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16Aug/19

Erfolgreicher CSA-Lehrgang in Oberaudorf

Am 2. und 3. August 2019 fand der dritte Lehrgang für Träger von Chemikalienschutzanzügen im Feuerwehrhaus Oberaudorf statt. Insgesamt stellten sich vier Teilnehmer dieser neuen Aufgabe, um sich als CSA-Träger ausbilden zu lassen.

Im Rahmen des Theorieabends wurde den Lehrgangsteilnehmern fundiertes Fachwissen durch die beiden Ausbilder Marco Polster (Feuerwehr Oberaudorf) und Philipp Schartner (Feuerwehr Feldkirchen-Westerham) vermittelt.  Lerninhalt war unter anderem, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um einen Chemikalienschutzanzug tragen zu dürfen, und welche Körperschutzformen es gibt. Ebenso wurden Einsatzgrundsätze für das richtige Verhalten vor, während und nach dem Einsatz behandelt. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Abends war die Kennzeichnung von Behältnissen sowie das Beschreiben der verschiedenen Piktogramme, etc. Zum Schluss wurde den Teilnehmern noch der Aufbau eines Notdekons und eines Dekonplatzes der Stufe 2 nähergebracht.

Am Samstagmorgen starteten wir um 7.45 Uhr, mit viel Fachwissen vom Vorabend, in den zweiten Ausbildungstag. Die beiden Ausbilder brachten den Teilnehmern zunächst das richtige Ausrüsten für den CSA-Einsatz näher. Danach wurden bereits erste kleinere Gewöhnungsübungen, wie das Besteigen einer Steckleiter und das Auffinden eines Kanisters in einem verrauchten Raum, durchgeführt.

 

Bei der anschließenden Belastungsübung kamen die Teilnehmer richtig ins Schwitzen. Nach einem kurzen Aufwärmen mussten die Teilnehmer durch Berganläufe und verschiedene Übungen an einem nahegelegenen Spielplatz ihre Fitness unter Beweis stellen. Ebenso war bei dieser Übung Geschicklichkeit gefragt, wie beispielsweise das Kuppeln von Saugschläuchen in Körperschutzform III.

Danach wurde noch das richtige Ausrüsten bei Körperschutzform II gezeigt. Hierbei konnten den zukünftigen CSA-Trägern noch einige Tipps und Tricks vermittelt werden. Des Weiteren wurde das richtige Entkleiden für Sauber- und Schmutzig-Männer am Dekonplatz geübt.

Um 12.00 Uhr gingen wir gemeinsam zum wohlverdienten Mittagessen in das Sporthotel „Wilder Kaiser“. Hier nochmal ein herzliches Vergelt´s Gott, dass die Kosten für die Teilnehmer von Hotelbesitzer Paul Astl übernommen worden sind.

Nach der Pause ging es mit dem richtigen Aufbau eines Dekonplatzes der Stufe II weiter. Dieser wurde gemeinsam aufgebaut und gleich für die zwei folgenden Einsatzübungen verwendet. Bei der ersten Einsatzübung fanden die Teilnehmer eine Person auf einer Ladefläche vor, welche von einem Fass eingeklemmt worden war und zudem verschiedene auslaufende Gefahrstoffe. Hierbei stand die Personenrettung an erster Stelle. Nach der Rettung mussten die verschiedenen Gefahren- und Stoffnummern übermittelt sowie das Eindämmen der auslaufenden Stoffe gesichert werden. Als alles abgearbeitet war, mussten die beiden CSA-Träger noch zum Dekonplatz und sich dementsprechend dekontaminieren lassen.

Bei der zweiten Übung gab es eine unklare Lagemeldung. Es habe wohl jemand im Keller eines Gebäudes mit gefährlichen Stoffen gearbeitet. Schnell konnte der Angriffstrupp unter CSA die verletzte Person retten und zum Dekonplatz bringen. Auch hier mussten wieder die richtigen Gefahren- und Stoffnummern durchgegeben sowie die auslaufenden Gefahrstoffe eingedämmt werden. Nach der Einsatzlage musste der Angriffstrupp ebenfalls noch zum Dekonplatz.

Abschließend wurde alles gemeinsam wieder aufgeräumt und wir konnten einen lehrreichen Ausbildungstag abschließen. Zum Schluss konnte Kreisbrandmeister Christian Hof allen vier Teilnehmern nach den Grußworten die verdienten Zeugnisse für das Tragen von Chemiekalienschutzanzügen überreichen.

