Category Archives: Fachbereiche

08Jun/18

Spezialtraining “HOKO-Transporte” bei der Berufsfeuerwehr München

Die Berufsfeuerwehr München hat für ganz seltene, besondere Transporte eine Infekt-Transporteinheit und das Krankenhaus München-Schwabing ist als HOKO- Behandlungszentrum eingeplant. „HOKO“ bedeutet „hoch kontagiös“ (Patient/-in mit Infekt der Risikogruppe 4, BioStoffV).

2014/15 war der Begriff „Ebola“ in aller Munde. Hier wurde zum ersten Mal eine Anfrage von den Verwaltungsbehörden sowie den Spezialeinheiten gestartet, wie eine mögliche Unterstützung im Ernstfall aussehen könnte. Wegen der damaligen „akuten“ möglichen Ereignisse (nicht nur Ebola, sondern auch andere Infektionen, beispielsweise aus dem Personenkreis Migranten oder dem Personenkreis „Rückkehrer von humanitären Einsätzen“, verdächtige Personen bei Grenzkontrollen, etc.) wurden durch Unwissenheit falsche Aussagen in den verschiedenen BOS-Personenkreisen getroffen und Gerüchte „aufgeheizt“, die wir mit dieser Veranstaltung beseitigen wollten, indem auf die realistische Praxis eingegangen wurde.

Zur damaligen Zeit hätte eine mögliche Unterstützung beziehungsweise Anforderung durch die HOKO-Transport-Einheit die Feuerwehr Rosenheim auch kurzzeitig für den Landkreis im Rahmen ihrer Möglichkeiten stattfinden können. 2014/2015 war Kreisbrandmeister Christian Hof (Gefahrgut/Schienenverkehr/Schifffahrt) selbst sehr stark in diesem Themenbereich eingebunden mit Theorie- und Praxis Schulungen in den Feuerwehren und den zuständigen Behörden. Dabei konnten viele interessante Punkte aufdeckt und bearbeitet werden. Mit den derzeitigen Gefahrguteinheiten im Landkreis Rosenheim können wir diesen seltenen aber doch möglichen Einsatzbereich seit ca. 2016 sehr gut eigenständig bewältigen.

Das Krankenhaus München-Schwabing hat eine Spezialabteilung für Patienten mit radioaktiven Unfällen sowie für Patienten, die der Infekt- beziehungsweise der Risikogruppe 4 angehören. Von diesen speziellen Krankenhäusern gibt es nur sehr wenige in der Bundesrepublik, weshalb sie einen großen Einzugsbereich haben. Das Schwabinger Krankenhaus hat etwa einen Einzugsbereich von der Grenze zu Thüringen bis ins nördliche Österreich (z.B. Klinken die Salzburg und Innsbruck).

Bei einem eventuell erforderlichen Transport, der durch den Landkreis Rosenheim führt, könnte es notwendig sein, das Personal der HOKO-Einheit im Rahmen eines Dekonplatzes der Stufe 2 zu unterstützen. Dieser wird beispielsweise benötigt, wenn das Personal ausgetauscht werden muss. Bei den Dekon-Maßnahmen bekommen die Feuerwehren von dieser „Spezialeinheit HOKO“ verschiedene Unterstützungen wie Bereitstellung von Spezialgeräten, -mitteln, und -wissen. Die Aufgabe der Feuerwehr besteht darin, den Dekonplatz bereit zu stellen und unter den Anweisungen der Desinfektoren zu arbeiten. Nach dem Personalwechsel wird sich diese Einheit weiter bewegen. Im Krankenhaus Schwabing wird der Patient schließlich von einem speziell geschulten Ärzte- und Schwestern-Team aufgenommen und in den speziellen Räumlichkeiten medizinisch versorgt.

Die Feuerwehren beziehungsweise als „Ortszuständige Feuerwehreinheit“ oder Gefahrgut-Einheit im Landkreis Rosenheim sind zur Unterstützung für den Dekonplatz gemäß FWDV 500 verantwortlich.

Diese HOKO-Einheit hat bis dato nur wenige Anforderungen gehabt und konnte ihre Transporte ohne „fremde Feuerwehrunterstützung“, also eigenständig durchführen.

Die derzeitige Wahrscheinlichkeit, Prognosen und Erfahrungen zeigen, dass wir als freiwillige Feuerwehr mit dieser Einsatzunterstützung wohl sehr selten in Berührung kommen werden.

Die Kreisbrandinspektion und der Landkreis Rosenheim haben trotz dieser Prognosen beschlossen, sich für dieses Thema vorzubereiten, da sich unsere regionale Lage mit allen bedeuteten großen Verkehrswegen eventuell innerhalb einer Transportroute befindet.

