Inn, die von den Feuerwehren aus Ramerberg, Griesstätt, Attel-Reitmehring und Wasserburg am Inn unterstützt wurde. Komplettiert wurde das Aufgebot durch die zuständigen Fachbereiche der Kreisbrandinspektion Rosenheim, die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung, den Rettungsdienst sowie einen Fachberater des Technischen Hilfswerks. Zudem waren auch die Bundespolizei und Notfall-Vertreter der Deutschen Bahn sowie der Südostbayernbahn aktiv in die Übung eingebunden.

Einsatzleiter Christian Schaber von der Feuerwehr Rott am Inn unterstrich die Bedeutung dieser Vernetzung: „Gerade bei solch komplexen Lagen zeigt sich, wie wichtig die reibungslose Zusammenarbeit aller beteiligten Kräfte ist. Die gemeinsame Übung mit unseren Nachbarfeuerwehren und den weiteren Hilfsorganisationen ist absolut unerlässlich, um für den Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein.“ Sämtliche Maßnahmen griffen im Notfall nur dann nahtlos ineinander, wenn die Abläufe im Vorfeld gemeinsam trainiert werden.

Am Ende des Vormittags fiel das Fazit durchweg positiv aus. Das komplexe Geschehen verlief sehr strukturiert und ohne größere Probleme. Davon konnten sich auch Kreisbrandmeister Marcus Huber und Kreisbrandmeister Gefahrgut/Schienenverkehr, Christian Hof, überzeugen, welche die Abläufe am Rotter Bahnhof als Vertreter für die Kreisbrandinspektion Rosenheim aufmerksam verfolgten.

Text: Wasserburger Stimme / Fotos: Feuerwehr Rott am Inn, Marcus Huber und Wasserburger Stimme.