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29Jan/18

Grundlehrgang “Schienenverkehr im Landkreis Rosenheim”

Der Landkreis Rosenheim ist nicht nur beim Straßenverkehr, sondern besonders beim Schienenverkehr ein besonderes Drehkreuz in Bayern beziehungsweise in der Bundesrepublik Deutschland. Die Bedeutung ist jedermann bewusst und das Thema „Brenner-Basistunnel-Zulaufstrecke“ wird dies in den nächsten Jahren noch besonders hervorheben. Eine weitere Besonderheit ist der DB-Bahnverkehr und deren ca. 400 Unter- bzw. Privatgesellschaften und die vielen Privatbahn-Betreiber und Firmen- Gleisanschlüsse im Einsatzgebiet.

Bei einem Grundlehrgang „Hilfeleistung Deutsche Bahn AG und Privatbahnen im Landkreis Rosenheim“ konnten im Feuerwehrgerätehaus Bad Endorf von den Landkreisausbildern „Schienenverkehr“ (Notfallmanager Alois Kölnberger, Wolfgang Fischer, Betriebsleiter Stefan Sachmann, KBM Gefahrgut Schienenverkehr Christian Hof) die Grundlagen und die vielen Besonderheiten aufgezeigt werden.

Im Landkreis Rosenheim gibt es in jedem KBI-Bereich eine Feuerwehr („Bahnfeuerwehr“), die sich mehr mit dem Thema Schienenverkehr beschäftigt. Diese wurden mit besonderen Geräten ausgestattet, z.B. Bahnrettungsplattformen, Euro-Paletten, DB-Aufzugschlüssel, Zu- und Wegekarten, Informationsordner, Bahnerdung usw. Die jeweilige Bahneinheit kommt bei einem Einsatz mit zwei Einsatzfahrzeugen (Rüstwagen, LKW-Versorger mit Bahnrettungsplattformen) zur Unterstützung der Ortsfeuerwehr.

Zwei Feuerwehren (FF Kolbermoor, FF Bad Endorf) übernehmen zusätzlich das Thema „Bahnerdung“. Dafür müssen sie ständig verschiedene Schulungen durch laufen.

Alle zwei Jahre muss das Thema „Bahnerdung“ von der DB AG geschult und die praktische Prüfung abgenommen werden. Jedes Jahr bietet das Notfallmanagement bzw. NFM Kölnberger zusätzlich zwei praktische Abende im Bahnhof Rosenheim zum Bahnerden unter „Aufsicht vom Notfallmanager“ an. Zudem haben sich die beiden Feuerwehren an ihren Gerätehäusern als kleine Übungsmöglichkeit, gesponsert von der DB AG, eine „Oberleitung“ installiert, um das Ein- und Aushängen zu trainieren.

Beim Grundlehrgang konnten die Teilnehmer diese Geräte, Fahrzeuge sowie Übungsanlage “Oberleitung” vor Ort besichtigen. Damit das theoretische Grundwissen mehr in die Praxis beziehungsweise in die Routine übergeht, wurde ein kleines Planspiel „Bahnunfall“ angeboten. Hierfür stehen derzeit vier eigens gebaute Übungsmodelle zur Verfügung, damit auf die jeweiligen Besonderheiten des Landkreises Rosenheim besser eingegangen werden kann. Bei diesem Lehrgang war z.B. die Planspielplatte „Lärmschutzwände-Bahnstörungen” in diesen möglichen Einsatz-Abschnitten sehr gefragt.

Bei dem Dialog-Vortrag konnten die Teilnehmer Fragen stellen und nach dem Vortrag bei den Gesprächsrunden vertiefen. Es zeigte sich bei diesen einzelnen Gesprächen, dass viele Wünsche nach verschiedenen Ausbildungen und Besichtigungen bestehen. Leider wussten einige Teilnehmer nicht, welches Lehrgangs- und Besichtigungsangebot etc. jährlich vom Ausbilderteam „Schienenverkehr“ angeboten werden.

Deshalb wird hiermit noch einmal auf das Lehrgangsportal des Kreisfeuerwehrverbandes Rosenheim hingewiesen.