 

23Jul/19

Landkreis-Strahlenschutzkonzept im praktischen Test

Nach der Gründung der Strahlenschutzfeuerwehren (Bad Aibling, Bernau, Heufeld und Prien) im Jahr 2015 haben sich diese aufgestellt, eigenständig ausgebildet und fortgebildet. Sie bilden mit ihren Geräten und Fahrzeugen sowie jeweils rund 30 Einsatzkräften die zwei Strahlenschutzzüge im Landkreis Rosenheim.

In diesem Zusammenhang bestehen gute persönliche Kontakte des Kreisbrandmeisters Gefahrgut/Schienenverkehr, Christian Hof, zur WF Helmholtz, München (1. Kdt WF, B. Goldschmidt mit Teamkollege Paolo Ertelt für die Pyrotechnik, etc.), und zum Fachspezialisten Dr. W. Kirchinger, der die  Abteilung HSE MDRB – Medizinischer Dienst, Rettung und Brandschutz sowie die Abteilung Fortbildung am Institut für Strahlenschutz leitet. Außerdem fungiert der Mediziner als Leiter des Regionalen Strahlenschutzzentrums am Helmholtz-Zentrum München. Zudem gehört er der Ausschuss „Notfallschutz“ an – dadurch bekam der Landkreis Rosenheim einen kostenlosen ehrenamtlichen Trainingstag.

Diese unmittelbare fachliche Kompetenz in der Nähe des Landkreises Rosenheim ist im Alarmierungskonzept „Strahlenschutzeinsatz“ berücksichtigt. 2017 fuhren die oben aufgeführten Einheiten zu einem einmaligen Ausbildungstag nach München zum Helmholtz-Zentrum. Bei diesem Trainingstag standen die theoretische Auffrischung, Messtechnik und Einsatztaktik im Vordergrund. Das zentrale Lager für Radioaktive Zwischenlagerung und deren Spezialbehälter konnte besichtigt werden.

Nach der „Aufbauphase“ wollten diese Feuerwehren sich praktisch im Übungsbetrieb gemeinsam kennenlernen sowie von Experten begutachtet werden, um mögliche Änderungen vornehmen zu können.

Ein sehr umfangreiches Ausbildungsprogramm wurde von Kreisbrandmeister Christian Hof mit den Verantwortlichen der Abteilung „Strahlenschutz“ (Dr. W. Kirchinger, WF-Kdt. B. Goldschmidt und P. Ertelt) vom Helmholtz-Zentrum München für diesen Testtag aufgestellt. 58 Teilnehmer/-innen der Strahlenschutzfeuerwehren und einige Mitglieder der Kreisbrandinspektion Rosenheim trafen sich bei der Feuerwehr Bernau an einem Samstag zu einem gemeinsamen Spezial-Trainingstag.

Dr. W. Kirchinger erläuterte zu Beginn in einem theoretischen Unterricht die Erfahrungen und möglichen Probleme bei einem Strahlenschutzeinsatz an Hand vieler praktischer Beispiele. Nach einer kurzen Sicherheitsbelehrung konnten die verschiedenen Messgeräte an natürlichen und künstlichen Strahlern getestet werden.

Im Anschluss fand die erste Einsatzübung „Betriebsunfall in einer Firma“ statt. Dabei galt es, eine Menschenrettung durchzuführen sowie die Gefährdungsausbreitung einzudämmen. Weitere Schwerpunkte waren: Gefahrenkennzeichnungen an den Türen, Kontrollbereich, Befragung der Opfer, Raum für Spezialkräfte schaffen, Personendokumentation und verschiedene Anforderungen und Zusammenarbeit mit anderen BOS-Organisationen. Die verletzte Person sowie die Einsatzkräfte mussten durch einen Dekontaminationsnachweisplatz „frei“ gemessen werden. Dies stellt einen erheblichen Zeitaufwand (pro Person ca. 20 bis 30 Minuten) dar.  Die Übung wurde für die Nachbesprechung von den Experten per Video aufgenommen.

