Category Archives: Fachbereiche

19Nov/17

Neue CSA-Träger im Inntal

Auch im Oktober 2017 konnten sich wieder neue CSA-Anwärter an einem Theorieabend sowie einem fordernden Praxistag unter den wachsamen Augen der Ausbilder beweisen. Neun Teilnehmer der Feuerwehren aus Kiefersfelden, Degerndorf und Oberaudorf erlernten am Theorieabend die Grundlagen eines Gefahrguteinsatzes sowie die Kennzeichen gefährlicher Güter.

Das theoretische Verhalten in Gefahren- beziehungsweise Notsituationen und die damit einhergehenden Rettungsmöglichkeiten waren mitunter zentrale Themen. Nachdem die Teilnehmer die verschiedenen Variationen von Chemikalienschutzanzügen kennengelernt hatten, durften sie gleich am nächsten Tag selbst in einen solchen steigen.

Die diversen Gewöhnungs- und Belastungsübungen wurden mit Bravour gemeistert. Unter dem Aspekt Sicherheit wurde vor allem das richtige Verhalten im sogenannten Dekonbereich eingeübt. Um auch in Notfallsituationen adäquat handeln zu können, wurden solche in die Übungen integriert. Das erlangte Wissen konnte zuletzt in zwei Einsatzübungen unter Beweis gestellt werden. Nach Abschluss der gemeinsamen Aufräumarbeiten durften am Ende des Lehrgangs alle ein Zeugnis entgegennehmen.

 

03Nov/17

Ein Trainingstag der besonderen Art

Zum fünften Mal in Folge gelang es Kreisbrandmeister Christian Hof, einen speziellen Trainingstag an der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried für die Landkreisfeuerwehren zu bekommen. In diesem Jahr lag der Schwerpunkt auf den Bereichen Gefahrgut und Bahnbetrieb. Acht Feuerwehren konnten mit sieben Einsatzfahrzeugen (ELW, LF, TLF, 2x RW, 2x Versorger, HLF) und 24 Teilnehmern zu diesem Trainingstag fahren. Zuvor wurden an einem Vorbereitungsabend bei der Feuerwehr Bernau die gesamten Feuerwehren zu einem einheitlichen gemeinsamen Übungszug zusammengestellt und kurz ausgebildet. Dabei standen das gegenseitige persönliche Kennenlernen, Kameradschaft, Fahrzeugkunde, Einsatztaktik sowie das einheitliche Auftreten am Übungstag im Mittelpunkt.

Der sehr straffe Ausbildungsplan umfasste acht verschiedene Einsatzübungen. Dabei wurden auch die neuen Begriffe der ABEK (Alarmierungsbekanntmachung der ILS Rosenheim) verwendet die seit Tagen in der Praxis verwendet werden. Die Feuerwehrschule Geretsried vergab für diese Aufgaben unterschiedliche digitale Funkgruppen an die Feuerwehreinheiten.

 

Einsatzlagen (Alarmfax) waren zum Beispiel:

Schlagwort: T2910 THL 3- VU- 1 oder 2 PKW, Person eingeklemmt

Lage: Unterfahrener Güterzug – PKW gegen Güterzug – 1x Person eingeklemmt auf Motorhaube – 3 Insassen im PKW verletzt

 

Schlagwort: A1817 ABC THL BIO/Chemie- Gefahrstoff- Gefahrstoff THL VU Chemie Zug

Lage: PKW gegen Kesselwagen der DB AG (Natriumlauge) – 1x Person eingeklemmt – Austritt Produkt – 1x Person BWL in Lokomotive

 

Schlagwort: A1214 – ABC 2 – Gefahrstoff/Gasaustritt im Freien

Lage: Gasaustritt aus Erdgasleitung

 

Schlagwort: Vorführung inklusive Einsatzübung klein

Lage: Austritt Erdgas im Gebäude – Funke – Gasexplosion

 

Schlagwort: A1310 – ABC 3 – Gefahrstoff/Austritt große Menge

Lage: Austritt – Produkt aus Heizölkesselwagen auf Industriegebiet

 

Schlagwort: T3613 – THL VU Flugzeug 2 – Luft-/Kleinflugzeug

Lage: Abgestürzter brennender Militärhubschrauber am Boden (2 Personen vermisst) – Kleinflugzeug (Cessna) im Baum (2 Pers. eingeklemmt)

 

Schlagwort: B1315 – Brand Gewerbe/Industrie – Lagerhalle

Lage: 2 Personen, davon eine Person am Dachfenster, Brand im 2. OG, Bahngleis neben Lagerhalle und Lagerbereich mit Gefahrgut