Diese Aufgaben sollen derzeit im Landkreis Rosenheim die bewährten Gefahrgut-Einheiten übernehmen und darauf geschult werden. Sind andere Landkreisfeuerwehren ebenfalls an dieser Aufgabe interessiert, kann Kreisbrandmeister Christian Hof mit seinen Fachspezialisten jederzeit auf Wunsch eine Sonderschulung vor Ort anbieten.

Die HOKO-Einheit besteht aus folgenden BOS-Organisationen:

  • 2x Streifenwagen Polizei                                          – Einsatzleitwagen (D-Dienst)
  • ELW- ZF                                                                    – Infekt- RTW (SK- RTW)
  • HLF                                                                           – RTW (Eigenschutz)
  • MTW                                                                         – MZF Dekon Assistent

 

Die Berufsfeuerwehr München hat mit ihren Speziallisten aus verschiedenen Bereichen ein Einsatzkonzept aufgestellt. Dieses wird mehrmals pro Jahr von der Berufsfeuerwehr München und dem Krankenhaus München-Schwabing beübt. Eine praktische Übung mit einer freiwilligen Feuerwehr hatte bis dato noch nicht stattgefunden.

Kräfte aus dem Landkreis Rosenheim waren daher die ersten, welche solch eine Einsatzsituation mit der BF München gemeinsam testen durften. Bayernweit sind wir also die ersten Feuerwehren, die einen „Meilenstein“ für die anderen Wehren in Bayern gesetzt haben. Wertvolle Detailinformationen konnten gewonnen werden und Verbesserungen können künftig umgesetzt werden.

Wegen der Besonderheit dieser Sonder-Übung nahmen verschiedene Speziallisten der BF München, Führungskräfte der BF München sowie Vertreter und Ärzte des Krankenhauses München-Schwabing an der Übung teil. Im Verlauf der Ausbildung konnte die einmalige Gelegenheit genutzt werden, die spezielle Infekt-Abteilung im Klinikum München-Schwabing zu besichtigen.

Aus den BOS-Organistationen des Landkreises Rosenheim nahmen zusätzlich zu unseren vier Gefahrgut-Einheiten auch noch weitere Speziallisten teil (Bundespolizei Rosenheim, Johanniter Wasserburg, BRK Rosenheim, LNA, ELRD, Malteser, Amublanz Rosenheim, THW Rosenheim, THW Bad Aibling, Gefahrgutpolizei, Kreisbrandinspektion, UG-ÖEL, Desinfektoren, Gef.-Ärzte- Team, Gef.-Chemiker, Gef.-Messeinheiten, Leitstelle Rosenheim (ILS), Gefahrgut-Polizei, usw.).

Leider konnte „nur ein kleines Team“ (47 Personen) an dieser Veranstaltung teilnehmen. Dieser Personenkreis mit dem neu erworbenen Wissen kann dieses nun jedoch flächendeckend im Landkreis Rosenheim an alle Blaulicht-Organisationen weiter vermitteln sowie bei möglichen Einsätzen unterstützen.

Für diese besondere Fortbildungsveranstaltung war eine lange Vorbereitungsphase erforderlich. Nur durch die vielen guten Kontakte von Kreisbrandmeister Christian Hof und seinen unermündlichen Einsatz, auf alle Gefahrguteinsätze mit seinen Gefahrgut-Team gut vorbereitet zu sein, war diese bayernweite erste Spezial-Ausbildung möglich.

Ein besonderer Dank geht an die Berufsfeuerwehr München, stellvertretend an Herrn Christoph Heine für die gut dreijährige Zusammenarbeit im Bereich Dekontamination und für die gute Vorbereitung dieser einmaligen Sonderschulung.

Ein weiterer Dank geht an Thomas Stacheder und Martin Rohter (ltd. Dekon- Assistenten der BF München), welche die Detailplanungen und Durchführungen vor Ort organisiert haben. Diese zwei Persönlichkeiten sowie viele weitere Fachspeziallisten (z.B. Florian Prassberger, ATF München- usw.) gehören auch im Landkreis Rosenheim zum besonderen Gefahrgut-Team.

 

28Mai/18

Datenschutzerklärung für die Feuerwehr-Homepage

Ab sofort ist die Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union in Kraft (Stichtag: 25. Mai 2018). Um auf dieses sensible Thema optimal vorbereitet zu sein, empfiehlt es sich dringend, auch die Homepage der eigenen Feuerwehr – sofern noch nicht vorhanden – zeitnah mit einer aktuellen Datenschutzerklärung zu versehen.