 

Nach einer kurzen Pause stand dann die zweite Übung am gemeindlichen Wasserwerk/Bauhof auf dem Programm. Übungslage war: „Verkehrsunfall – PKW gegen Mauer“. Bei der Erkundung durch den Einsatzleiter stellte sich heraus, dass sich eine verletzte Person im Kleintransporter mit einem gekennzeichneten radioaktiven Zeichen befand. Neben der Menschenrettung waren die Schwerpunkte dieser Übung: Frachtpapiere erkunden und auswerten, Ladung auf Zustand prüfen, Messwerte interpretieren, Einsatz unter geeigneter Schutzkleidung sowie Kontaminationsnachweisplatz.

Im Anschluss gab es ein gemeinsames Mittagessen im Feuerwehrhaus Bernau. Ein besonderer Dank geht an den 1. Kdt. Marcus Prassberger mit seinen Team, der die gesamte Organisation der Übungen, Stationsausbildungen und der Verpflegung übernommen hat. Dort konnten sich die Einsatzkräfte nicht nur stärken, sondern auch körperlich erholen. Sie gingen an die persönlichen Leistungsgrenzen unter den Strahlenschutz-Sonderschutzkleidungen, Atemschutz, etc. An diesen Tag war es extrem schwül und über 32 Grad heiß. Die Lehrgangsteilnehmer/-innen wurden durch diese Wetterlage unfreiwillig auf „Herz und Nieren“ getestet. Wegen dem extremen Wetter hatten die Organisatoren Hof und Prassberger auch die Verpflegungen angepasst sowie ausreichend Trinkwasser zur Verfügung gestellt.

Feuerwehrarzt Seb. Hundhammer war nicht nur bei den Übungen ständig präsent und aktiv ins Übungsgeschehen eingebunden, sondern sorgte auch für die Sicherheit der Teilnehmer/-innen. Es wurde ausreichend auf Flüssigkeitszufuhr, besonders nach dem Kontaminationsnachweisplatz, etc. geachtet. Wie wichtig ein Arzt im Kontaminationsnachweisplatz ist, wurde auch mehrfach von den Fachexperten bestätigt. Wegen der großen Hitze wurde die Abschlussübung mit allen vier Strahlenschutzfeuerwehren verschoben auf den Herbst 2019 beziehungsweise das Frühjahr 2020, wo diese Einheiten dann an einem Abbruchhaus eigenständig üben dürfen.

Die Experten vom Helmholtz-Zentrum zeigten am Nachmittag schließlich die Übungsfilme und konnten ihre praktischen Tipps und Tricks hierzu vermitteln.

Fazit des Trainingstages: Das Landkreis-Konzept „Strahlenschutzzüge“ ist gut aufgestellt und ein eingespieltes Team. Kleine Verbesserungen beziehungsweise Anregungen aus den Übungen werden in den nächsten Monaten umgesetzt. Voraussichtlich kann der Landkreis Rosenheim im Laufe der kommenden Jahre einen weiteren Trainingstag mit den Spezialisten des Helmholtz-Zentrums anbieten.

Die FwDV500 schreibt verschiedene Vorhaltungen für jede Gefahrgutfeuerwehr, wie  z.B. Stückzahlen an Geräten, Schutzanzüge, persönliche Schutzausrüstung, etc. vor. Hier sind möglicherweise einige Punkte zu beachten, beispielsweise Chemie-Gummistiefel, Dekon-Funktionswesten, Atemschutzfilter, usw. Eine einheitliche Dokumentationsvorlage ist von großer Bedeutung. Diese ist derzeit in Bearbeitung und wird zum Jahresende ausgehändigt. Aus den Erfahrungen der Experten sind für jede Strahlenschutzfeuerwehr mindestens zwei Kontaminationsnachweisgeräte von großer Wichtigkeit.  Eine Neuanschaffung von einigen Messgeräten ist derzeit am Laufen. Sind diese Punkte abgeschlossen, ist das Strahlenschutzkonzept wieder auf dem neuesten und aktuellsten Stand der Technik.

Ein besonderes Highlight nach dem Lehrgang hatte 1. Kdt. Marcus Prassberger noch für die Helmholtz-Ausbilder. Er organisierte spontan eine Bootsfahrt mit der Wasserwacht Bernau auf dem Chiemsee. Im Anschluss überreichte Christian Hof jedem Ausbilder ein typisches heimisches Präsent vom Chiemsee zum Verzehr.