Schlagwort/Lage: 1x bewusstlose Person im Arbeitsbereich (Lager) mit radioaktiven Stoffen

 

Bei allen Übungen wurde der Schwerpunkt der Trainingsleiter auf das Abarbeiten der „Gefahrenmatrix“, der „GAMS“-Regel und dem „Regelkreis“ gelegt sowie deren Reihenfolge. Dabei standen die Menschenrettung mit einfachen Mitteln und der Eigenschutz der Einsatzkräfte im Vordergrund. Das richtige Zusammenarbeiten mit der Leitstelle (kurze, klare Lagemeldungen) sowie mit dem Rettungsdienst (z.B. Nachforderung von Rettungswägen – pro Person ein RTW mit grobem Verletzungsbild) sind von größter Bedeutung für die professionelle Abarbeitung eines Einsatzes. Die Grenzen beziehungsweise die Zuständigkeiten der Feuerwehr für Maßnahmen wurden den Führungs- und Mannschaftskräften in vielen Übungen aufgezeigt. Jeder Teilnehmer konnte alle Führungsaufgaben sowie Mannschaftsaufgaben bei diesen Übungen in Bezug auf die eigenen Bedürfnisse durchlaufen und viele Erkenntnisse gewinnen, die in den künftigen Ausbildungen vor Ort in den heimischen Feuerwehren verbreiten und umsetzen werden können.

Im Abschlussgespräch waren alle Teilnehmer sowie Ausbilder mit den erbrachten Leistungen sehr zufrieden. Wieder einmal zeigte der Landkreis Rosenheim, dass es möglich ist, mit den unterschiedlichsten Feuerwehren sowie Teilnehmerkreisen eine harmonische, kameradschaftliche, eingeschworene Gemeinschaft aufzubauen und entsprechend aufzutreten. Dies beeindruckte die Trainingsausbilder total, das sie es in dieser perfekten Form nicht kannten. Das „Wir-Gefühl“ ist und war auch an diesen Tag mehr als beeindruckend. Achteinhalb Stunden gaben diese Feuerwehreinheiten ihr bestes. Jeder war für den anderen da bis zur vollständigen Erschöpfung. Ein „nicht gehen“ oder „aufgeben“ gab es zu keiner Zeit. Es stellte sich auch wieder einmal heraus, dass es bei einem ABC- Schlagwort (ABC 2 und ABC 3) sinnvoll ist, wenn die erste anrückende Feuerwehreinheit (HLF oder LF) ihren Atemschutztrupp auf Anfahrt mit einem Schutzanzug (Form 2-Einwegschutzanzug) ausrüsten lässt.

Ein Funkkonzept für solche Einsatzlagen nach der Erstphase ist ebenfalls von großer Bedeutung. Die Verwendung von EX-Funkgeräten wäre ebenso sinnvoll wie in der Erstphase mit einfachen Mitteln die Gefahr zu stoppen, bis weitere Sonderfahrzeuge beziehungsweise Sondereinheiten und Fachpersonen eintreffen. Eine Erkundungsliste sowie eine Checkliste für Feuerwehren mit Messtechnik sollte mehr Anwendung finden. Mit diesen Kenntnissen ging ein gut 14-stündiger Ausbildungstag zu Ende. Wegen dem großen Interesse versuchen wir auch für 2018 einen Trainingstag an der Feuerwehrschule Geretsried zu bekommen. Auf Wunsch werden wir versuchen, den Schwerpunkt 2018/19 auf Gas-Einsatzlagen, Brandbekämpfung (Anwendung neue „Ampel- Regelung“), neue Antriebstechniken und Gefahrgut zu legen. Auch ein gemeinsamer Trainingstag mit den Fachbereichen Atemschutz und Gefahrgut/Schienenverkehr ist angedacht.

30Okt/17

Geräte zur Bahnerdung übergeben

Kurz vor der Umstellung auf die neue Alarmierungsbekanntmachung (ABEK) konnte die Deutsche Bahn, vertreten durch den Notfallmanager Alois Kölnberger, nun Gerätschaften zur Bahnerdung an die Feuerwehren aus Bad Endorf und Kolbermoor übergeben. Zuvor wurden die schriftlichen Dokumente von den beteiligten Personen – Kreisbrandrat Richard Schrank, Herr Wudy (Kommandant FF Kolbermoor) und Herr Kögl (Kommandant FF Bad Endorf) – unterzeichnet und im Anschluss auch gleich eine Kurzeinweisung an den Geräten vorgenommen.