Hierfür ist glücklicherweise kein aufwändiges Einarbeiten in die gesetzlichen Grundlagen des Datenschutzes erforderlich. Im Internet finden sich mittlerweile mehrere Portale, mit deren Hilfe man eine auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmte Datenschutzerklärung erstellen kann. Ein kostenloses Beispiel ist https://datenschutz-generator.de/.

Weitergehende Informationen und Kontaktmöglichkeiten rund um den Schutz der persönlichen Daten finden sich im Übrigen auf der Homepage des Bayerischen Landesbeauftragten für den Datenschutz.

 

18Mai/18

Gemeinschaftsübung des Gefahrgutzuges Inntal

Die Feuerwehr Kiefersfelden bildet mit den Kameraden aus Oberaudorf und Degerndorf den Gefahrgutzug Inntal. Der Zug wird bei Schadensereignissen mit Chemikalien oder Gefahrgut alarmiert. Vor Ort soll dieser die örtliche Feuerwehr mit Spezialgerät und geschultem Personal unterstützen.

Um für den Ernstfall gerüstet zu sein fand, am 14. April 2018 eine gemeinsame Zug-Übung statt. „Austretende Flüssigkeit aus Gefahrgut-LKW“ lautete das Einsatzstichwort. Übungsort war die Spedition Dettendorfer in Flintsbach. Nach der ersten Lageerkundung wurde der Absperrbereich vom Einsatzleiter festgelegt. Die weitere Erkundung führte ein Atemschutztrupp unter Chemieschutzanzügen durch. Hier wurde dann festgestellt, dass mehrere Behälter mit verschiedenen Gefahrstoffen beschädigt wurden. Die Gefahrenkennzeichung wurde zur Auswertung an die Einsatzleitung übermittelt, die Abdichtung der Behälter wurde vorbereitet beziehungsweise mit dem Auffangen der Flüssigkeiten begonnen.

Parallel dazu wurde ein Dekontaminationsplatz und dreifacher Brandschutz (Löschwasser, Pulver, Schaum) aufgebaut. Nach kurzer Zeit konnten das Gefahrgut mit Hilfe einer Datenbank ermittelt und die Behälter gezielt mit den richtigen Mitteln abgedichtet werden. Nach etwa einer Dreiviertelstunde trat kein Gefahrstoff mehr aus, die ausgelaufene Flüssigkeit wurde mit Gefahrgutbindemittel gebunden und die Lage war unter Kontrolle.

Zum Schluss wurde von den Beobachtern der Kreisbrandinspektion eine Nachbesprechung zu der Übung abgehalten. Fachbereichsleiter Christian Hof bedankte sich bei den Einsatzkräften für die aufgebrachte Zeit und war von der Zusammenarbeit der drei Feuerwehren begeistert.

Abschließend möchten wir hier einen Dank an die Übungsvorbereiter, die Beobachter und nochmals an die Spedition Dettendorfer richten.

 

18Mai/18

CSA-Ausbildung feiert 40. Lehrgang

Seit 14 Jahren werden auf Landkreisebene engagierte Frauen und Männer auf die spezielle CSA-Ausrüstung geschult und erfahren Anwendungsmaßnahmen in realitätsnahen Einsatzübungen.

Anfang März startete jetzt der 40. CSA-Lehrgang mit acht Teilnehmern der Feuerwehren Redenfelden, Bad Aibling und Degerndorf. Die Absolventen zählen ab sofort zu den mittlerweile 330 CSA-Trägern im Landkreis Rosenheim.

In Theorie und Praxis wurden den Anwärtern das richtige Verhalten im Gefahrguteinsatz und der Umgang mit der zum Teil empfindlichen Ausrüstung erläutert und verinnerlicht. Insgesamt weist der Landkreis derzeit 14 CSA-Feuerwehren vor, welche sich nun über die Verstärkung in diesem Spezialgebiet freuen können.

Ein besonderer Dank geht an die Firma Raubling Papier GmbH, die ihr Firmengelände sowie das Feuerwehrgerätehaus für diesen Lehrgang wieder einmal zur Verfügung gestellt hat. Dieses besondere Gelände ist immer wieder eine geeignete Übungsstätte, da hier unter den realen Bedingungen geübt werden kann.

 

04Mai/18

Gemeinschaftsübung der Gefahrguteinheit Chiemsee-Simssee

Ein angenommener Chemikalienunfall bei der Firma Dekumed Kunststoff- und Maschinenvertrieb in Bernau am Chiemsee führte am Freitagabend, den 13. April 2018, zu einer Gemeinschaftsübung des Gefahrgutzuges der Freiwilligen Feuerwehren Prien sowie Bernau am Chiemsee. Das Unfallszenario stellte einen verunglückten Radlader dar, welcher Kunststoffausgangskomponenten, wie sie in der Firma für Dosieranlagen eingesetzt werden, geladen hatte. Es galt eine verletzte Person zu retten und die auslaufenden Gefahrstoffe zu identifizieren und zu sichern.

