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15Okt/18

CSA-Grundlehrgang in Wasserburg

Am 21. und 22. September 2018 fand der dritte CSA-Lehrgang des Jahres 2018 im Landkreis Rosenheim bei der Feuerwehr Attel-Reitmehring in Wasserburg statt.

Die neun Teilnehmer setzten sich aus sechs Feuerwehrmännern, einer Feuerwehrfrau sowie zwei Mitarbeiter der örtlichen Firma Meggle zusammen. Jährlich absolvieren Mitarbeiter von Meggle die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger und Träger von Chemikalienschutzanzügen.

Da die Mitarbeiter der Firma Meggle ortskundig sind und über das benötigte technische Wissen der Anlagen verfügen, wird im Ernstfall ein Trupp aus Mitarbeitern und Feuerwehrdienstleistenden gebildet. Dieses einmalige Konzept hat sich bestens über viele Jahre bewährt. Leider übernehmen dieses Einsatzkonzept nicht alle Firmen im Landkreis Rosenheim für ihren Betrieb.

Am ersten Abend vermittelten der Lehrgangsleiter Martin Edl (Wasserburg) sowie die Ausbilder Philipp Schartner (Feldkirchen-Westerham) und Florian Wolf (Vogtareuth) im Theorieteil das Grundwissen eines Einsatzes unter CSA und welche Arten von Schutzanzügen es für einen Chemieunfall gibt. Ebenfalls enthalten waren Notsituationen, Rettungsgeräte und die Kennzeichnung von Gefahrgut.

Der zweite Ausbildungstag begann für die Teilnehmer bereits um 7.30 Uhr mit dem Bereitstellen der gesamten benötigten Ausrüstung. Anschließend wurde das richtige An- und Auskleiden eines CSA-Trägers vorgeführt, was im Anschluss jedes Team selbst durchführen musste. Einmal im Anzug, ging es für die Teilnehmer gleich zu den ersten kleinen Übungen, welche das Funken, Ablesen und Übermitteln des Flaschendruckes, Leitersteigen und das Anlegen eines Knoten unter CSA beinhalteten.

Nach einer kleinen Frühstückspause standen auch schon die ersten Belastungsübungen an, bei denen auch die Spielgeräte des benachbarten Schulhofs nicht ausgelassen wurden.

Bestens gestärkt ging es nach dem Mittagessen auf das Betriebsgelände der Firma Meggle, wo die Teilnehmer insgesamt drei Einsatzszenarien abarbeiten mussten. Das erste Szenario stellte einen Amoniakaustritt mit verletzter Person dar. Hier galt es, die Person zu retten und den Austritt durch das Schließen von Ventilen zu stoppen sowie die richtige Dekontamination der verletzten Person und der CSA-Träger durchzuführen.

Im zweiten Szenario wurde ein Unfall in einem unterirdischen Rohrtunnel simuliert. Hier galt es, die verunfallte Person zu retten und über eine Fachkraft der Firma Meggle herauszufinden, welche Flüssigkeit ausgetreten ist. Die verletzte Person befand sich rund 70 Meter im Tunnel mit vielen Abzweigungen, dieser war durch verlegte Leitungen zusätzlich stark verengt und erwärmt. Es wurde ein Trupp aus einem Mitarbeiter und zwei Feuerwehrkräften losgeschickt. Hierbei zeigte sich, wie wichtig diese Konstellation im Ernstfall ist. Kurz vor der verunfallten Person wurde zusätzlich eine Notsituation inszeniert.

Beim dritten und letzten Szenario wurde ein Unfall in einem Säurelager mit eingeklemmter Person und auslaufendem Gefahrstoff aus einem IBC-Container simuliert. Auch hier hat der eingesetzte Trupp die Lage richtig erkannt und begann sofort damit, die Person zu befreien und kümmerte sich erst beim zweiten Anmarsch um die Leckage. Es wurde ebenfalls ein inszenierter Zwischenfall eingespielt, welcher die sofortige Rettung des Partners abverlangte. Der zweite Trupp dichtete die Leckage am Behälter erfolgreich ab.

Nach einem langen Tag und erfolgreicher Beendigung aller Übungsszenarien nahmen die Teilnehmer stolz und verdient ihr Zeugnis entgegen.

 

07Okt/18

Übung: Undichter Kesselwagen im Bahnhof-Gleisbereich

Diese Ausgangslage nahmen verschiedene BOS-Organisationen (z.B. Feuerwehr, THW, Gefahrgutzug, Polizei, usw.) als ein mögliches Einsatzszenario zum Anlass, eine ganz seltene Übungsmöglichkeit der Deutschen Bahn AG zu nutzen. Diese hält einen sogenannten Gefahrgut-Kesselwagenübungszug für die ganze Bundesrepublik zum Üben für die BOS-Organisationen bereit. Im Durchschnitt wird dieser Zug alle acht bis zehn Jahre für einige Tage dem Landkreis Rosenheim zur Verfügung gestellt. In den 1970er, 1980er und 1990er Jahren konnte dieser Zug an verschiedenen Standorten im Landkreis genutzt werden.

Seit der Gründung der Bahnschulungen vor gut zwei Jahrzehnten im Landkreis Rosenheim (Bahnausbilder Feuerwehr mit den Notfallmanagern der DB AG) gelang es, diesen Spezialzug zusätzlich (2000, 2010, 2016 und 2018) für den Landkreis zu gewinnen. Dies ist den Notfallmanagern Fischer, Kölnberger, Sachmann und KBM Gefahrgut/Schienenverkehr Hof zu verdanken. Sie versuchten zudem alle Bahnthemen und Wünsche der Landkreisfeuerwehren umzusetzen. Durch die Ausdauer und die besondere Motivation sowie durch persönliche Überzeugung gelingt es immer wieder besondere Projekte „mit Herzblut“ umzusetzen.