 

18Jul/19

Notfallübung von Feuerwehr und Deutscher Bahn

Eine wegen Baumaßnahmen notwendige Gesamtsperrung der Eisenbahnstrecke zwischen der Überleitstelle Großkarolinenfeld und Ostermünchen in der Nacht vom 13. auf den 14. Juli 2019 ermöglichte es, dass die Feuerwehren Großkarolinenfeld und Kolbermoor auf den Gleisanlagen einen möglichen Ernstfall proben konnten.

Als Szenario wurde angenommen, dass ein Gleisarbeitsfahrzeug (GAF100R mit Kran) mit seinem Ausleger zu nahe an die eingeschaltete Oberleitung geriet, so dass es zum Überschlag kam, in dessen Folge mehrere Bahnarbeiter verletzt wurden und mitgeführtes Material zu brennen begann. Die Unfallstelle lag im Bereich der beiderseitigen Schallschutzwand unweit des Bahnhofs Großkarolinenfeld.

Gegen 22.08 Uhr wurden durch die Integrierte Leitstelle Rosenheim mit dem Stichwort „THL P Zug“ die Ortsfeuerwehr Feuerwehr Großkarolinenfeld, die Feuerwehr Kolbermoor, die mit spezieller Bahnausrüstung ausgestattet und zum Bahnerden berechtigt ist, sowie die Rettungswache des BRK alarmiert. Ergänzt wurde die Alarmierung mit der Aussage, dass Personen vermutlich wegen eines Stromschlages verletzt seien.

Die angerückte Feuerwehr Großkarolinenfeld konnte sich mit dem ihr zur Verfügung stehenden Schlüssel für die Türen der Schallschutzwand schnell Zugang zur Unfallstelle verschaffen. Bei ihrer Lageerkundung machte sie, nachdem sie sich überzeugt hatte, dass die Oberleitung nicht gerissen war, folgende Bestandsaufnahme: Eine Person lag regungslos auf dem Führerhaus des Schwerkleinwagens und eine Person auf der Ladefläche des GAF. Eine auf der Ladefläche mitgeführte Propangasflasche hatte sich entzündet und eine starke Rauchentwicklung zeugte davon, dass auch noch weiteres Material in Brand geraten war. Später stellte sich noch heraus, dass in unmittelbarer Nähe ein weiterer Arbeiter verletzt neben dem Gleis saß.

Während die aufgefundenen Verletzten über den Fluchtweg gerettet wurden, hatte die Kolbermoorer Feuerwehr begonnen, die vorher schon abgeschaltete Oberleitung zu erden. Mit den in der Nähe des Bahnhofs aufgegleisten Rollpaletten konnte sie das notwendige Material (Beleuchtung samt Stromaggregat und andere Hilfsmittel) an die Unfallstelle transportieren. Erst nach der Bahnerdung konnte die verletzte Person auf dem Dach des GAF gefahrlos gerettet werden. Die Bahnerdung durch die Feuerwehr hat gezeigt, dass sie der Aufgabe gewachsen war. Sie ließ sich auch dadurch nicht irritieren, dass sie es im Abspannbereich plötzlich mit „zwei Oberleitungen“ zu tun hatte.

Nachdem „Feuer aus“ gemeldet wurde und die Verletzten gerettet waren, wurde die Übung gegen 00.15 Uhr beendet. Noch am Einsatzort führte Kreisbrandrat Richard Schrank die Nachbesprechung zur Übung durch, wobei die wichtigsten Punkte wie genaue Absprachen und Informationen zwischen Einsatzleitung und Einsatzkräften als unabdingbar hervorgehoben wurden. Diesbezüglich wurde vor allem angeführt, dass im Umgang mit Strom – hier der Oberleitung mit ihren 15.000 Volt – äußerste Vorsicht geboten ist und sich dieser nur genähert werden darf, wenn sie abgeschaltet und bahngeerdet ist. Richard Schrank ermahnte ausdrücklich alle Beteiligten, dies strikt zu befolgen, selbst wenn die zu rettende Person dringender Hilfe bedarf. Hier geht Eigenschutz vor Hilfe.

Abschließend bedankte sich der Kreisbrandrat, der die Übung selbst maßgebend mit Kreisbrandmeister Christian Hof geplant und betreut hatte, bei all seinen übenden Feuerwehrkameraden, der Rettung und den Notfallmanagern, Herrn Kölnberger und Herrn Ernstorfer, sowie bei der Fachgruppe „Fahrbahn Rosenheim Netz DB“ und deren sieben Mitarbeitern für die Bereitschaft, einen Freitagabend für eine Übung und somit für die Weiterbildung zu opfern.