Hierbei wurde nach dem Prinzip „GAMS“ vorgegangen.

G – Gefahr erkennen: Ein erster Trupp erkundete unter schwerem Atemschutz die Unfallstelle und ermittelte das Gefahrgut. Es handelte sich um Thymol, eine ätzende und umweltgefährdende chemische Verbindung.

A – Absperren: Die Unfallstelle wurde weiträumig abgesperrt. Die Einsatzleitung ermittelte alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen im Umgang mit dem Gefahrgut.

M – Menschenrettung durchführen: Der Atemschutztrupp übernahm die Rettung der Person und verblieb bis auf weiteres in der Gefahrenzone, bis eine Dekontamination der Personen erfolgen konnte.

S – Spezialkräfte alarmieren: Der Gefahrgutzug der Freiwilligen Feuerwehren Prien sowie Bernau am Chiemsee wurde nachgefordert und errichtete eine örtliche Einsatzleitung, einen Dekontaminationsplatz und stellte mehrere CSA-Trupps (CSA = Chemieschutzanzug).

Der erste Trupp erkundete den beschädigten Behälter und ermittelte notwendige Maßnahmen zur Sicherung der auslaufenden Chemikalien. Der zweite Trupp dichtete einen betroffenen Gully ab. Der dritte Trupp versuchte den defekten IBC-Behälter zu dichten. Der Zugang zu dem Leck stellte sich jedoch als große Herausforderung dar, da es notwendig gewesen wäre, den Behälter zu verschieben. Der Versuch, den Radlader mit CSA-Anzug zu fahren, wurde aus Sicherheitsgründen abgebrochen.

Das Umpumpen des Gefahrguts stellte schließlich die einzige Lösung des Problems dar. Nach der dreistündigen Übung fand bei einer Brotzeit am Feuerwehrhaus in Bernau die Nachbesprechung statt. Das Ergebnis der Übung stellte alle Beteiligten sehr zufrieden. Wichtige einsatztaktische Erkenntnisse konnten für den hoffentlich nie eintretenden Ernstfall gewonnen werden.

 

29Apr/18

Spezialgerät “Ölsanimat” für die Feuerwehr Halfing

Im bayerischen Ölwehrkonzept gehört der Landkreis Rosenheim zu einem großen Ölwehr-Stützpunkt. Der Freistaat Bayern fördert verschiedene Ölwehr-Schutzstufen. Durch den Landkreis Rosenheim laufen zwei Ölpipelines (Deutsche Transalpine Ölleitung GmbH – TAL und OMV). Deshalb wurde der Standort „Landkreis Rosenheim“ gemäß der höchsten Schutzstufe ausgerüstet. Einige Spezialgeräte sind beim Technischen Hilfswerk Rosenheim, der Feuerwehr Halfing sowie bei den jeweiligen Objekten beziehungsweise Ortsfeuerwehren bereitgestellt. Dies sind beispielsweise Ölsperren für Seen und Flüsse, Ölschöpfgeräte, mobile Auffangbehälter, Separatoren, Bandskimmer, Mopmatik, Arbeitsboote oder Schlauchboote.

Die Feuerwehr Prien am Chiemsee hat von 1990 bis 2018 den Ölsanimat für den Landkreis Rosenheim betrieben. In den Anfangsjahren war dieses Spezialgerät einige Male im Einsatz und in den letzten Jahren kam dieses nicht nur bei den verschiedenen Hochwässern im Kreis Rosenheim, sondern auch in Nachbarlandkreisen zum Einsatz.

Dieses Spezialgerät hat mehrere Filterstufen, in denen das Öl vom Wasser getrennt werden kann. Es ist nicht für Kleinmengen von Öl, etwa Ölfilmen im Wasser, geeignet, sondern für größere Mengen an Öl auf einem Gewässer. Das Gerät kann nur ein „reines“ Öl-Wassergemisch filtern. Bei Verunreinigungen des Öl-Wassergemisches mit Ölbindemittel kann das Gerät nicht eingesetzt werden und das „Abtragen“ der Ölschicht ist eventuell mit einem Saugwagen noch möglich (je nach Verunreinigung mit Ölbinder) beziehungsweise eine aufwendige Handabschöpfung erforderlich.