Ab sofort kann bei Bedarf eine „Notfall-Erdung“ durch diese beiden Feuerwehren durchgeführt oder der Notfallmanager der DB AG bei einer Erdung unterstützt werden. Am 30. Juni 2017 wurden die Feuerwehren mit dem Stichwort „Brand Zug“ in Kiefersfelden alarmiert. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gerätesätze „Bahnerdung“ bestellt, aber noch nicht ausgeliefert und deshalb wurden die berechtigten Bahnerdungs-Feuerwehren (Kolbermoor und Bad Endorf) noch nicht alarmiert. Ein Notfallmanager der DB AG war vor Ort und seine Bahnausrüstung wurde eingesetzt. Bei diesem Einsatz führte Kreisbrandrat Richard Schrank vor Ort als berechtigter „Bahnerder“ die erste Bahnerdung (im Landkreis Rosenheim) mit dem Notfallmanager der DB AG gemeinsam durch.

In diesem Jahr waren bis dato schon drei Bahneinsätze mit einer möglicherweise erforderlichen Bahnerdung im Landkreis zu bewältigen. Dies zeigt, wie wichtig dieses Aufgabengebiet „Bahnerdung“ ist und welche große Bedeutung es für den Einsatz hat. Bei einer Bahnerdung durch die Feuerwehr geht es „nur“ um den Fahrleitungsdraht (Oberleitung). Sonstige Erdungen wie beispielsweise an Bahnfahrzeugen, Speiseleitungen, etc. können von den Feuerwehren nicht durchgeführt werden. Eine Bahnerdung kann nur durchgeführt werden, wenn sich dies die jeweilige Fachperson zutraut. Ansonsten muss auf den jeweiligen Notfallmanager der DB AG gewartet werden. Diese Aufgabe ist sehr verantwortungsvoll und benötigt viel Übung. Hierfür wurden mittlerweile auch einige Möglichkeiten zur Verfügung gestellt, zum Beispiel eine Oberleitungsübungsanlage.

27Okt/17

Neue Alarmierung für die „Bahn-Feuerwehren“ im Landkreis Rosenheim

Bei jedem Bahneinsatz ist die jeweilige Ortsfeuerwehr zuständig und führt die Einsatzleitung durch. Der Bereich „Bahnbetriebe“ ist in der heutigen Zeit sehr umfangreich und erfordert ein zusätzliches Spezialwissen. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, haben Kreisbrandrat Richard Schrank und Fach-Kreisbrandmeister Christian Hof in enger Zusammenarbeit mit dem Notfallmanagement Rosenheim ein besonderes Ausbildungs- und Einsatzkonzept aufgestellt. Dabei wurden die Erfahrungen der vergangenen 18 Jahre im Bereich der Ausbildung und der verschiedenen Alltags- und Großschadenseinsätze mit den verschiedenen Bahnbetrieben ausgewertet.

Der Landkreis Rosenheim ist durch seine geografische Lage ein Landkreis mit vielen Besonderheiten, beispielsweise im Straßenverkehr, im Zugverkehr, usw. Wegen der verschiedenen Schnittpunkte und den Gefahren wurden in jedem Inspektionsbereich zusätzliche „Bahn-Feuerwehren“ und ein Kreisbrandmeister Gefahrgut mit der Sonderaufgabe „Bahnbetriebe“ ausgerüstet und aufgestellt.

 

Die Bahnfeuerwehren sind:

  • KBI Bereich 2 >> FF Attel-Reitmehring / FF Wasserburg
  • KBI Bereich 3 >> FF Bad Endorf
  • KBI Bereich 4 >> FF Degerndorf
  • KBI Bereich 5 >> FF Kolbermoor

 

Diese Feuerwehren werden bei bestimmten Einsatzstichwörtern (ABEK) automatisch alarmiert beziehungsweise können nachgefordert werden. Für den Bereich wurden die vorgegebenen knapp 30 Schlagwörter von den Kreisbrandräten der Stadt Rosenheim, des Landkreises Miesbach und des Landkreises Rosenheim mit ihren Fachexperten beplant und ein einheitliches Bahnkonzept aufgestellt. Jede Einheit fährt grundsätzlich mit einen Rüstwagen (RW) und einen Versorger (LKW mit Hebebühne) an. Diese bringen die vorgegebenen Einsatzgeräte für Bahneinsätze wie zum Beispiel Bahnrettungsplattformen (2 Stück), Schleifkorbtragen (2-5 Stück), Holzpaletten (4-8 Stück), Bahnschlüssel, Aufzug-Schlüssel DB, Informationsmappen oder Zu- und Wegekarten mit.