Um einige zu nennen: Aufzug-DB Schlüssel, DB-Schlüsselsatz, Einsatzmerkblätter, DVD für die BOS-Organisationen des Landkreises, Übersteighilfen, Aufstellung von vier Bahnfeuerwehren inklusive Bahnrettungsplattformen sowie zwei Bahnfeuerwehren mit Erdungsstangen, Datenübermittlung der DB-Einsatzzentrale zu den Leitstellen Bayern, Zufahrtskennzeichnungen und weitere Verbesserungen in den Zu- und Wegekarten sowie bei den elektronischen Daten für Einsatzleitprogramme. Diese Projekte werden nicht nur für den Landkreis Rosenheim und die Region, sondern bayern- und bundesweit angeregt und umgesetzt.

Oben gennannte Personen sind für ihre Ideen, Ausarbeitungen und Umsetzungen weit über Bayern hinaus bekannt und geschätzt. Die Veränderungen müssen und können oft nur bundesweit stattfinden. Deshalb benötigt dies einen längeren Zeitrahmen, wie beispielsweise bei der Aufnahme privater Schienenfahrzeuge in die Rettungsleitfäden der DB AG (z.B. Meridian-Züge).

Dies gelingt dem Bahnausbilderteam in einer besonderen Art und Weise. Es könnte fast ein familiäres Verhältnis genannt werden, obwohl derzeit viele Ansprechpersonen der verschiedenen Bahnbetriebe altersbedingt ausgeschieden sind und die Nachfolger deren Aufgabe übernehmen. Die neuen Ansprechpersonen gehen mit dem Bahnausbilderteam ähnliche, aber neue Wege. Das neue gute Verhältnis wird weiterhin gepflegt und aufgebaut, damit noch viele Vorhaben gemeinsam durchgeführt werden können.

Drei Tage lang konnten jeweils am Nachmittag und Abend insgesamt 161 Teilnehmer aus den verschiedenen BOS-Einheiten des Landkreises Rosenheim in ihrer Freizeit an dieser Sonderschulung teilnehmen. Das gute Verhältnis zu den angrenzenden Feuerwehren aus den Landkreisen Miesbach, Traunstein und der Stadt Rosenheim wird nicht nur bei den Einsätzen bestätigt, sondern auch bei den landkreisübergreifenden Gemeinschaftsausbildungen und Übungen.

Aus diesem Grund lud der Landkreis Rosenheim (KBM Hof) die verschiedenen Feuerwehren ein, die mit ihren eigenen Gefahrgut- und Bahneinheiten und über 52 Teilnehmern aus den Landkreisen Traunstein und Miesbach der Einladung folgten. Die bekannten Bahnausbilder aus unserem Landkreis waren an jeder Ausbildungseinheit vor Ort und konnten wertvolle Informationen zusätzlich zu dem Gefahrgutausbildungsteam der DB AG vermitteln.

Der Spezialzug besteht aus drei Wagen. Einem Schulungswagen, einem Kesselwagen zum Besichtigen (Innen-Anschlüsse, Außen-Anschlüsse, Dach-Anschlüsse) und einem Leckage-Kesselwagen mit verschiedenen undichten Stellen. Das Schulungsprogramm (Theorie eine Stunde, Besichtigung eine Stunde und praktische Übung bis zu eineinhalb Stunden) fand am Bahnhof Rosenheim statt.

Die Schwerpunkte bei der praktischen Übung (Einsatzübung, Stationsübung, Geräte-Test, usw.) konnte jede Feuerwehreinheit selbst bestimmen. Die möglichen Leckagen waren teilweise mit einfachsten aber auch mit Spezialgeräten und einem Spezialwissen abzudichten. Je nach Annahme des Produktes mussten die Leckagen mit Schutzkleidungen der Form I, Form II, Form III mit oder ohne Atemschutz abgedichtet werden.

Das Problem der Kesselwagen liegt an deren Vielfalt beziehungsweise den unterschiedlichen Bauweisen und den Besonderheiten der jeweiligen Herstellerfirma oder des Kesselwagenbetreibers. Im Ernstfall wird nicht nur das Fachwissen der Landkreisfeuerwehren benötigt, sondern zusätzlich auch von den TUIS-Einheiten, OMV-Einheiten Burghausen, Linde, etc. und den Spezialisten der Deutschen Bahn AG. Gemeinsam wurden schon einige Einsätze dieser Art in den letzten Jahrzehnten gemeistert. Mit dieser Ausbildung und dem neuesten Stand der Technik kann optimale, fachliche, professionelle und schnelle Hilfe geleistet werden.

Die Bahnausbilder des Kesselzuges waren vom großen Interesse der einzelnen Teilnehmer überwältigt. Die Betreuung durch unsere Landkreisausbilder vor Ort bei den verschiedenen Veranstaltungen war für sie auch eine Besonderheit. Erstaunt war das Team, dass alle Lehrgangsplätze wirklich belegt oder sogar überbelegt waren. Diese Erfahrung ist für sie einzigartig gewesen und sie waren mehr als begeistert, wie das in Bayern und ganz besonders hier im Landkreis Rosenheim durchgeführt wird. Aus diesem Grund könnte es gut sein, dass wir diesen Spezialzug in ein paar Jahren wieder bekommen könnten. Wir, das Ausbilderteam, würden uns freuen, wenn ihr dann alle wieder so zahlreich teilnehmt!

 

16Sep/18

Dekontamination der Stufe 3

Vor einigen Tagen war es wieder soweit: Die jährliche Übung der Spezialeinheit der Feuerwehr Prien (Dekontaminationsfahrzeug der Stufe 3) mit den Feuerwehren Mietraching und Amerang stand auf dem Programm. Diese drei Landkreisfeuerwehren bilden seit gut zwei Jahren eine Einheit für den Bereich der Dekontamination der Stufe 3 für Einsatzkräfte und für die Bevölkerung bei Sondereinsatzlagen.