Um die Feuerwehr Prien mit ihren vielen Einsätzen und Sonderaufgaben zu entlasten, haben das Landratsamt Rosenheim und Kreisbrandrat Richard Schrank den Ölsanimat Ende 2017 an die Feuerwehr Halfing übergeben. Mit der Einführung der neuen Alarmierungsbekanntmachung (ABEK) wurde dieses Spezialgerät schon der Halfinger Wehr zugeordnet. Bei einem möglichen Einsatz wären die Feuerwehren Prien und Halfing gemeinsam tätig geworden.

Vor wenigen Tagen konnten Vertreter der Feuerwehr Prien und Kreisbrandmeister Gefahrgut/Schienenverkehr Christian Hof nun die offizielle Übergabe mit praktischer Einweisung am Gerät vor Ort vornehmen. In einer ehemaligen Kiesgrube wurde gemeinsam das Spezialgerät erörtert und in kleinen Schritten aufgebaut. Es wurden die verschiedenen Aufbauarten für die verschiedenen Einsatzanforderungen vorgeführt.

Der Spruch „Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz“ bedeutet, das Gerät wieder einsatzklar zu machen sowie die Wartungsfristen im laufenden Jahr zu erfüllen und Übungen durchzuführen. Dabei konnten die fünf anwesenden Experten aufgrund ihrer praktischen Einsatzerfahrungen viele Tipps und Tricks geben. Die Feuerwehr Halfing nahm dieses Wissen dankbar auf.

 

24Apr/18

BOB-Sonderschulung für die Einsatzkräfte

Die Bahnausbilder (Kölnberger, Fischer und Kreisbrandmeister Hof) bieten jährlich nicht nur Bahn-Grundschulungen aller Art an, sondern auch die beliebten Spezialschulungen und Einsatzübungen. Mit der Einführung der neuen Alarmierungsbekanntmachung (ABEK) der Integrierten Leitstellen Bayerns im Herbst 2017 hat Christian Hof in den verschiedenen Bahn-Alarmschlagwörtern und Stichwörtern nach den verschiedenen Hilfskonzepten im Bahnbereich gesucht und die Hilfsmöglichkeiten überprüft.

Dabei wurde festgestellt, dass auch die Einsatzkräfte aus dem Landkreis Rosenheim (verschiedene BOS-Einheiten) jederzeit mit den Triebzügen der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) im Nachbarlandkreis Miesbach in der Erstalarmierung und/oder bei Nachforderungen in Berührung kommen können. Es handelt sich hier beispielsweise um die Einsatzbereiche von Bayrischzell über Miesbach bis nach Feldkirchen-Westerham. Diese Züge fahren im Ausnahmefall aber auch im Landkreis Rosenheim und sind somit auch von einer besonderen Bedeutung für die Einsatzkräfte.

Die BOB – bei uns im Landkreis Rosenheim besser bekannt unter der Marke „Meridian“ – hat auf Anfrage für eine Spezialschulung „Eindringmöglichkeiten in den Dieseltriebzügen Integral (VT 609) und Talent (VT 643)“ sofort ihre Unterstützung zugesagt. Der bekannte und bewährte Bahnausbilder Franz Ebert (ÖBL Notfallmanagement, Notfallmanager und Notfallhilfe, Lehrlokführer Simulator und ÖBB, etc.) hat mit seinem Team der BOB und Christian Ewald (Lokführer und Ausbildungslokführer, etc.) die letzten beiden Halbtagsschulungen abgehalten.

Heuer nahm ein großer Personenkreis von verschiedenen BOS-Organisationen aus dem Landkreis Rosenheim teil. Es waren dies: Landkreisfeuerwehren, THW Bad Aibling, Johanniter Wasserburg, Bergwacht, Wasserwacht, BRK, ORGL. Die Schulung begann mit einer kurzen theoretischen Einweisung rund um die Besonderheiten der beiden Dieseltriebfahrzeuge. Im Anschluss wurde das Betriebswerk der BOB mit Ihren Instandsetzungshallen, Wartungshallen, Zug-Waschstraßen, Zug- Tankstellen, Zug-Entsorgungsstellen sowie Betriebsräumen in Augenschein genommen.

Die BOB besitzt derzeit 17 Diesel-Triebzüge der Baureihe „Integral – VT 609“ und neun Diesel-Triebzüge der Baureihe „ Talent – VT 643“. Diese Züge können als Einzelzüge oder auch Mehrfachzüge eingesetzt werden. Dabei können rund 300 bis 1.000 Personen transportiert werden. Es muss nicht immer ein Personenzugunfall geschehen. Es reichen auch „kleine“ Betriebsstörungen an den Fahrzeugen, die für die BOS-Einheiten große Probleme bereiten können. Hier sei zum Beispiel der Stillstand eines Zuges erwähnt, der eventuell aufgrund von Betriebsstörungen durch Unwetter zum Stehen kommt oder die Heizung oder Klimaanlage, die je nach Jahreszeit ausfällt. Die Fahrgäste zu betreuen, zu versorgen und eventuell zu evakuieren stellt eine große Herausforderung dar.