Die nächsten einmaligen Termine 2018 sind z.B. Besichtigung der BOB-Bahn mit der Einweisung auf die Besonderheiten und Eindringmöglichkeiten der Triebzüge “Talent und Integral“ im April (21.04.2018) in Lenggries sowie im September (an drei Tagen je zwei Schulungstermine am Nachmittag oder Abend, 18. bis 20.09.2018) am einzigartigen Kessel-Übungszug (3 Wagen) der DB AG.

Wir bitten um rechtzeitige Anmeldung im Lehrgangsportal.

Neben den oben genannten Hauptausbildern „Schienenverkehr“ stehen viele weitere Fachleute der verschiedenen Verkehrsunternehmen zu Verfügung. Es sind dies die Südostbayernbahn, Meridian, BOB, usw. Ebenso Privatbahnbetreiber, z.B. Wendelsteinbahn, LEO-Bahn, Chiemseebahn sowie Firmen mit Gleisanschlüssen, z.B. Heinzel-Paper, Dettendorfer, usw.

Zu allen Fachpersonen besteht ein positiver persönlicher Kontakt. Jeder kennt jeden und wir fühlen uns als eine „kleine Familie“. Für Fragen, Wünsche und Anregungen stehen die Ausbilder „Schienenverkehr“ jederzeit zur Verfügung und bitten diese an KBM Gefahrgut/Schienenverkehr Christian Hof zu senden.

 

31Dez/17

Feststellung der körperlichen Eignung von Atemschutzgeräteträgern – Infoblatt 01

INFOBLATT 01 Stand 11/2017

Nach § 14 Unfallverhütungsvorschrift „Feuerwehren (DGUV Vorschrift 49, bisher GUV-V C53) dürfen für den Feuerwehrdienst nur körperlich geeignete Feuerwehrangehörige eingesetzt werden. Besondere Anforderungen an die körperliche Eignung werden insbesondere an Feuerwehrangehörige gestellt, die als Atemschutzgeräteträger Dienst tun. Die Durchführungsanweisung zu Paragraf 14 besagt, dass die körperliche Eignung der Atemschutzgeräteträger nach dem berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 26.3 „Atemschutzgeräte“ festzustellen und zu überwachen ist.

Infoblatt 01_2017-11_inklAnlagen

11Dez/17

Informationsaustausch „Feuerwehr-Notfallhilfe Meridian und BOB“

Zu einem Workshop der Bediensteten der Notfallhilfe „Meridian und BOB“ wurde FKBM Christian Hof vom Leiter der Notfallhilfe Meridian/BOB, Herr Ebert (z.B. Lehrlokführer und Simulator- Ausbilder, ÖBL Notfallmanagement, etc.), in die Betriebsräume nach Rosenheim eingeladen. 18 Mitarbeiter/-innen aus den verschiedenen Landkreisen beziehungsweise aus Südbayern nahmen an der Veranstaltung teil. In einem kurzen Vortrag wurden die besonderen Leistungen und Geräte der Landkreisfeuerwehren (Rosenheim) bei Bahneinsätzen sowie das neue Konzept (ABEK) aufgezeigt.

Ein weiterer Veranstaltungspunkt war dem Thema „Evakuierung“ gewidmet. Dabei konnten die verschiedenen Sicht- und Arbeitsweisen des Notfallmanagers, der Notfallhilfe und der Feuerwehr erörtert werden. Wertvolle Informationen und Tipps konnten gewonnen werden, die bei einem Einsatz in Zukunft umgesetzt werden können. Das gegenseitige Kennenlernen war für beide Fachbereiche sehr wichtig sowie für die Zukunft in den verschiedenen Bereichen, etwa bei Ausbildungs-Einsätzen. Für das kommende Jahr konnte ein besonderer einmaliger Termin (Einweisung in den Dieselzug Integral und den Dieselzug Talent) in Lenggries vereinbart werden.

05Dez/17

Bahnausbilder und Notfallmanager bildeten sich weiter

Der Landkreis Rosenheim ist ein großes und wichtiges Drehkreuz im Bahnverkehr. Viele Bahnbetreiber nutzen dieses Streckennetz. In den letzten Jahren haben sich daher die Bahnausbilder, Notfallmanager und viele BOS-Organisationen des Landkreises Rosenheim bei den verschiedenen Bahnbetreibern fortgebildet.