Alle drei Feuerwehren verfügen über sogenannte Bundfahrzeuge:

  • Feuerwehr Amerang: Gerätewagen-Schlauchwagen
  • Feuerwehr Mietraching: Löschgruppenfahrzeug
  • Feuerwehr Prien: Dekontaminations-Fahrzeug

Diese Sonderfahrzeuge können regional eingesetzt werden. Sie sind auch für Sondereinsatzlagen in den Alarmplänen bayernweit und bundesweit mit eingeplant. Sie werden von den verschiedenen Landkreis-Gefahrgut-Fachgruppen, wie beispielsweise Gefahrgut-Desinfektoren oder Gefahrgut-Ärzten, im Bedarfsfall unterstützt.

Zum ersten Mal waren heuer auch Vertreter des Gesundheitsamtes Rosenheim vor Ort und überzeugten sich über den fachlich korrekten Aufbau und Betrieb des Dekon-Platzes. Sie konnten wertvolle Anregungen an die Einsatzmannschaften vermitteln.

Das gemeinsame harmonische Zusammenarbeiten der drei Feuerwehren überzeugte die verschiedenen Beobachter ebenso wie die kurze Aufbauzeit (40 Minuten) bis zur Inbetriebnahme des großen Dekonplatzes (Stufe 3).

Für 2019 wird gemeinsam mit dem Gesundheitsamt Rosenheim der Dekon-Platz im „Nass-Echt-Betrieb“ beübt, damit auch hier die neuen EU-Richtlinien überprüft, getestet, gemessen und registriert werden können.

Bis zu diesem Real-Betrieb wird Kreisbrandmeister Gefahrgut Christian Hof mit seinen verschiedenen Gefahrgut-Teams sowie den Vertretern der verschiedenen Behörden noch einige kleine Punkte bearbeiten, damit alle Beteiligten Erleichterungen für die Einsatzmannschaften und für die betroffenen „Verletzten“ Personen erhalten beziehungsweise diese umgesetzt werden.

 

06Aug/18

Impulse für die Feuerwehren bei “TUIS-Wacker”

Aktuell gibt es europaweit insgesamt 178 Chemie-Werkfeuerwehren (130 Betriebe in Deutschland und 48 Betriebe in Österreich). TUIS-Spezialisten stehen mit ihrer Einsatzbereitschaft 365 Tage für die Freiwilligen Feuerwehren zur Verfügung. TUIS bedeutet “Transport-, Unfall-, Informations- und Hilfeleistungssystem der chemischen Industrie”. TUIS bietet öffentlichen Feuerwehren sowie anderen Behörden, beispielsweise der Polizei, bundesweit und europaweit Unterstützung bei Transport- und Lagerunfällen mit Chemikalien an.

Diese Unterstützung kann in drei Stufen erfolgen:

  • Stufe 1                        Telefonberatung
  • Stufe 2                        Fachberatung am Unfallort
  • Stufe 3                        Werkfeuerwehr (technische Hilfe) am Einsatzort

Der Landkreis Rosenheim befindet sich zentral im Bereich einiger nahegelegener TUIS-Standorte. TUIS-Hilfe kommt in unserer Nähe zum Beispiel je nach Gefahrstoff meist von Sandoz in Kundel, der Infraserv aus Gendorf oder von Wacker in Burghausen.

Fast jährlich gelingt es dem Landkreis Rosenheim, der Einladung der Wacker-Werkfeuerwehr in Burghausen für einen kostenlosen Trainingstag „TUIS“ Folge zu leisten. Heuer nahmen wieder neun Einsatzfahrzeuge und eine 27-köpfige Feuerwehrmannschaft aus neun verschiedenen Landkreisfeuerwehren an diesem Sondertraining teil.

Vor den praktischen Übungen stand eine kurze theoretische Grundschulung im Vordergrund. Schwerpunkt der Ausbildung war der Unterschied „Gefahrgut und Gefahrstoff“. Allgemeine Gefahrgut-Kennzeichnungen, der Umgang mit Frachtpapieren, die GAMSN-Regel sowie einsatztaktische Maßnahmen sind im Detail erörtert worden.

Im Zuge der Ausbildungsliste standen zwei Sonderübungen auf dem Tagesprogramm. Auf Wunsch der Teilnehmer ermöglichten die beiden Wacker-Ausbilder (Stefan und Florian) eine kleine dritte Sonderübung. Ebenfalls gingen die beiden TUIS-Ausbilder auf die besonderen Wünsche der Teilnehmer ein und ermöglichten einen kurzen Besuch der Fahrzeughalle der Werkfeuerwehr. Eine kleine Rundfahrt durch das Betriebsgelände von Wacker mit Erklärungen über Funk war eine willkommene Zugabe.

Die Übungsschwerpunkte 2018:

  • Undichtigkeit am Hoyertainer (Umfüllarbeiten). Schwerpunkt waren hier die Menschenrettung sowie das ausgelaufene Produkt aufzufangen und die Austrittsstelle zu finden und die mögliche Leckage abzudichten beziehungsweise den Dombereich des Behälters zu säubern.
  • Auslaufende Flüssigkeit mit Geruchsbelästigung (Chlor-Acetaldehyd, UN-Nr. 2232) bei
  • Austritt von Ammoniak (Druckleitung) aus einem Kühlhaus.
  • Dieser Gefahrstoff findet sehr viel Verwendung und hat auch seine Besonderheiten für die Feuerwehren im Einsatz. Das Ausbilderteam konnte an dieser Stelle viele persönliche Erfahrungen einbringen, wie beispielsweise:
  • Personen mit Kontaktlinsen – kein Einsatz mit Kontaktlinsen bei Ammoniak.
  • Bei Verwendung von PH-Papier – erst das PH-Papier befeuchten und dann auf das Produkt legen oder halten. Erst dann verfärbt sich das PH-Papier für eine Anzeige.
  • Umgestürzter Tankanhänger bei Wartungsarbeiten (Arbeiten am Reifen und Deichsel) auf PKW mit Austritt von einer unbekannten Flüssigkeit mit starkem Geruch. Es stellte sich heraus, dass es Essigsäure (Gefahrnummer 83, UN-Nr. 2789) war.