Am Ausbildungstag betrug die Temperatur 31 Grad und die Teilnehmer konnten schnell feststellen, wie heiß es in den Spezialzügen wird, wenn die Klimaanlage nicht läuft. Sie waren in kürzester Zeit „schweißgebadet“. Ein solches Szenario erfordert von den Führungskräften ein großes Fingerspitzengefühl und für die Einsatzmannschaften eine Menge an Arbeit, wenn die Fahrgäste zu versorgen sind. Im Anschluss wurden die Züge in der Praxis vorgestellt und Ihre Sicherheitseinrichtungen für den Fahrgast sowie für die BOS-Organisationen nicht nur gezeigt, sondern auch praktisch vorgeführt. Dabei konnten die Teilnehmer diese Einrichtungen selbst testen.

Weitere Veranstaltungen für den Schienenverkehr sind 2018/2019 geplant. Vom 17. bis 19. September 2018 findet eine Gefahrgut-Sonderschulung mit Bahnkesselwagen statt. Weitere Veranstaltungen sind entsprechend im Ausbildungsportal der Homepage hinterlegt. 2019 werden wir von der Bayerischen Oberlandbahn GmbH wieder eine Einweisung auf einen der „Meridian“-FLIRT-Züge sowie eine Einsatzübung im Landkreis erhalten. Für die großzügige Unterstützung der BOB und ihrem Bahn-Ausbilderteam bedanken wir uns. Ein besonderer Dank geht an die beiden Ausbilder, Herrn Ebert und Herrn Ewald, die uns in ihrer Freizeit durch diesen interessanten Schulungstag geführt haben.

 

23Apr/18

Für Bahnunfälle bestens gerüstet

Seit vergangenem Herbst gibt es im Landkreis Rosenheim vier Feuerwehrstandorte, die eine Zusatzausbildung speziell für Bahnunfälle erhalten haben und über die dafür benötigte Ausrüstung verfügen. Bei Bahnunfällen ist wie auch bei jedem anderen Feuerwehreinsatz die Ortsfeuerwehr als Einsatzleitung zuständig. Die vier sogenannten Bahnfeuerwehren werden dann zusätzlich zur Unterstützung der Feuerwehren vor Ort entweder sofort von der Integrierten Leitstelle Rosenheim mitalarmiert oder können bei Bedarf nachgefordert werden.

Für den Altlandkreis Wasserburg übernehmen diese Aufgaben die beiden Feuerwehren der Stadt Wasserburg am Inn. Im Einsatzfall rücken somit der Rüstwagen der Feuerwehr Wasserburg und der Versorgungs-LKW der Feuerwehr Attel-Reitmehring mit den geforderten Einsatzgeräten wie Bahnrettungsplattformen, Schleifkorbtragen, Paletten, Bahnschlüssel, etc. zur Unfallstelle aus. Zu diesem Zweck fand kürzlich eine Gemeinschaftsübung der beiden Wehren statt. Simuliert wurde ein Zugunfall auf dem Bahngleis der ehemaligen Altstadtbahn an der Bahnunterführung der Bundesstraße 15. Im Vordergrund standen die Evakuierung der Fahrgäste beziehungsweise der Transport der Verletzten (dargestellt durch Mitglieder der beiden Jugendfeuerwehren). Der Unfallort des Zuges befand sich in nicht befahrbarem Gelände. Mit Hilfe der Bahnrettungsplattformen mussten das benötigte Material auf den Schienen zur Einsatzstelle sowie die gehunfähigen Personen zur Verletztensammelstelle transportiert werden.

Zusätzlich wurde von einer erhöhten Feldstraße aus über den Wassergraben neben dem Bahngleis ein zweiter Zugang zum Zug mittels Bohlen, Paletten und Leitern gebaut, um die gehfähigen Passagiere zu evakuieren. Während eines solchen Einsatzszenarios muss von den Feuerwehren eine Vielzahl an Aufgaben bewältigt werden: Die Betreuung der Fahrgäste beziehungsweise Einstufung der Verletzungen, der Aufbau der Verletztensammelstelle mit Übergabe an den Rettungsdienst, die Bereitstellung der Materialien und die Sicherstellung des Brandschutzes sind nur einige davon.