Verschiedene Triebfahrzeuge (z.B. Integral und Talent) der Bayerischen Oberlandbahn bedienen unter anderem den Landkreis Miesbach. Vom Diesel-Triebzug „Integral“ fahren derzeit knapp, 20 Stück und vom neueren Diesel-Triebzug „Talent“ rund 300 Fahrzeuge auf den verschiedenen Streckennetzen. Durch die neue Alarmierungsbekanntmachung (ABEK) können im Einzelfall Hilfskräfte aus dem Landkreis Rosenheim vom Landkreis Miesbach zur Unterstützung bei Notfällen angefordert werden.

Die oben genannten Triebfahrzeuge fahren gelegentlich auch im Landkreis Rosenheim. Deshalb wollten sich die Bahnausbilder und Notfallmanager im Betriebswerk der BOB in Lenggries weiter bilden. Der zuständige Werkstattleiter führte die Experten durch die Wartungshallen und gab Einblicke in die Besonderheiten der zwei verschiedenen Triebfahrzeuge. Diese wertvollen und interessanten Hinweise möchte das Ausbilderteam nicht nur bei den Bahnschulungen weitergeben, sondern eine gesonderte Halb-Tagesausbildung vor Ort anbieten.

Im Frühjahr 2018 wird deshalb ein Fortbildungstag für die Landkreisfeuerwehren sowie für die verschiedenen BOS- Organisationen des Landkreises Rosenheim angeboten.

19Nov/17

Neue CSA-Träger im Inntal

Auch im Oktober 2017 konnten sich wieder neue CSA-Anwärter an einem Theorieabend sowie einem fordernden Praxistag unter den wachsamen Augen der Ausbilder beweisen. Neun Teilnehmer der Feuerwehren aus Kiefersfelden, Degerndorf und Oberaudorf erlernten am Theorieabend die Grundlagen eines Gefahrguteinsatzes sowie die Kennzeichen gefährlicher Güter.

Das theoretische Verhalten in Gefahren- beziehungsweise Notsituationen und die damit einhergehenden Rettungsmöglichkeiten waren mitunter zentrale Themen. Nachdem die Teilnehmer die verschiedenen Variationen von Chemikalienschutzanzügen kennengelernt hatten, durften sie gleich am nächsten Tag selbst in einen solchen steigen.

Die diversen Gewöhnungs- und Belastungsübungen wurden mit Bravour gemeistert. Unter dem Aspekt Sicherheit wurde vor allem das richtige Verhalten im sogenannten Dekonbereich eingeübt. Um auch in Notfallsituationen adäquat handeln zu können, wurden solche in die Übungen integriert. Das erlangte Wissen konnte zuletzt in zwei Einsatzübungen unter Beweis gestellt werden. Nach Abschluss der gemeinsamen Aufräumarbeiten durften am Ende des Lehrgangs alle ein Zeugnis entgegennehmen.

 

03Nov/17

Ein Trainingstag der besonderen Art

Zum fünften Mal in Folge gelang es Kreisbrandmeister Christian Hof, einen speziellen Trainingstag an der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried für die Landkreisfeuerwehren zu bekommen. In diesem Jahr lag der Schwerpunkt auf den Bereichen Gefahrgut und Bahnbetrieb. Acht Feuerwehren konnten mit sieben Einsatzfahrzeugen (ELW, LF, TLF, 2x RW, 2x Versorger, HLF) und 24 Teilnehmern zu diesem Trainingstag fahren. Zuvor wurden an einem Vorbereitungsabend bei der Feuerwehr Bernau die gesamten Feuerwehren zu einem einheitlichen gemeinsamen Übungszug zusammengestellt und kurz ausgebildet. Dabei standen das gegenseitige persönliche Kennenlernen, Kameradschaft, Fahrzeugkunde, Einsatztaktik sowie das einheitliche Auftreten am Übungstag im Mittelpunkt.

Der sehr straffe Ausbildungsplan umfasste acht verschiedene Einsatzübungen. Dabei wurden auch die neuen Begriffe der ABEK (Alarmierungsbekanntmachung der ILS Rosenheim) verwendet die seit Tagen in der Praxis verwendet werden. Die Feuerwehrschule Geretsried vergab für diese Aufgaben unterschiedliche digitale Funkgruppen an die Feuerwehreinheiten.