Bei den drei Übungen wurde nicht nur von den Führungskräften Fachwissen und Einsatztaktik gefordert, sondern auch von den Einsatzmannschaften. Diese Übungen wurden mit schwerem Atemschutz, Sonder-Einsatzanzügen und Chemikalienschutzanzügen abgeleistet.

Kleine Verbesserungsvorschläge erkannten die Übungsteilnehmer selbst.

Die beiden Wacker-Ausbilder brachten einige Punkte der Verbesserung an. Kreisbrandmeister Gefahrgut/Schienenverkehr Christian Hof bestätigte den TUIS-Ausbildern, dass leider noch nicht alle Empfehlungen (gleiche Anregungen wie heuer von Stefan und Florian) von den TUIS-Ausbildern der letzten Jahre bis dato bei allen Feuerwehren so richtig umgesetzt wurden. Dies sollte unbedingt in absehbarer Zeit verbessert werden, zum Beispiel:

  • Bei den Alarmstichwörtern ABC 2 und ABC 3 soll der erste Atemschutztrupp (Angriffstrupp) vor dem Ausrücken beziehungsweise auf der Anfahrt mit der Sonderschutzkleidung Form 2 und Gummistiefel ausgerüstet sein.
  • Gummistiefel für die vorgehenden Trupps (spätestens nach der Menschenrettung dringlich empfohlen) sowie für die Dekon- Mannschaft.
  • Abläufe im Dekonplatz sowie das richtige An- und Auskleiden der Schutzanzüge Form 2 und Form 3 (Vollschutzanzug).
  • Farbliche Unterscheidung der Dekon-Mannschaft (Westen für Sauber- und Schmutzig-Mann).
  • CSA-Anzug entspricht drei Paar Handschuhen (Schweißhandschuhe, Schutzhandschuh des Schutzanzug und Überziehhandschuh).
  • Schutzanzug Form 2 eignen sich besonders, um die Veterinärhandschuhe (lange Stulpen) zu verwenden.
  • Schutzanzüge Form 2 mit Füßlingen: Bei bestimmten Herstellern benötigen die Träger dann Schutzstiefel, die beispielsweise ein bis zwei Nummern größer sind als ihre normale Fuß-Größe.
  • Filter für den Dekonplatz-Bereich.
  • Funklösungen beziehungsweise Funktechnik (Befestigung und Bedienung) im Vollschutzanzug.

Die praktischen Tipps und Tricks der Ausbilder „TUIS-Wacker“ nach den Übungen waren eine sehr wertvolle Ergänzung zu den einmaligen Übungsszenarien. Jeder Teilnehmer konnte hierdurch sein Fachwissen erweitern und viele Anregungen nach Hause zu den jeweiligen Standorten mitnehmen. Dieses Wissen wird jetzt an die Kollegen vor Ort weitergegeben. Somit sind wir für die Zukunft bestens aufgestellt und können uns allen Anforderungen gemeinsam stellen.

Aufgrund der großen Begeisterung und der vielen Anfragen versuchen wir (KBM Gefahrgut – Schienenverkehr Christian Hof) wieder einen Trainingstag für 2019 zu ermöglichen.

 

30Jun/18

TUIS-Trainingstag bei InfraServ in Gendorf

Vor einigen Tagen konnten 24 Teilnehmer/-innen aus dem Landkreis Rosenheim mit ihren eigenen Fahrzeugen und Geräten an einer Sonderausbildung im Industriepark (Chemiepark) Werk-Gendorf und im neuen Trainingscenter (Ausbildungs- und Kompetenzzentrum für Feuerwehren) der Werkfeuerwehr InfraServ teilnehmen.

Diese Werkfeuerwehr besteht aus:

Zwei Einsatzleitfahrzeugen, drei Löschfahrzeugen, zwei Gerätewagen, zwei Rettungswagen sowie Mess-Hubrettungs-Wechselladerfahrzeugen. Die ständige Wachbesetzung besteht aus einem Einsatzleiter, einem Mitarbeiter in der Einsatzzentrale und zwölf Mitarbeitern im Einsatzdienst. Zudem befinden sich 45 Mitarbeiter im Schichtdienst und zwei Mitarbeiter im Tagesdienst, um die Sicherheit zu gewähren. Im größten Chemiepark Bayerns sind derzeit ca. 30 Unternehmen mit rund ca. 4.000 Mitarbeiter/-innen auf 200 Hektar angesiedelt.

Die Werkfeuerwehr InfraServ gehört zum TUIS-Verband und verfügt über viele Sondergeräte im Bereich Gefahrgut. In den Letzten Jahrzehnten konnte der Landkreis Rosenheim schon mehrmals bei Einsätzen auf diese wertvolle Unterstützung zurückgreifen. In unmittelbarer Landkreisnähe sind mehrere große Standorte von TUIS-Einheiten vorhanden wie beispielsweise Sandoz in Kundel, Wacker in Burghausen oder eben InfraServ in Gendorf. Viele weitere kleinere Standorte, die dem TUIS-Verbund nicht angehören, stellen dennoch ähnliche Hilfeleistungskonzepte wie TUIS zur Verfügung. Bei Bedarf können diese Spezialisten jederzeit über die Integrierte Leitstelle Rosenheim angefordert werden.

Am Vormittag wurden drei Übungen in der neuen Trainingsanlage der Werkfeuerwehr InfraServ (ehemalige Eishalle mit 3.000 Quadratmetern) abgehalten. Ebenso wurden am Nachmittag drei Übungen mit neuen Übungsmöglichkeiten an der neuen Feuerwache durchgeführt.

Für diese Übungen wurde eine eigens zusammengestellte „Gefahrgut-Einheit“, bestehend aus einem KdoW, ELW, LF, RW, TLF, GW-Logistik und MZF, aufgestellt. Sonderschutzanzüge, Messgeräte und sonstige Spezialgeräte wurden ebenfalls mitgeführt.

Die Übungen wurden vom Ausbildungsleiter Kronwitter und KBM Gefahrgut/ Schienenverkehr Hof im Vorfeld so ausgearbeitet, dass die Erstmaßnahmen grundsätzlich jede Ortsfeuerwehr absolvieren kann.