Auch der „Wettergott“ hatte Einsehen mit der übenden Truppe und hielt das anschließende Gewitter mit starkem Regen bis unmittelbar nach der Übungsbesprechung zurück.

Fazit: Auch eine „kleine“ Übung im Bahnverkehr an geeigneter Stelle kann für die Feuerwehren viele Probleme bringen. So sind die besonderen Gefahren, die von Baufahrzeugen im Schienenverkehr ausgehen, nicht zu unterschätzen. Sie verbergen viele kleine Gefahren, z.B. Gefahrgut-Beladung, usw. Der Notfallmanager der DB AG ist bei Bahneinsätzen von größter Bedeutung und dies nicht nur beim Bahnerden. Ein Kontakt vor Ort muss zwischen Feuerwehreinsatzleitung und dem Notfallmanager eventuell durch einen Verbindungsmann sichergestellt werden. Der Kontakt zwischen den Führungskräften und den Einsatzmannschaften muss zu 100 Prozent stimmen und einzelne Tätigkeiten vor jeder Ausführung immer abgesprochen und festgehalten werden. „Langsam, es pressiert“. Die Sicherheit der Einsatzkräfte geht immer vor!

12Jul/19

Atemschutzübung im Stollen der Feuerwehr Kufstein

Am Samstag, den 6. Juli 2019, bestand für 60 Atemschutzgeräteräger/-innen aus dem Landkreis Rosenheim wieder die Möglichkeit, ein Training im Atemschutzstollen der Feuerwehr Kufstein zu absolvieren. Die Übung, welche vom Kameraden Franz Siller (FF Kiefersfelden), der auch als Atemschutzausbilder im Landkreis tätig ist, organisiert wurde, fand bei den Teilnehmern/-innen großen Anklang. Stellt sie doch eine abwechslungsreiche Alternative zur herkömmlichen Kriechstrecke dar.
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02Jun/19

Spezialkräfte beim Blaulichttag in Prien am Chiemsee

Vor einigen Tagen konnte die Freiwillige Feuerwehr Prien am Chiemsee ihr 150-jähriges Bestehen feiern. Am sogenannten „Blaulichttag“ wurden sämtliche BOS-Einheiten und alle Spezialeinheiten der verschiedenen Landkreisfeuerwehren von den Priener Kameraden zur Teilnahme eingeladen. Bei bestem Wetter folgten sie diesem Aufruf und eine Vielzahl von Besuchern konnte sich über die Leistungsfähigkeit informieren. Continue reading

26Apr/19

Umfassendes Spezialtraining im größten bayerischen Chemiepark

Aufgrund hervorragender, einmaliger Leistungen der Lehrgangsteilnehmer/-innen des vergangenen Jahres haben wir einen weiteren Sondertermin bei der Werkfeuerwehr Gendorf für 2019 erhalten. Der Landkreis Rosenheim folgte dieser Einladung sehr gerne, da die Termine für  Übungsmöglichkeiten beispielsweise an der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried, bei TUIS Wacker, etc. immer weniger werden.

Besonders dieses fundierte chemische Fachwissen der Werkfeuerwehren ist für uns freiwilligen Feuerwehren von großer Bedeutung. Deshalb fuhr der Landkreis Rosenheim mit verschiedenen Feuerwehren, Einsatzfahrzeugen und Feuerwehrleuten zu dieser Veranstaltung, damit flächendeckend gesehen in jeder Ortsfeuerwehr einige Einsatzkräfte mit Gefahrgut-Kenntnissen vorhanden sind.

Die Gefahrgut-Einheiten (pro KBI-Bereich eine Einheit) üben derzeit pro Jahr ein- bis viermal in ihren Inspektions-Gebieten gemeinsam. Falls die Ausbildungsmöglichkeiten in den nächsten Jahren weiter bestehen, werden auch diese Gefahrgut-Einheiten als eine geschlossene Einheit zum TUIS-Trainingstag mitfahren.

Kürzlich konnten acht verschiedene Feuerwehren mit fünf Fahrzeugen und 23 Einsatzkräften diesen Trainingstag besuchen. Die Werkfeuerwehr Gendorf empfing die Übungseinheit in ihrem neuen Ausbildungszentrum (ehemalige Eishalle). Es folgten drei Einsatzübungen und im Anschluss fuhr die Übungseinheit in das Chemiewerk Gendorf, wo sie weitere drei Einsatzübungen und ein Spezialtraining (Brand Schieber, richtiger Löschangriff) erwarteten.