 

Einsatzlagen (Alarmfax) waren zum Beispiel:

Schlagwort: T2910 THL 3- VU- 1 oder 2 PKW, Person eingeklemmt

Lage: Unterfahrener Güterzug – PKW gegen Güterzug – 1x Person eingeklemmt auf Motorhaube – 3 Insassen im PKW verletzt

 

Schlagwort: A1817 ABC THL BIO/Chemie- Gefahrstoff- Gefahrstoff THL VU Chemie Zug

Lage: PKW gegen Kesselwagen der DB AG (Natriumlauge) – 1x Person eingeklemmt – Austritt Produkt – 1x Person BWL in Lokomotive

 

Schlagwort: A1214 – ABC 2 – Gefahrstoff/Gasaustritt im Freien

Lage: Gasaustritt aus Erdgasleitung

 

Schlagwort: Vorführung inklusive Einsatzübung klein

Lage: Austritt Erdgas im Gebäude – Funke – Gasexplosion

 

Schlagwort: A1310 – ABC 3 – Gefahrstoff/Austritt große Menge

Lage: Austritt – Produkt aus Heizölkesselwagen auf Industriegebiet

 

Schlagwort: T3613 – THL VU Flugzeug 2 – Luft-/Kleinflugzeug

Lage: Abgestürzter brennender Militärhubschrauber am Boden (2 Personen vermisst) – Kleinflugzeug (Cessna) im Baum (2 Pers. eingeklemmt)

 

Schlagwort: B1315 – Brand Gewerbe/Industrie – Lagerhalle

Lage: 2 Personen, davon eine Person am Dachfenster, Brand im 2. OG, Bahngleis neben Lagerhalle und Lagerbereich mit Gefahrgut

Schlagwort/Lage: 1x bewusstlose Person im Arbeitsbereich (Lager) mit radioaktiven Stoffen

 

Bei allen Übungen wurde der Schwerpunkt der Trainingsleiter auf das Abarbeiten der „Gefahrenmatrix“, der „GAMS“-Regel und dem „Regelkreis“ gelegt sowie deren Reihenfolge. Dabei standen die Menschenrettung mit einfachen Mitteln und der Eigenschutz der Einsatzkräfte im Vordergrund. Das richtige Zusammenarbeiten mit der Leitstelle (kurze, klare Lagemeldungen) sowie mit dem Rettungsdienst (z.B. Nachforderung von Rettungswägen – pro Person ein RTW mit grobem Verletzungsbild) sind von größter Bedeutung für die professionelle Abarbeitung eines Einsatzes. Die Grenzen beziehungsweise die Zuständigkeiten der Feuerwehr für Maßnahmen wurden den Führungs- und Mannschaftskräften in vielen Übungen aufgezeigt. Jeder Teilnehmer konnte alle Führungsaufgaben sowie Mannschaftsaufgaben bei diesen Übungen in Bezug auf die eigenen Bedürfnisse durchlaufen und viele Erkenntnisse gewinnen, die in den künftigen Ausbildungen vor Ort in den heimischen Feuerwehren verbreiten und umsetzen werden können.

Im Abschlussgespräch waren alle Teilnehmer sowie Ausbilder mit den erbrachten Leistungen sehr zufrieden. Wieder einmal zeigte der Landkreis Rosenheim, dass es möglich ist, mit den unterschiedlichsten Feuerwehren sowie Teilnehmerkreisen eine harmonische, kameradschaftliche, eingeschworene Gemeinschaft aufzubauen und entsprechend aufzutreten. Dies beeindruckte die Trainingsausbilder total, das sie es in dieser perfekten Form nicht kannten. Das „Wir-Gefühl“ ist und war auch an diesen Tag mehr als beeindruckend. Achteinhalb Stunden gaben diese Feuerwehreinheiten ihr bestes. Jeder war für den anderen da bis zur vollständigen Erschöpfung. Ein „nicht gehen“ oder „aufgeben“ gab es zu keiner Zeit. Es stellte sich auch wieder einmal heraus, dass es bei einem ABC- Schlagwort (ABC 2 und ABC 3) sinnvoll ist, wenn die erste anrückende Feuerwehreinheit (HLF oder LF) ihren Atemschutztrupp auf Anfahrt mit einem Schutzanzug (Form 2-Einwegschutzanzug) ausrüsten lässt.