Da es nicht die erste Gemeinschaftsübung zum Thema Bahnunfall der beiden Wehren war, gab es bei der anschließenden Einsatzkritik auch keine Punkte oder Abläufe zu bemängeln. Vielmehr hatte man mit dieser Übung die Möglichkeit gefunden, mehrere kleine Dinge weiter zu optimieren, um in Zukunft bei derartigen Schadenslagen noch besser handeln zu können. Dass diese Zusatzaufgabe „Bahnfeuerwehr“ von den beiden Stadtfeuerwehren sehr ernst genommen wird, zeigte sich vor allem auch an der regen Übungsbeteiligung; beide Wehren waren mit insgesamt rund 60 Personen vor Ort.

 

19Apr/18

CSA-Träger spielten Minigolf

Jährlich müssen Chemikalienschutzgeräteträger verschiedene Pflichtaufgaben nach den Feuerwehr-Vorschriften und Dienstvorschriften ablegen. Dabei müssen sie vier Voraussetzungen erfüllen: Theorie- Schulung, Atemschutzübungsanlage, Einsatzübung mit Atemschutz, Übung unter den Chemikalienschutzanzügen (CSA). Wird eine Voraussetzung nicht erfüllt, darf und kann das jeweilige Feuerwehrmitglied so lange nicht mehr unter Atemschutz beziehungsweise CSA tätig sein, bis diese Vorgaben wieder erfüllt worden sind.

Vor wenigen Tagen konnten der neue 2. Kommandant der Feuerwehr Prien am Chiemsee, Samuel Witt, und sein Gefahrgutbeauftragter Maximilian Reh eine ganz besondere Übung organisieren. Witt ist auch als Landkreis-Ausbilder (KBI-Bereich 3) für den Fachbereich „Atemschutz“ tätig und kennt die vielen Herausforderungen sowie Probleme, welche die Spezialisten unter Atemschutz oder Chemikalienschutz bewältigen müssen.

Bislang wurden die CSA-Träger durch verschiedene Tätigkeiten an die körperlichen Grenzen gebracht sowie auch ihr handwerkliches Geschick ständig getestet. Dabei arbeiteten sie oft an Rohrleitungen, Flanschen, Containern, etc. und versuchten diese Übungsleckagen abzudichten.

Dabei spielt auch die Verständigung mit Sprechfunkgeräten eine große und wichtige Rolle. Bis dato konnte noch kein Hersteller von Sprechfunkgeräten gefunden werden, der optimale Lösungen für das Funken unter dem CSA einfach, praktisch und wirkungsvoll ermöglicht, denn die Geräteträger sind in diesen Anzügen von der Außenwelt abgeschnitten. Oft bleibt ihnen nur eine Verständigung per Handzeichen übrig.

Bei der diesjährigen CSA-Ausbildung ging die Feuerwehr Prien jetzt neue Wege. Sie lud alle CSA-Träger zum Golfspielen am Minigolfplatz ein. Die Familie Kaufmann (Inhaber des Minigolfplatzes) sponserte diese Übungsmöglichkeit. Zuerst belächelten einige CSA-Träger diese Übungsidee, mussten später aber zugeben, dass die Anforderungen sehr hoch waren.

Von der Außenwelt abgeschnitten zu sein, die schlechte Sicht unter den Spezialanzügen, natürliches Abendlicht ohne künstliche Beleuchtung, der kleine Spielball und dessen genaues Einführen, das Beschriften des Spielbogens und die Koordination der jeweiligen Spieler brachten alle an ihre Leistungsgrenzen.

Diese besondere Übung „CSA-Minigolf“ fand nicht nur bei den CSA- Trägern volle Begeisterung, sondern auch in der Medienwelt. Von der Chiemgau-Zeitung bis zu Antenne Bayern wurde über den Übungsabend berichtet.

 

08Apr/18

Abschluss eines CSA-Lehrgangs in Feldkirchen-Westerham

Durch die starken Meldezahlen im Landkreis Rosenheim werden dieses Jahr vier Grundlehrgänge für Chemikalienschutzanzug (CSA)-Träger angeboten, welche alle mit mehr als der Standardbesetzung von acht Teilnehmern durchgeführt wurden/werden. Beim jüngsten Lehrgang in Feldkirchen-Westerham nahmen sogar zwölf Feuerwehrmänner teil, was auch das Mitwirken von drei Ausbildern erforderte. Der Lehrgangsleiter Philipp Schartner (Feldkirchen-Westerham) konnte sich dabei über die Unterstützung durch CSA-Ausbilder Martin Edl (Wasserburg) und Fach-Kreisbrandmeister Christian Hof (Prien) freuen. Ein großer Dank gilt hier auch allen Helfern der Feuerwehr Feldkirchen-Westerham, die bei der Ausbildung mitgewirkt, die Einsatzübungen auf- und abgebaut, bei diesen mitgespielt, für die Verpflegung gesorgt sowie anderweitig unterstützt haben.