Weitere Kräfte können mit ihren Fahrzeugen und Geräten speziell unterstützt werden, bevor eine Gefahrgut-Einheit (Landkreis Rosenheim) oder der klassische Gefahrgutzug (Stadt Rosenheim) benötigt werden.

Die Übungseinsatzstichwörter waren:

  • Undichte Gasflasche (Chlor-Rauch)
  • Unfall im Labor einer Apotheke (BIO Labor) mit kontaminierter Person
  • Undichter Flansch mit verletzter Person
  • Rettung einer verletzten Person
  • Oberschenkel mit Pfählungsverletzung; Eisenstange quer aus einem Kanal
  • Ventilbrand am Simulator
  • Undichte Rohr-Überführung mit Personenrettung

Besonders beim „Ventilbrand“ stand die Schulung der richtigen Angriffsschrittfolge der Löschtrupps sowie die Führung der Hohlstandrohre (zu einem Kegel- Schutzschirm) im Vordergrund. Für diese Übung wurden ein Spezialsimulator aufgebaut und die Angriffstaktik mehrfach „trocken“ geübt, bevor die „heiße Lage“ dargestellt wurde. Dafür wurden zwei Löschfahrzeuge, ausreichende Löschwasserversorgung und Rückfallebene sowie einige Sicherheitstrupp benötigt. Zeitgleich war diese Übung auch für die Maschinisten eine wertvolle Erfahrung, da sie eine besonders große Verantwortung, z.B. erhöhten Pumpendruck, ausreichende Wasserreserven, usw. vorhalten müssen, damit die Angriffstrupps von der Hitzestrahlung und dem Feuerstrahl nicht getroffen werden.

Bei allen Übungen waren die Teilnehmer/-innen mit voller Begeisterung dabei. Die örtliche Zuständigkeit spielte an diesem Tag keine Rolle. Alle 24 Frauen und Männer traten in beeindruckender Weise als eine geschlossene Einheit (Landkreis Rosenheim) auf. Durch dieses Gemeinschaftsgefühl konnte dieser anstrengende Tag mit ca. 13,5 Übungsstunden bewältigt werden.

Die Ausbildungscrew war besonders beeindruckt, dass von 14 Feuerwehren eine „eingeschweißte“ Mannschaft entstand, die diese sechs nicht leichten Einsatzübungen mit viel Erfolg und Begeisterung abgearbeitet hat. Die Ausbilder konnten bei den Übungsbesprechungen keine wesentlichen Fehler erkennen, da die Teilnehmer/-innen absolut perfekt bis ins kleinste Detail alle Anforderungen durchgeführt und abgearbeitet haben.

Die sogenannten „I-Dipferl“ für höchstes Niveau wurden von den Ausbildern noch angebracht. Ansonsten haben sie selten eine so perfekte Einheit über den ganzen Tag mit sechs Übungen erleben dürfen.

Dieses Verhalten ist keine Selbstverständlichkeit. Darauf darf man laut Aussagen der Ausbildungscrew stolz sein. Dieses Lob sprachen sie mehrmals bei den Übungseinheiten aus. Bei der Mittagsübung kam der Ausbildungsleiter (Herr Kronwitter) der Werkfeuerwehr InfraServ vorbei. Er konnte nicht nur die positiven Äußerungen seiner Ausbildermannschaft aufnehmen, sondern sich selbst bei einer Übung überzeugen und war begeistert.

Aus diesem Grund hat der Landkreis Rosenheim eine Einladung zu einem weiteren kostenlosen Trainingstag für 2019 bekommen. Die „Messlatte“ dieses Ausbildungstages ist sehr hoch. Der Ausbildungsleiter der Werkfeuerwehr InfraServ und sein Team werden sich für 2019 spezielle Alltagsübungen einfallen lassen.

Es ist zu hoffen, dass die Trainingsmannschaft 2019 die erwarteten Anforderungen ein zweites Mal auf so einem hohen Niveau erfüllen kann – ganz nach dem Motto „gemeinsam sind wir stark und werden alles schaffen“.

Der Landkreis Rosenheim ist für dieses einheitliche Auftreten bei den TUIS- Einheiten bekannt und wird dafür bewundert. Daher gelingt es KBM Hof immer wieder, solche besonderen Übungstage bei den TUIS-Werkfeuerwehren nach Beantragung zu bekommen.

In den letzten zehn Jahren konnte diese einmalige Übungsmöglichkeit sechs mal bei InfraServ Gendorf genutzt werden und alle Feuerwehren konnten mit vielen Erfahrungen und Eindrücken nach Hause fahren.

Ein besonderer Dank geht an die Werkfeuerwehr InfraServ Gendorf, stellvertretend an den Leiter der Werkfeuerwehr, Herrn DI (FH) Martin Siebert, und seine Führungs- und Ausbildungsmannschaft. Sie haben immer ein offenes Ohr für die Belange interessierter Freiwilliger Feuerwehren im Gefahrguteinsatz. KBM Hof freut sich auf die neuen gemeinsamen Wege in der Zukunft und dankt für die über die Jahrzehnte gute Zusammenarbeit und die große Nachfrage und Unterstützung der Landkreisfeuerwehren im Bereich Gefahrgut und Schienenverkehr.

 

 

08Jun/18

Spezialtraining “HOKO-Transporte” bei der Berufsfeuerwehr München

Die Berufsfeuerwehr München hat für ganz seltene, besondere Transporte eine Infekt-Transporteinheit und das Krankenhaus München-Schwabing ist als HOKO- Behandlungszentrum eingeplant. „HOKO“ bedeutet „hoch kontagiös“ (Patient/-in mit Infekt der Risikogruppe 4, BioStoffV).