Ein Funkkonzept für solche Einsatzlagen nach der Erstphase ist ebenfalls von großer Bedeutung. Die Verwendung von EX-Funkgeräten wäre ebenso sinnvoll wie in der Erstphase mit einfachen Mitteln die Gefahr zu stoppen, bis weitere Sonderfahrzeuge beziehungsweise Sondereinheiten und Fachpersonen eintreffen. Eine Erkundungsliste sowie eine Checkliste für Feuerwehren mit Messtechnik sollte mehr Anwendung finden. Mit diesen Kenntnissen ging ein gut 14-stündiger Ausbildungstag zu Ende. Wegen dem großen Interesse versuchen wir auch für 2018 einen Trainingstag an der Feuerwehrschule Geretsried zu bekommen. Auf Wunsch werden wir versuchen, den Schwerpunkt 2018/19 auf Gas-Einsatzlagen, Brandbekämpfung (Anwendung neue „Ampel- Regelung“), neue Antriebstechniken und Gefahrgut zu legen. Auch ein gemeinsamer Trainingstag mit den Fachbereichen Atemschutz und Gefahrgut/Schienenverkehr ist angedacht.

30Okt/17

Geräte zur Bahnerdung übergeben

Kurz vor der Umstellung auf die neue Alarmierungsbekanntmachung (ABEK) konnte die Deutsche Bahn, vertreten durch den Notfallmanager Alois Kölnberger, nun Gerätschaften zur Bahnerdung an die Feuerwehren aus Bad Endorf und Kolbermoor übergeben. Zuvor wurden die schriftlichen Dokumente von den beteiligten Personen – Kreisbrandrat Richard Schrank, Herr Wudy (Kommandant FF Kolbermoor) und Herr Kögl (Kommandant FF Bad Endorf) – unterzeichnet und im Anschluss auch gleich eine Kurzeinweisung an den Geräten vorgenommen.

Ab sofort kann bei Bedarf eine „Notfall-Erdung“ durch diese beiden Feuerwehren durchgeführt oder der Notfallmanager der DB AG bei einer Erdung unterstützt werden. Am 30. Juni 2017 wurden die Feuerwehren mit dem Stichwort „Brand Zug“ in Kiefersfelden alarmiert. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gerätesätze „Bahnerdung“ bestellt, aber noch nicht ausgeliefert und deshalb wurden die berechtigten Bahnerdungs-Feuerwehren (Kolbermoor und Bad Endorf) noch nicht alarmiert. Ein Notfallmanager der DB AG war vor Ort und seine Bahnausrüstung wurde eingesetzt. Bei diesem Einsatz führte Kreisbrandrat Richard Schrank vor Ort als berechtigter „Bahnerder“ die erste Bahnerdung (im Landkreis Rosenheim) mit dem Notfallmanager der DB AG gemeinsam durch.

In diesem Jahr waren bis dato schon drei Bahneinsätze mit einer möglicherweise erforderlichen Bahnerdung im Landkreis zu bewältigen. Dies zeigt, wie wichtig dieses Aufgabengebiet „Bahnerdung“ ist und welche große Bedeutung es für den Einsatz hat. Bei einer Bahnerdung durch die Feuerwehr geht es „nur“ um den Fahrleitungsdraht (Oberleitung). Sonstige Erdungen wie beispielsweise an Bahnfahrzeugen, Speiseleitungen, etc. können von den Feuerwehren nicht durchgeführt werden. Eine Bahnerdung kann nur durchgeführt werden, wenn sich dies die jeweilige Fachperson zutraut. Ansonsten muss auf den jeweiligen Notfallmanager der DB AG gewartet werden. Diese Aufgabe ist sehr verantwortungsvoll und benötigt viel Übung. Hierfür wurden mittlerweile auch einige Möglichkeiten zur Verfügung gestellt, zum Beispiel eine Oberleitungsübungsanlage.