Bei den Sondereinsätzen „Oberleitung“ haben von den Feuerwehren aus Kolbermoor und Bad Endorf sowie einige der Mitglieder der Kreisbrandinspektion (gesamt ca. 30 Personen) die Möglichkeit, eine Bahnerdung („Notfall-Einsatz“) durchzuführen. Die beiden genannten Feuerwehren halten dafür jeweils einen Gerätesatz „Bahnerdung“ vor. Mit den Nachbarlandkreisen und Rosenheim ist ein einmalig durchdachtes System aufgestellt. Somit ist gewährleistet, dass zeitnah von jeder Einsatzstellen-Seite je eine Einheit „Bahnrettungsplattform“ sowie je eine Einheit „Bahnerdung“ zur Verfügung stehen. Dadurch ist ein „Hilfeleistungs-Netz Bahn“ über die Bahnstrecken im Landkreis gezogen und kann ohne Lücken schnell und schlagkräftig optimale Hilfe zur Verfügung stellen.

Wie wichtig dies ist, zeigten einige Einsätze 2017 vor der offiziellen Inbetriebnahme der neuen Alarmierung. Dies waren zum Beispiel die Einsatzmeldungen „Brand Güterzug mit Gefahrgut“, „Brand Personenzug“ (2x), „Brand Elektro-Lokomotive“, „Unwetter“ oder „Evakuierung eines Zuges“. Im Frühjahr legten einige Einsatzkräfte die Sonderschulung „Bahnerdung“ mit Erfolg ab. Kreisbrandrat Richard Schrank wirkte an dieser Schulung beziehungsweise am besonderen Aufgabenbereich mit. Dies ist für die Landkreisfeuerwehren von großer Bedeutung, da der Kreisbrandrat bei den meisten Einsätzen immer persönlich und schnell vor Ort ist.

Beim Brand der Elektrolokomotive im Bereich des Bahnhofs Kiefersfelden konnte er persönlich beim Eintreffen des Notfallmanagers der DB AG sofort eine Lagemeldung übermitteln. Bei der notwendigen Bahnerdung unterstützte er (erster Bahnerdungseinsatz im Landkreis Rosenheim nach der Ausbildung zum „Bahnerder“) den Notfallmanager und konnte sein fachliches Wissen und Können in der Praxis anwenden.

25Okt/17

Gefahrguteinheiten und Fachgruppen Gefahrgut gehen in Betrieb

Nach gut eineinhalb Jahren sind die neuen Gefahrguteinheiten und Fachexpertengruppen aufgestellt und ausgebildet. Im Durchschnitt übt jede Gefahrguteinheit mindestens viermal pro Jahr. In Zukunft sind Gemeinschaftsübungen mit den anderen Gefahrguteinheiten angedacht sowie pro Jahr eine Gemeinschaftsübung mit dem Gefahrgutzug und dem Strahlenschutzzug. Mit der neuen Alarmierungsbekanntmachung (ABEK) ab dem 9. Oktober 2017 werden bei verschiedenen Einsatzstichwörtern die Gefahrguteinheiten und/oder Fachexperten automatisch oder auch auf Nachforderung alarmiert.

Derzeit sind ca. 55 neue Schlagwörter im Fachbereich ABC vorgegeben, die von den Kreis- und Stadtbrandräten (Landkreis Miesbach, Stadt Rosenheim, Landkreis Rosenheim) mit ihren Kreisbrandmeistern für Gefahrgut geplant worden sind und somit ist ein einheitliches, praktisches, einfaches sowie abgestimmtes Alarmierungskonzept entstanden.

 

Pro Inspektionsbereich haben wir eine Gefahrguteinheit:

FF Attel-Reitmehring/FF Wasserburg (KBI-Bereich 2)

FF Prien/FF Bernau (KBI-Bereich 3)

FF Degerndorf/FF Oberaudorf/FF Kiefersfelden (KBI Bereich 4)

FF Bad Aibling/FF Heufeld (KBI-Bereich 5)

 

Diese Gefahrguteinheiten rücken beim Ernstfall mit den gleichen Fahrzeugen (z.B. ELW, LF, RW, usw.), den gleichen Geräten und Schutzkleidungen an. Somit können jederzeit von der Ortsfeuerwehr (Einsatzleitung) eine weitere Gefahrguteinheit oder Fachexperten angefordert werden. Der Gefahrgutbereich umfasst viele Sonderthemen wie beispielsweise Strahlenschutz, Bio, Kampfstoffe, Tierseuchen, ansteckungsgefährliche Krankheiten (Mensch), Gefahrgutmessungen, Dekontamination (drei verschiedene Stufen), etc. Um dieses Leistungsspektrum zu erfüllen, wurden von Kreisbrandmeister Gefahrgut/Bahnbetriebe, Christian Hof, Sondereinheiten und Fachexperten aufgestellt. Es muss dabei allen bewusst sein, dass sich in diesen Aufgabenbereich kein Fach-KBM, keine einzelnen Fachpersonen, usw. perfekt und überall auskennen können.