2014/15 war der Begriff „Ebola“ in aller Munde. Hier wurde zum ersten Mal eine Anfrage von den Verwaltungsbehörden sowie den Spezialeinheiten gestartet, wie eine mögliche Unterstützung im Ernstfall aussehen könnte. Wegen der damaligen „akuten“ möglichen Ereignisse (nicht nur Ebola, sondern auch andere Infektionen, beispielsweise aus dem Personenkreis Migranten oder dem Personenkreis „Rückkehrer von humanitären Einsätzen“, verdächtige Personen bei Grenzkontrollen, etc.) wurden durch Unwissenheit falsche Aussagen in den verschiedenen BOS-Personenkreisen getroffen und Gerüchte „aufgeheizt“, die wir mit dieser Veranstaltung beseitigen wollten, indem auf die realistische Praxis eingegangen wurde.

Zur damaligen Zeit hätte eine mögliche Unterstützung beziehungsweise Anforderung durch die HOKO-Transport-Einheit die Feuerwehr Rosenheim auch kurzzeitig für den Landkreis im Rahmen ihrer Möglichkeiten stattfinden können. 2014/2015 war Kreisbrandmeister Christian Hof (Gefahrgut/Schienenverkehr/Schifffahrt) selbst sehr stark in diesem Themenbereich eingebunden mit Theorie- und Praxis Schulungen in den Feuerwehren und den zuständigen Behörden. Dabei konnten viele interessante Punkte aufdeckt und bearbeitet werden. Mit den derzeitigen Gefahrguteinheiten im Landkreis Rosenheim können wir diesen seltenen aber doch möglichen Einsatzbereich seit ca. 2016 sehr gut eigenständig bewältigen.

Das Krankenhaus München-Schwabing hat eine Spezialabteilung für Patienten mit radioaktiven Unfällen sowie für Patienten, die der Infekt- beziehungsweise der Risikogruppe 4 angehören. Von diesen speziellen Krankenhäusern gibt es nur sehr wenige in der Bundesrepublik, weshalb sie einen großen Einzugsbereich haben. Das Schwabinger Krankenhaus hat etwa einen Einzugsbereich von der Grenze zu Thüringen bis ins nördliche Österreich (z.B. Klinken die Salzburg und Innsbruck).

Bei einem eventuell erforderlichen Transport, der durch den Landkreis Rosenheim führt, könnte es notwendig sein, das Personal der HOKO-Einheit im Rahmen eines Dekonplatzes der Stufe 2 zu unterstützen. Dieser wird beispielsweise benötigt, wenn das Personal ausgetauscht werden muss. Bei den Dekon-Maßnahmen bekommen die Feuerwehren von dieser „Spezialeinheit HOKO“ verschiedene Unterstützungen wie Bereitstellung von Spezialgeräten, -mitteln, und -wissen. Die Aufgabe der Feuerwehr besteht darin, den Dekonplatz bereit zu stellen und unter den Anweisungen der Desinfektoren zu arbeiten. Nach dem Personalwechsel wird sich diese Einheit weiter bewegen. Im Krankenhaus Schwabing wird der Patient schließlich von einem speziell geschulten Ärzte- und Schwestern-Team aufgenommen und in den speziellen Räumlichkeiten medizinisch versorgt.

Die Feuerwehren beziehungsweise als „Ortszuständige Feuerwehreinheit“ oder Gefahrgut-Einheit im Landkreis Rosenheim sind zur Unterstützung für den Dekonplatz gemäß FWDV 500 verantwortlich.

Diese HOKO-Einheit hat bis dato nur wenige Anforderungen gehabt und konnte ihre Transporte ohne „fremde Feuerwehrunterstützung“, also eigenständig durchführen.

Die derzeitige Wahrscheinlichkeit, Prognosen und Erfahrungen zeigen, dass wir als freiwillige Feuerwehr mit dieser Einsatzunterstützung wohl sehr selten in Berührung kommen werden.

Die Kreisbrandinspektion und der Landkreis Rosenheim haben trotz dieser Prognosen beschlossen, sich für dieses Thema vorzubereiten, da sich unsere regionale Lage mit allen bedeuteten großen Verkehrswegen eventuell innerhalb einer Transportroute befindet.

Diese Aufgaben sollen derzeit im Landkreis Rosenheim die bewährten Gefahrgut-Einheiten übernehmen und darauf geschult werden. Sind andere Landkreisfeuerwehren ebenfalls an dieser Aufgabe interessiert, kann Kreisbrandmeister Christian Hof mit seinen Fachspezialisten jederzeit auf Wunsch eine Sonderschulung vor Ort anbieten.

Die HOKO-Einheit besteht aus folgenden BOS-Organisationen:

  • 2x Streifenwagen Polizei                                          – Einsatzleitwagen (D-Dienst)
  • ELW- ZF                                                                    – Infekt- RTW (SK- RTW)
  • HLF                                                                           – RTW (Eigenschutz)
  • MTW                                                                         – MZF Dekon Assistent

 

Die Berufsfeuerwehr München hat mit ihren Speziallisten aus verschiedenen Bereichen ein Einsatzkonzept aufgestellt. Dieses wird mehrmals pro Jahr von der Berufsfeuerwehr München und dem Krankenhaus München-Schwabing beübt. Eine praktische Übung mit einer freiwilligen Feuerwehr hatte bis dato noch nicht stattgefunden.

Kräfte aus dem Landkreis Rosenheim waren daher die ersten, welche solch eine Einsatzsituation mit der BF München gemeinsam testen durften. Bayernweit sind wir also die ersten Feuerwehren, die einen „Meilenstein“ für die anderen Wehren in Bayern gesetzt haben. Wertvolle Detailinformationen konnten gewonnen werden und Verbesserungen können künftig umgesetzt werden.

Wegen der Besonderheit dieser Sonder-Übung nahmen verschiedene Speziallisten der BF München, Führungskräfte der BF München sowie Vertreter und Ärzte des Krankenhauses München-Schwabing an der Übung teil. Im Verlauf der Ausbildung konnte die einmalige Gelegenheit genutzt werden, die spezielle Infekt-Abteilung im Klinikum München-Schwabing zu besichtigen.