27Okt/17

Neue Alarmierung für die „Bahn-Feuerwehren“ im Landkreis Rosenheim

Bei jedem Bahneinsatz ist die jeweilige Ortsfeuerwehr zuständig und führt die Einsatzleitung durch. Der Bereich „Bahnbetriebe“ ist in der heutigen Zeit sehr umfangreich und erfordert ein zusätzliches Spezialwissen. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, haben Kreisbrandrat Richard Schrank und Fach-Kreisbrandmeister Christian Hof in enger Zusammenarbeit mit dem Notfallmanagement Rosenheim ein besonderes Ausbildungs- und Einsatzkonzept aufgestellt. Dabei wurden die Erfahrungen der vergangenen 18 Jahre im Bereich der Ausbildung und der verschiedenen Alltags- und Großschadenseinsätze mit den verschiedenen Bahnbetrieben ausgewertet.

Der Landkreis Rosenheim ist durch seine geografische Lage ein Landkreis mit vielen Besonderheiten, beispielsweise im Straßenverkehr, im Zugverkehr, usw. Wegen der verschiedenen Schnittpunkte und den Gefahren wurden in jedem Inspektionsbereich zusätzliche „Bahn-Feuerwehren“ und ein Kreisbrandmeister Gefahrgut mit der Sonderaufgabe „Bahnbetriebe“ ausgerüstet und aufgestellt.

 

Die Bahnfeuerwehren sind:

  • KBI Bereich 2 >> FF Attel-Reitmehring / FF Wasserburg
  • KBI Bereich 3 >> FF Bad Endorf
  • KBI Bereich 4 >> FF Degerndorf
  • KBI Bereich 5 >> FF Kolbermoor

 

Diese Feuerwehren werden bei bestimmten Einsatzstichwörtern (ABEK) automatisch alarmiert beziehungsweise können nachgefordert werden. Für den Bereich wurden die vorgegebenen knapp 30 Schlagwörter von den Kreisbrandräten der Stadt Rosenheim, des Landkreises Miesbach und des Landkreises Rosenheim mit ihren Fachexperten beplant und ein einheitliches Bahnkonzept aufgestellt. Jede Einheit fährt grundsätzlich mit einen Rüstwagen (RW) und einen Versorger (LKW mit Hebebühne) an. Diese bringen die vorgegebenen Einsatzgeräte für Bahneinsätze wie zum Beispiel Bahnrettungsplattformen (2 Stück), Schleifkorbtragen (2-5 Stück), Holzpaletten (4-8 Stück), Bahnschlüssel, Aufzug-Schlüssel DB, Informationsmappen oder Zu- und Wegekarten mit.

Bei den Sondereinsätzen „Oberleitung“ haben von den Feuerwehren aus Kolbermoor und Bad Endorf sowie einige der Mitglieder der Kreisbrandinspektion (gesamt ca. 30 Personen) die Möglichkeit, eine Bahnerdung („Notfall-Einsatz“) durchzuführen. Die beiden genannten Feuerwehren halten dafür jeweils einen Gerätesatz „Bahnerdung“ vor. Mit den Nachbarlandkreisen und Rosenheim ist ein einmalig durchdachtes System aufgestellt. Somit ist gewährleistet, dass zeitnah von jeder Einsatzstellen-Seite je eine Einheit „Bahnrettungsplattform“ sowie je eine Einheit „Bahnerdung“ zur Verfügung stehen. Dadurch ist ein „Hilfeleistungs-Netz Bahn“ über die Bahnstrecken im Landkreis gezogen und kann ohne Lücken schnell und schlagkräftig optimale Hilfe zur Verfügung stellen.

Wie wichtig dies ist, zeigten einige Einsätze 2017 vor der offiziellen Inbetriebnahme der neuen Alarmierung. Dies waren zum Beispiel die Einsatzmeldungen „Brand Güterzug mit Gefahrgut“, „Brand Personenzug“ (2x), „Brand Elektro-Lokomotive“, „Unwetter“ oder „Evakuierung eines Zuges“. Im Frühjahr legten einige Einsatzkräfte die Sonderschulung „Bahnerdung“ mit Erfolg ab. Kreisbrandrat Richard Schrank wirkte an dieser Schulung beziehungsweise am besonderen Aufgabenbereich mit. Dies ist für die Landkreisfeuerwehren von großer Bedeutung, da der Kreisbrandrat bei den meisten Einsätzen immer persönlich und schnell vor Ort ist.