Die Übungsszenarien: Auto gegen gelagerten IBC gefahren, undicht, ein Erwachsener und ein Kind im Fahrzeug / Chloraustritt in einem Schwimmbad / Bei Wartungsarbeiten an einem Kessel undichter Flansch / Ammoniakaustritt aus Kleingebinde bei Staplerarbeiten / Verpuffung in einer Kanalbaustelle / Sondertraining „Brand Flansch“ inklusive Hohlstrahlrohrtraining.

Die Übungen forderten nicht nur fachliches Wissen, sondern auch sehr viel vom Körper ab. Atemschutz mit Form 1 und/oder Form 2 waren an der Tagesordnung sowie bei drei Übungen die Form 2 (CSA). Die Teilnehmer/-innen arbeiteten die gestellten Aufgaben hervorragend gemeinsam ab. Das „Wir-Gefühl“ war neben den Einsatzübungen auch beim Aufräumen bzw. der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft sehr beeindruckend.

Einige Einsatzfahrzeuge, beispielsweise der Feuerwehren aus Oberaudorf und Pfaffing, haben zusätzlich zu ihrer Normbeladung auch Gerätschaften für mögliche Gefahrguteinsätze an Bord. Dies war bei einigen Übungen sehr wertvoll. Heuer waren mit sogenannten Be- und Entlüftungsgeräten gleich zwei Sondergeräte (Feuerwehren Pfaffing und Kolbermoor) verfügbar. Diese Gerätschaften gibt es nur ganz selten bei uns im Landkreis. Sie sind ein bewährtes Einsatzgerät, das speziell zum Be- und Entlüften sowie zum Erzeugen von Leichtschaum verwendet werden kann. In vielen Gefahrgut-Einsatzlagen kann ein Entlüften von großer Bedeutung sein, da dieses Gerät einen EX-Schutz hat, über welchen viele Lüfter sonst nicht verfügen.

In diesem Jahr waren weniger Führungskräfte in den Übungseinheiten mit dabei. Diese Funktion erfüllten „normale“ Einsatzkräfte, die sich dieser Aufgabe stellten, auch wenn sie keine Ausbildung als Gruppenführer/-in vorwiesen. Besonders die „Frauenpower“ hatte sich dieser Aufgabe angenommen und ihre Einheiten geschickt durch die Einsatzübungen geführt. Besonders beim Sondertraining „Brand Schieberleitung“ zeigten sie nicht nur besondere Führungsqualitäten, sondern nahmen gleich mehrfach das „Einfangen der Flammen“ mit dem Hohlstrahlrohr im Angriff. Diese Maßnahme ist meist nur die letzte Alternative für bestimmte Einsätze. Sie muss von der Einsatzleitung gut überlegt sein und durch die Einsatzmannschaft muss gemeinsam unter besonderen taktischen Maßnahmen vorgegangen werden. Dies können nur geschulte Einsatzkräfte durchführen. Besonders die Funktionsweisen der Hohlstrahlrohrtechnik sind von größter Bedeutung. 

Bei allen Übungen zeigte sich, wie wichtig jede Ortsfeuerwehr sowie deren Aufgabe bei der Erkundung und der Einsatzleitung ist. Die Beratung durch Fachleute, etwa Chemiker, TUIS-Berater, etc. spielt für die Führungsmannschaften eine große Rolle, wobei hier die Atemschutz- und Einsatztrupps mit Spezialkleidung von größter Bedeutung sind. 

Die Ausbilder zeigten verschiedene Lösungswege auf und gaben viele praktische Tipps, die von den Teilnehmern/-innen „richtig aufgesaugt“ wurden.

Einige Empfehlungen wie schon 2018 standen auch heuer wieder auf der Liste: Erkundungs-Checkliste / Angriffstrupp – Atemschutz bei der Anfahrt schon mit Form 2 ausrüsten / Umgang mit Erst- Nachschlagewerken, z.B. MET-Berechnungsmodell (Wetter) / Dekonplatz-Funktionswesten für Sauber-/Schmutzigmann / Einsatz-Gummistiefel für Einsatztrupps im direkten Gefahrenbereich sowie im Dekonplatz / Veterinärhandschuhe (lang bis Oberarm) für Form 1 und 2 für die Einsatztrupps und für das Dekonpersonal (Schmutzigmann) / Kunststoff- und Holzkeile, PH-Teststreifen, Öl-Teststreifen, Abdichtpasten, etc. wären aus Sicht der Ausbilder von hoher Wichtigkeit / Hohlstrahlrohr-Training / An- und Auskleiden von Verletzten, Form 1 und Form 2 / Aufbau- und Abbau eines Notdekonplatzes/Dekon-Platzes 2.