Aus den BOS-Organistationen des Landkreises Rosenheim nahmen zusätzlich zu unseren vier Gefahrgut-Einheiten auch noch weitere Speziallisten teil (Bundespolizei Rosenheim, Johanniter Wasserburg, BRK Rosenheim, LNA, ELRD, Malteser, Amublanz Rosenheim, THW Rosenheim, THW Bad Aibling, Gefahrgutpolizei, Kreisbrandinspektion, UG-ÖEL, Desinfektoren, Gef.-Ärzte- Team, Gef.-Chemiker, Gef.-Messeinheiten, Leitstelle Rosenheim (ILS), Gefahrgut-Polizei, usw.).

Leider konnte „nur ein kleines Team“ (47 Personen) an dieser Veranstaltung teilnehmen. Dieser Personenkreis mit dem neu erworbenen Wissen kann dieses nun jedoch flächendeckend im Landkreis Rosenheim an alle Blaulicht-Organisationen weiter vermitteln sowie bei möglichen Einsätzen unterstützen.

Für diese besondere Fortbildungsveranstaltung war eine lange Vorbereitungsphase erforderlich. Nur durch die vielen guten Kontakte von Kreisbrandmeister Christian Hof und seinen unermündlichen Einsatz, auf alle Gefahrguteinsätze mit seinen Gefahrgut-Team gut vorbereitet zu sein, war diese bayernweite erste Spezial-Ausbildung möglich.

Ein besonderer Dank geht an die Berufsfeuerwehr München, stellvertretend an Herrn Christoph Heine für die gut dreijährige Zusammenarbeit im Bereich Dekontamination und für die gute Vorbereitung dieser einmaligen Sonderschulung.

Ein weiterer Dank geht an Thomas Stacheder und Martin Rohter (ltd. Dekon- Assistenten der BF München), welche die Detailplanungen und Durchführungen vor Ort organisiert haben. Diese zwei Persönlichkeiten sowie viele weitere Fachspeziallisten (z.B. Florian Prassberger, ATF München- usw.) gehören auch im Landkreis Rosenheim zum besonderen Gefahrgut-Team.

 

18Mai/18

Gemeinschaftsübung des Gefahrgutzuges Inntal

Die Feuerwehr Kiefersfelden bildet mit den Kameraden aus Oberaudorf und Degerndorf den Gefahrgutzug Inntal. Der Zug wird bei Schadensereignissen mit Chemikalien oder Gefahrgut alarmiert. Vor Ort soll dieser die örtliche Feuerwehr mit Spezialgerät und geschultem Personal unterstützen.

Um für den Ernstfall gerüstet zu sein fand, am 14. April 2018 eine gemeinsame Zug-Übung statt. „Austretende Flüssigkeit aus Gefahrgut-LKW“ lautete das Einsatzstichwort. Übungsort war die Spedition Dettendorfer in Flintsbach. Nach der ersten Lageerkundung wurde der Absperrbereich vom Einsatzleiter festgelegt. Die weitere Erkundung führte ein Atemschutztrupp unter Chemieschutzanzügen durch. Hier wurde dann festgestellt, dass mehrere Behälter mit verschiedenen Gefahrstoffen beschädigt wurden. Die Gefahrenkennzeichung wurde zur Auswertung an die Einsatzleitung übermittelt, die Abdichtung der Behälter wurde vorbereitet beziehungsweise mit dem Auffangen der Flüssigkeiten begonnen.

Parallel dazu wurde ein Dekontaminationsplatz und dreifacher Brandschutz (Löschwasser, Pulver, Schaum) aufgebaut. Nach kurzer Zeit konnten das Gefahrgut mit Hilfe einer Datenbank ermittelt und die Behälter gezielt mit den richtigen Mitteln abgedichtet werden. Nach etwa einer Dreiviertelstunde trat kein Gefahrstoff mehr aus, die ausgelaufene Flüssigkeit wurde mit Gefahrgutbindemittel gebunden und die Lage war unter Kontrolle.

Zum Schluss wurde von den Beobachtern der Kreisbrandinspektion eine Nachbesprechung zu der Übung abgehalten. Fachbereichsleiter Christian Hof bedankte sich bei den Einsatzkräften für die aufgebrachte Zeit und war von der Zusammenarbeit der drei Feuerwehren begeistert.

Abschließend möchten wir hier einen Dank an die Übungsvorbereiter, die Beobachter und nochmals an die Spedition Dettendorfer richten.

 

18Mai/18

CSA-Ausbildung feiert 40. Lehrgang

Seit 14 Jahren werden auf Landkreisebene engagierte Frauen und Männer auf die spezielle CSA-Ausrüstung geschult und erfahren Anwendungsmaßnahmen in realitätsnahen Einsatzübungen.

Anfang März startete jetzt der 40. CSA-Lehrgang mit acht Teilnehmern der Feuerwehren Redenfelden, Bad Aibling und Degerndorf. Die Absolventen zählen ab sofort zu den mittlerweile 330 CSA-Trägern im Landkreis Rosenheim.

In Theorie und Praxis wurden den Anwärtern das richtige Verhalten im Gefahrguteinsatz und der Umgang mit der zum Teil empfindlichen Ausrüstung erläutert und verinnerlicht. Insgesamt weist der Landkreis derzeit 14 CSA-Feuerwehren vor, welche sich nun über die Verstärkung in diesem Spezialgebiet freuen können.

Ein besonderer Dank geht an die Firma Raubling Papier GmbH, die ihr Firmengelände sowie das Feuerwehrgerätehaus für diesen Lehrgang wieder einmal zur Verfügung gestellt hat. Dieses besondere Gelände ist immer wieder eine geeignete Übungsstätte, da hier unter den realen Bedingungen geübt werden kann.

 

04Mai/18

Gemeinschaftsübung der Gefahrguteinheit Chiemsee-Simssee

Ein angenommener Chemikalienunfall bei der Firma Dekumed Kunststoff- und Maschinenvertrieb in Bernau am Chiemsee führte am Freitagabend, den 13. April 2018, zu einer Gemeinschaftsübung des Gefahrgutzuges der Freiwilligen Feuerwehren Prien sowie Bernau am Chiemsee. Das Unfallszenario stellte einen verunglückten Radlader dar, welcher Kunststoffausgangskomponenten, wie sie in der Firma für Dosieranlagen eingesetzt werden, geladen hatte. Es galt eine verletzte Person zu retten und die auslaufenden Gefahrstoffe zu identifizieren und zu sichern.