Beim Brand der Elektrolokomotive im Bereich des Bahnhofs Kiefersfelden konnte er persönlich beim Eintreffen des Notfallmanagers der DB AG sofort eine Lagemeldung übermitteln. Bei der notwendigen Bahnerdung unterstützte er (erster Bahnerdungseinsatz im Landkreis Rosenheim nach der Ausbildung zum „Bahnerder“) den Notfallmanager und konnte sein fachliches Wissen und Können in der Praxis anwenden.

25Okt/17

Gefahrguteinheiten und Fachgruppen Gefahrgut gehen in Betrieb

Nach gut eineinhalb Jahren sind die neuen Gefahrguteinheiten und Fachexpertengruppen aufgestellt und ausgebildet. Im Durchschnitt übt jede Gefahrguteinheit mindestens viermal pro Jahr. In Zukunft sind Gemeinschaftsübungen mit den anderen Gefahrguteinheiten angedacht sowie pro Jahr eine Gemeinschaftsübung mit dem Gefahrgutzug und dem Strahlenschutzzug. Mit der neuen Alarmierungsbekanntmachung (ABEK) ab dem 9. Oktober 2017 werden bei verschiedenen Einsatzstichwörtern die Gefahrguteinheiten und/oder Fachexperten automatisch oder auch auf Nachforderung alarmiert.

Derzeit sind ca. 55 neue Schlagwörter im Fachbereich ABC vorgegeben, die von den Kreis- und Stadtbrandräten (Landkreis Miesbach, Stadt Rosenheim, Landkreis Rosenheim) mit ihren Kreisbrandmeistern für Gefahrgut geplant worden sind und somit ist ein einheitliches, praktisches, einfaches sowie abgestimmtes Alarmierungskonzept entstanden.

 

Pro Inspektionsbereich haben wir eine Gefahrguteinheit:

FF Attel-Reitmehring/FF Wasserburg (KBI-Bereich 2)

FF Prien/FF Bernau (KBI-Bereich 3)

FF Degerndorf/FF Oberaudorf/FF Kiefersfelden (KBI Bereich 4)

FF Bad Aibling/FF Heufeld (KBI-Bereich 5)

 

Diese Gefahrguteinheiten rücken beim Ernstfall mit den gleichen Fahrzeugen (z.B. ELW, LF, RW, usw.), den gleichen Geräten und Schutzkleidungen an. Somit können jederzeit von der Ortsfeuerwehr (Einsatzleitung) eine weitere Gefahrguteinheit oder Fachexperten angefordert werden. Der Gefahrgutbereich umfasst viele Sonderthemen wie beispielsweise Strahlenschutz, Bio, Kampfstoffe, Tierseuchen, ansteckungsgefährliche Krankheiten (Mensch), Gefahrgutmessungen, Dekontamination (drei verschiedene Stufen), etc. Um dieses Leistungsspektrum zu erfüllen, wurden von Kreisbrandmeister Gefahrgut/Bahnbetriebe, Christian Hof, Sondereinheiten und Fachexperten aufgestellt. Es muss dabei allen bewusst sein, dass sich in diesen Aufgabenbereich kein Fach-KBM, keine einzelnen Fachpersonen, usw. perfekt und überall auskennen können.

Nur gemeinsam mit den verschiedenen Facheinheiten und dem Fachwissen der verschiedenen Personenkreise und der einzelnen Feuerwehren kann diese verantwortungsvolle Aufgabe bewältigt werden. Die Kunst eines Fach-Kreisbrandmeisters besteht auch darin, die vorhandenen Ressourcen vor Ort sinnvoll zu nutzen und bei Bedarf richtig und schnell einzusetzen. Dafür wird auch in Zukunft eure Unterstützung wie in den letzten Jahrzehnten unbedingt benötigt.