Am Theorieabend wurden Grundwissen über den Ablauf eines Gefahrguteinsatzes und die verschiedenen Arten von Schutzanzügen für solche Lagen besprochen. Auch geeignete Rettungsgeräte für Notfallsituationen und das Beschreiben von Gefahrgutkennzeichen waren darin enthalten.

Am darauffolgenden Tag gewöhnten sich die Teilnehmer mit verschiedenen praktischen Übungen an das Arbeiten im CSA. Nach kleineren Handhabungseinheiten, bei denen die Teilnehmer beispielsweise im CSA funkten und die Verständigung testeten, prüften die Ausbilder die körperliche Belastbarkeit der Träger, was bei dem wolkenlosen, strahlenden Sonnenschein einen Rundlauf auch über den Spielplatz der Mittelschule Feldkirchen beinhaltete. Anschließend wurde gemeinsam der Dekontaminationsplatz Stufe II eingerichtet und der Ablauf durchgesprochen.

Nachmittags arbeiteten die Träger zwei Einsatzlagen ab. Die erste Lage stellte einen Staplerunfall dar. Dabei wurde eine Mischgutpalette von einem IPC-Container gestoßen und eine Person verschüttet. Die Kanister der Mischgüter wurden teilweise beschädigt und somit die Person stark kontaminiert. Nach der Personenrettung und Stofferkundung mussten die Mischgüter separiert und aufgefangen werden. Bei beiden Lagen wurden die Teilnehmer, die im Gefahrenbereich eingesetzt waren, einer Grobdekontamination unterzogen.

In der zweiten Einsatzübung wurde ein Unfall beim Umfüllen von Gefahrgut aus einem Mehrkammer-Tankwagen in einen feststehenden Container dargestellt. Bei der Rettung des verunglückten LKW-Fahrers führte ein Zwischenfall zu einer Notsituation eines CSA-Trägers. Bei der anschließenden Sofortrettung des CSA-Trägers sowie des LKW-Fahrers wurden parallel zwei Not-Dekontaminationen mit Erfolg durchgeführt. Als „Tankwagen“ konnte das neu in Dienst gestellte Wechselladerfahrzeug (Feldkirchen-Westerham 36/1) mit AB-Wassertank genutzt werden.

Dieses neue Einsatzfahrzeug kann in Zukunft auch von der Integrierten Leitstelle Rosenheim (neue ABEK) alarmiert werden oder zusätzlich im Einzelfall von der Kreisbrandinspektion sowie von den Kreisfeuerwehren in Großschadenslagen auf Anforderung hinzugezogen werden. Zur Verfügung stehen folgende Abrollbehälter:

  • AB-Wasser – 10.000 Liter Wasser
  • AB-Logistik – diverse Rollcontainer mit Planenaufbau
  • AB-Elektro – 145 KVA-Stromaggregat (Einspeisung von Gebäudekomplexen, Altenheimen, Einspeisung bei z.B. den Triebfahrzeugen vom Meridian)
  • AB-Mulde – mit Alu-Bordwänden und Lastösen zum Verladen von Feldkirchen-Westerham 39/1 (Stapler) oder dem Sandsackfüllsystem sowie anderen geforderten Geräten
  • AB-Sandsack – Mulde mit mehreren Paletten bereits gefüllter Sandsäcke

Nach erfolgreicher Beendigung der Übungen bekamen die CSA-Träger ihre Zeugnisse vom Fach- Kreisbrandmeister Gefahrgut/Schienenverkehr Christian Hof überreicht. Zusammen wurden noch alle benötigten Übungsgerätschaften aufgeräumt und die ausgebildeten CSA-Träger konnten wieder zu ihren Stützpunkten mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen zurückkehren. Der „Grundstein“ ist gelegt, aber jetzt folgt die große Verantwortung der jährlichen Auflagen (z.B. jährliches praktisches CSA-Tragen sowie die Auflagen der Atemschutzgeräteträger-Theorie, Schulungen, praktische Übung in der Atemschutzübungsanlage).2018 bieten wir zusätzlich Trainingstage im Lehrgangsportal des Kreisfeuerwehrverbandes Rosenheim an. Dies sind z.B. TUIS-Trainingstag Infraserv, Gendorf, TUIS-Trainingstag Wacker, Burghausen, und im September Übungskesselwagenzug der Deutschen Bahn. Über zahlreiche Teilnahme freut sich das Ausbilderteam.