Hierbei wurde nach dem Prinzip „GAMS“ vorgegangen.

G – Gefahr erkennen: Ein erster Trupp erkundete unter schwerem Atemschutz die Unfallstelle und ermittelte das Gefahrgut. Es handelte sich um Thymol, eine ätzende und umweltgefährdende chemische Verbindung.

A – Absperren: Die Unfallstelle wurde weiträumig abgesperrt. Die Einsatzleitung ermittelte alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen im Umgang mit dem Gefahrgut.

M – Menschenrettung durchführen: Der Atemschutztrupp übernahm die Rettung der Person und verblieb bis auf weiteres in der Gefahrenzone, bis eine Dekontamination der Personen erfolgen konnte.

S – Spezialkräfte alarmieren: Der Gefahrgutzug der Freiwilligen Feuerwehren Prien sowie Bernau am Chiemsee wurde nachgefordert und errichtete eine örtliche Einsatzleitung, einen Dekontaminationsplatz und stellte mehrere CSA-Trupps (CSA = Chemieschutzanzug).

Der erste Trupp erkundete den beschädigten Behälter und ermittelte notwendige Maßnahmen zur Sicherung der auslaufenden Chemikalien. Der zweite Trupp dichtete einen betroffenen Gully ab. Der dritte Trupp versuchte den defekten IBC-Behälter zu dichten. Der Zugang zu dem Leck stellte sich jedoch als große Herausforderung dar, da es notwendig gewesen wäre, den Behälter zu verschieben. Der Versuch, den Radlader mit CSA-Anzug zu fahren, wurde aus Sicherheitsgründen abgebrochen.

Das Umpumpen des Gefahrguts stellte schließlich die einzige Lösung des Problems dar. Nach der dreistündigen Übung fand bei einer Brotzeit am Feuerwehrhaus in Bernau die Nachbesprechung statt. Das Ergebnis der Übung stellte alle Beteiligten sehr zufrieden. Wichtige einsatztaktische Erkenntnisse konnten für den hoffentlich nie eintretenden Ernstfall gewonnen werden.

 

29Apr/18

Spezialgerät “Ölsanimat” für die Feuerwehr Halfing

Im bayerischen Ölwehrkonzept gehört der Landkreis Rosenheim zu einem großen Ölwehr-Stützpunkt. Der Freistaat Bayern fördert verschiedene Ölwehr-Schutzstufen. Durch den Landkreis Rosenheim laufen zwei Ölpipelines (Deutsche Transalpine Ölleitung GmbH – TAL und OMV). Deshalb wurde der Standort „Landkreis Rosenheim“ gemäß der höchsten Schutzstufe ausgerüstet. Einige Spezialgeräte sind beim Technischen Hilfswerk Rosenheim, der Feuerwehr Halfing sowie bei den jeweiligen Objekten beziehungsweise Ortsfeuerwehren bereitgestellt. Dies sind beispielsweise Ölsperren für Seen und Flüsse, Ölschöpfgeräte, mobile Auffangbehälter, Separatoren, Bandskimmer, Mopmatik, Arbeitsboote oder Schlauchboote.

Die Feuerwehr Prien am Chiemsee hat von 1990 bis 2018 den Ölsanimat für den Landkreis Rosenheim betrieben. In den Anfangsjahren war dieses Spezialgerät einige Male im Einsatz und in den letzten Jahren kam dieses nicht nur bei den verschiedenen Hochwässern im Kreis Rosenheim, sondern auch in Nachbarlandkreisen zum Einsatz.

Dieses Spezialgerät hat mehrere Filterstufen, in denen das Öl vom Wasser getrennt werden kann. Es ist nicht für Kleinmengen von Öl, etwa Ölfilmen im Wasser, geeignet, sondern für größere Mengen an Öl auf einem Gewässer. Das Gerät kann nur ein „reines“ Öl-Wassergemisch filtern. Bei Verunreinigungen des Öl-Wassergemisches mit Ölbindemittel kann das Gerät nicht eingesetzt werden und das „Abtragen“ der Ölschicht ist eventuell mit einem Saugwagen noch möglich (je nach Verunreinigung mit Ölbinder) beziehungsweise eine aufwendige Handabschöpfung erforderlich.

Um die Feuerwehr Prien mit ihren vielen Einsätzen und Sonderaufgaben zu entlasten, haben das Landratsamt Rosenheim und Kreisbrandrat Richard Schrank den Ölsanimat Ende 2017 an die Feuerwehr Halfing übergeben. Mit der Einführung der neuen Alarmierungsbekanntmachung (ABEK) wurde dieses Spezialgerät schon der Halfinger Wehr zugeordnet. Bei einem möglichen Einsatz wären die Feuerwehren Prien und Halfing gemeinsam tätig geworden.

Vor wenigen Tagen konnten Vertreter der Feuerwehr Prien und Kreisbrandmeister Gefahrgut/Schienenverkehr Christian Hof nun die offizielle Übergabe mit praktischer Einweisung am Gerät vor Ort vornehmen. In einer ehemaligen Kiesgrube wurde gemeinsam das Spezialgerät erörtert und in kleinen Schritten aufgebaut. Es wurden die verschiedenen Aufbauarten für die verschiedenen Einsatzanforderungen vorgeführt.

Der Spruch „Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz“ bedeutet, das Gerät wieder einsatzklar zu machen sowie die Wartungsfristen im laufenden Jahr zu erfüllen und Übungen durchzuführen. Dabei konnten die fünf anwesenden Experten aufgrund ihrer praktischen Einsatzerfahrungen viele Tipps und Tricks geben. Die Feuerwehr Halfing nahm dieses Wissen dankbar auf.