Reichen diese Gefahrguteinheiten und Fachspezialisten nicht aus, können die Gefahrgutzüge der Städte Rosenheim, Kufstein, etc. jederzeit angefordert werden. Ein weiteres Angebot der Chemieindustrie sind die TUIS- Einheiten oder andere private Spezialeinheiten. Es wird eng mit diesen Einheiten zusammengearbeitet und sie können bei Bedarf zeitnah angefordert werden. In Zukunft wird noch viel Zeit und Training notwendig sein, um allen Anforderungen gerecht werden zu können. In bestimmten Bereichen soll nichts überstürzt werden und deshalb benötigen wir Zeit. Einer dieser Bereiche ist beispielsweise die „Dekonstufe 3“. Derzeit werden verschiedene Konzepte ausgearbeitet und mit allen BOS-Organisationen sowie Behörden Gespräche geführt, wie diese Aufgabe in kurzer Zeit einfach und praktisch nach dem Motto „Gemeinsam sind wir unschlagbar“ umgesetzt werden kann.

18Okt/17

Die Feuerwehrflughelfer des Landkreises Rosenheim

Ende der 1970er Jahre wurden in Bayern insgesamt 18 Standorte für Löschwasseraußenlastbehälter durch das Innenministerium ausgestattet. Für den Landkreis und die Stadt Rosenheim wurde der Standort bei der Feuerwehr Rosenheim gewählt. Durch deren hohes Einsatzaufkommen sah sich diese 2017 nicht mehr in der Lage, weiterhin die Löschwasseraußenlastbehälter zu betreiben.

Auf Initiative vom Kreisbrandrat Richard Schrank ging deshalb im Frühjahr 2017 die Bereitschaft, diese Außenlastbehälter weiter zu betreiben, auf die Feuerwehren des Landkreises Rosenheim über. Da bereits seit vielen Jahren auch Feuerwehren des Landkreises ausgebildete Flughelfer in ihren Reihen haben, konnte so ein reibungsloser Übergang dieses Aufgabenfeldes ermöglicht werden.

Die Ausbildung von Flughelfern erfolgt in der Staatl. Feuerwehrschule in Würzburg. Als Voraussetzung für jeden Feuerwehr Flughelfer ist der Lehrgang „Flughelfer Technik“ zu absolvieren. Darüber hinaus wird von den Führungskräften der Flughelfergruppe der Lehrgang „Flughelfer Führung“ gefordert. Die jährliche Fortbildung im „Winchen“ (Tätigkeiten an der Rettungswinde des Hubschraubers) findet im Bergwachtzentrum in Bad Tölz statt. Diese muss von jedem Flughelfer jährlich durchlaufen werden.

 

Zu den Aufgaben der Flughelfer zählen:

  • Start- und Landeplätze für Hubschrauber einrichten
  • Ankommende Hubschrauber einweisen
  • Lasten sicher und flugtauglich verzurren
  • Lasten am Hubschrauber Lasthaken ein-/abhängen
  • Wenn nötig, Löschwasserbehälter mittels Schlauchleitung füllen
  • Pflege und Wartung der Behälter und Schutzausrüstung
  • Bei Hochwasserlagen ggf. Sandsäcke flugtauglich verzurren
  • Personenrettung von Dächern bei Überflutungen

 

Im Landkreis Rosenheim besteht die Flughelfergruppe aktuell aus ca. 30 Personen, welche sich Mitgliedern aus folgenden Feuerwehren zusammensetzt:

  • FF Roßholzen
  • FF Grainbach
  • FF Törwang
  • FF Nußdorf
  • FF Degerndorf
  • FF Brannenburg
  • FF Großbrannenberg

 

Die Ausrüstung besteht aus:

  • Zwei Löschwasseraußenlastbehälter Semat 900 F
  • Ein Faltbehälter 7000 Liter
  • Persönlicher Schutzausrüstung für Flughelfer (Helm, Absturzsicherungsgurt, Wetterschutz)
  • Gesondert sind in den Feuerwehren zusätzlich diverse Transportboxen und das Waldbrandpaket stationiert

 

Leiter der Flughelfergruppe ist Kreisbrandinspektor Johann Huber, seine Stellvertreter sind Kreisbrandmeister Manfred Gierlinger und Kreisbrandmeister Martin Gruber. Die Flughelfergruppe konnte am 23. Juni 2017 ihr Können bereits unter Beweis stellen, da an diesem Tag ein Waldbrand am Heuberg die Einsatzkräfte in Atem hielt.