Nach den sechs harten Übungs-Einsatzlagen und dem Spezialtraining ließen es sich die Teilnehmer/-innen nicht nehmen, noch einen kurzen Rundgang durch die neue Feuerwache der Werkfeuerwehr Gendorf zu machen.

Mit vielen Eindrücken reisten sie nach gut 13 Stunden zu ihren Heimatstandorten zurück. Jetzt liegt es an ihnen, die Erfahrungen und Anregungen dort weiterzugeben, damit möglichst viele Feuerwehrkameraden/-innen ein breites Fachwissen bekommen. Vielleicht können auch in kleinen Schritten die Empfehlungen der Ausbilder in den einzelnen Feuerwehren umgesetzt werden. Dadurch sind wir für jeden Einsatz bestens aufgestellt.

10Apr/19

Zweiter Lehrgang „Träger von Chemikalienschutzanzügen“ im Jahr 2019

Am 5. und 6. April 2019 fand am Feuerwehrhaus Heufeld der zweite Lehrgang „Träger von Chemikalienschutzanzügen“ dieses Jahres im Landkreis Rosenheim statt. Sieben Teilnehmer, fünf davon aus Heufeld und zwei von der Nachbarfeuerwehr Bruckmühl, stellten sich der Herausforderung „CSA“.

Nach freundlichen Grußworten von Kreisbrandmeister Christian Hof und Kommandant Florian Reichmann vermittelten Lehrgangsleiter Philipp Schartner (Feuerwehr Feldkirchen-Westerham) und Ausbilder Florian Wolf (Feuerwehr Vogtareuth) am ersten Tag fundiertes Grundwissen über Einsatzgrundsätze unter CSA, verschiedene Arten von Schutzkleidung sowie die Kennzeichnung von Gefahrgut. Anschließend wurden die Teilnehmer aufgefordert, ihre Vorstellung eines perfekten Dekonplatzes auf Papier zu bringen und diese Ergebnisse mit der Musterlösung verglichen.

Der zweite Ausbildungstag begann für die sieben Teilnehmer bereits um 7.45 Uhr mit der Bereitstellung der Ausrüstung. Nach angeleitetem An- und Ausziehen der Chemikalienschutzanzüge lernten die Teilnehmer in kleinen Geschicklichkeitsübungen unter CSA, die Tücken der unhandlichen Anzüge und Verständigungsprobleme zu beherrschen. Nach einer kurzen theoretischen Lerneinheit über Chemikalienschutzanzüge der Form II brachten die Ausbilder die Lehrgangsteilnehmer bei den Belastungs­übungen dann richtig ins Schwitzen.

Nach dem wohlverdienten Mittagessen mussten alle Teilnehmer bei zwei Einsatzübungen ihre Tauglichkeit zum CSA-Träger unter Beweis stellen. Besonderheit dieses Lehrgangs war der bestens ausgestattete Dekonplatz Stufe II der Feuerwehr Heufeld – ein im Landkreis bislang einmaliges Dekon-Konzept. Die Führungswesten für den Dekonplatz „Schmutzig- und Saubermann“ überzeugten im laufenden Betrieb.

Für dieses Westensystem wünschte sich Christian Hof, dass es künftig auch bei den anderen Landkreisfeuerwehren zum Standard gehört. Bei den Übungsszenarien mussten Menschenrettung, Erkundung, Auffangen von austretendem Gefahrgut, Abdichten von Behältnissen und das richtige Vorgehen bei CSA-Notfällen abgearbeitet werden. Am Ende des Lehrgangs konnten die Ausbilder allen Teilnehmern mit Freude und in Anerkennung ihrer Leistungen das Zeugnis überreichen.

27Mrz/19

Erfolgreicher Chemikalienschutzanzug-Lehrgang in Wasserburg

Am 8. und 9. März 2019 fand der erste Chemikalienschutzanzug (CSA)-Lehrgang des Jahres im Landkreis Rosenheim bei der Feuerwehr Wasserburg am Inn statt. Er wurde von insgesamt sechs Teilnehmern – je drei aus Bad Aibling und Wasserburg – absolviert.

Am ersten Abend vermittelten Lehrgangsleiter Martin Edl (Feuerwehr Wasserburg) sowie Christian Hof (Kreisbrandmeister Gefahrgut) das theoretische Grundwissen eines Einsatzes unter CSA und welche Arten von Schutzanzügen es für einen Chemieunfall gibt. Ebenfalls enthalten waren Notsituationen, Rettungsgeräte und die Kennzeichnung von Gefahrgut. Zum Schluss durften die Teilnehmer noch ihre Version eines Dekonplatzes auf Papier bringen, welches dann im Anschluss noch kurz gemeinsam besprochen wurde.

Am zweiten Ausbildungstag unterstützte Ausbilder Florian Wolf (Feuerwehr Vogtareuth) zusätzlich den Lehrgang. Tag begann für die Ausbilder und Teilnehmer bereits um 7.30 Uhr mit dem Bereitstellen der benötigten Ausrüstung. Anschließend wurde das richtige An- und Auskleiden eines CSA-Trägers vorgeführt, was im Anschluss jedes Team selbst durchführen musste. Einmal im Anzug, ging es für die Teilnehmer gleich zu den ersten kleinen Übungen, welche das Funken, Ablesen und Übermitteln des Flaschendruckes, Leitersteigen sowie das Anlegen eines Knoten unter CSA beinhalteten. Nach einer kleinen Frühstückspause standen auch schon die ersten Belastungsübungen wie Joggen zum Inndamm, Kniebeugen, Kuppeln von Saugschläuchen, usw. an.

Bestens gestärkt ging es nach dem Mittagessen auf das Betriebsgelände des städtischen Bauhofes, wo die Teilnehmer insgesamt drei Einsatzszenarien sowie den Aufbau des Dekonplatzes abzuarbeiten
hatten. Die Feuerwehr Wasserburg bildet gemeinsam mit der Feuerwehr Attel-Reitmehring den Gefahrgutzug für den KBI-Bereich 2. Eigens hierfür beschaffte sich die Feuerwehr Wasserburg einen kleinen 750kg-Anhänger, der dann von zwei Kameraden umgebaut und eingeräumt wurde, um das gesamte Material für den Dekonplatz im Ernstfall mitzuführen.

In den Übungsszenarien ging es um das Abdichten von Behältern, die Rettung von verletzten Personen, das Retten eines verunglückten Kameraden und die richtige Herangehensweise bei solchen Einsätzen. Nach einem langen Tag und erfolgreicher Beendigung aller Szenarien nahmen die Teilnehmer stolz und verdient ihre Zeugnisse entgegen.

In den vergangenen Wochen wurden zudem auch alle vier Gefahrgut-Einheiten des Landkreises mit einer einheitlichen Zugführerweste für die jeweilige Einheit ausgestattet.

18Dez/18

Umfangreiches Testprogramm im Schienenbereich

Seit gut vier Jahren suchen die Bahnausbilder für die Feuerwehren geeignete Hilfsmöglichkeiten aller Art für mögliche Bahnunfälle beziehungsweise Unregelmäßigkeiten im Schienenverkehr. Verschiedene Hilfskonzepte und Einsatztaktiken wurden aufgestellt und erprobt. Aus den vielen Erfahrungen der Notfallmanager und der Feuerwehren hat sich der Bereich „Evakuierung Zug“ als Thema herauskristallisiert, das immer wieder zu Problemen führt. Für eine Evakuierung gibt es viele Erfahrungswerte und sie wird auch nur im äußersten Fall angewandt.

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11Dez/18

Chemiker-Kreis jetzt komplett

Vor gut dreieinhalb Jahren konnten wir gemeinsam das neue Gefahrgutkonzept mit seinen neun Fachgruppen aufstellen. Rückblickend hat sich dieses System sehr gut bewährt. Im Fachbereich „Chemiker“ war zuletzt ein KBI-Bereich noch nicht mit Chemikern bzw. Gefahrgutexperten besetzt. Aus Altersgründen wird uns in absehbarer Zeit auch ein Chemiker leider verlassen und sein Nachfolger wird diesen Bereich übernehmen. Continue reading