Nur gemeinsam mit den verschiedenen Facheinheiten und dem Fachwissen der verschiedenen Personenkreise und der einzelnen Feuerwehren kann diese verantwortungsvolle Aufgabe bewältigt werden. Die Kunst eines Fach-Kreisbrandmeisters besteht auch darin, die vorhandenen Ressourcen vor Ort sinnvoll zu nutzen und bei Bedarf richtig und schnell einzusetzen. Dafür wird auch in Zukunft eure Unterstützung wie in den letzten Jahrzehnten unbedingt benötigt.

Reichen diese Gefahrguteinheiten und Fachspezialisten nicht aus, können die Gefahrgutzüge der Städte Rosenheim, Kufstein, etc. jederzeit angefordert werden. Ein weiteres Angebot der Chemieindustrie sind die TUIS- Einheiten oder andere private Spezialeinheiten. Es wird eng mit diesen Einheiten zusammengearbeitet und sie können bei Bedarf zeitnah angefordert werden. In Zukunft wird noch viel Zeit und Training notwendig sein, um allen Anforderungen gerecht werden zu können. In bestimmten Bereichen soll nichts überstürzt werden und deshalb benötigen wir Zeit. Einer dieser Bereiche ist beispielsweise die „Dekonstufe 3“. Derzeit werden verschiedene Konzepte ausgearbeitet und mit allen BOS-Organisationen sowie Behörden Gespräche geführt, wie diese Aufgabe in kurzer Zeit einfach und praktisch nach dem Motto „Gemeinsam sind wir unschlagbar“ umgesetzt werden kann.

18Okt/17

Die Feuerwehrflughelfer des Landkreises Rosenheim

Ende der 1970er Jahre wurden in Bayern insgesamt 18 Standorte für Löschwasseraußenlastbehälter durch das Innenministerium ausgestattet. Für den Landkreis und die Stadt Rosenheim wurde der Standort bei der Feuerwehr Rosenheim gewählt. Durch deren hohes Einsatzaufkommen sah sich diese 2017 nicht mehr in der Lage, weiterhin die Löschwasseraußenlastbehälter zu betreiben.

Auf Initiative vom Kreisbrandrat Richard Schrank ging deshalb im Frühjahr 2017 die Bereitschaft, diese Außenlastbehälter weiter zu betreiben, auf die Feuerwehren des Landkreises Rosenheim über. Da bereits seit vielen Jahren auch Feuerwehren des Landkreises ausgebildete Flughelfer in ihren Reihen haben, konnte so ein reibungsloser Übergang dieses Aufgabenfeldes ermöglicht werden.

Die Ausbildung von Flughelfern erfolgt in der Staatl. Feuerwehrschule in Würzburg. Als Voraussetzung für jeden Feuerwehr Flughelfer ist der Lehrgang „Flughelfer Technik“ zu absolvieren. Darüber hinaus wird von den Führungskräften der Flughelfergruppe der Lehrgang „Flughelfer Führung“ gefordert. Die jährliche Fortbildung im „Winchen“ (Tätigkeiten an der Rettungswinde des Hubschraubers) findet im Bergwachtzentrum in Bad Tölz statt. Diese muss von jedem Flughelfer jährlich durchlaufen werden.

 

Zu den Aufgaben der Flughelfer zählen:

  • Start- und Landeplätze für Hubschrauber einrichten
  • Ankommende Hubschrauber einweisen
  • Lasten sicher und flugtauglich verzurren
  • Lasten am Hubschrauber Lasthaken ein-/abhängen
  • Wenn nötig, Löschwasserbehälter mittels Schlauchleitung füllen
  • Pflege und Wartung der Behälter und Schutzausrüstung
  • Bei Hochwasserlagen ggf. Sandsäcke flugtauglich verzurren
  • Personenrettung von Dächern bei Überflutungen

 

Im Landkreis Rosenheim besteht die Flughelfergruppe aktuell aus ca. 30 Personen, welche sich Mitgliedern aus folgenden Feuerwehren zusammensetzt:

  • FF Roßholzen
  • FF Grainbach
  • FF Törwang
  • FF Nußdorf
  • FF Degerndorf
  • FF Brannenburg
  • FF Großbrannenberg

 

Die Ausrüstung besteht aus:

  • Zwei Löschwasseraußenlastbehälter Semat 900 F
  • Ein Faltbehälter 7000 Liter
  • Persönlicher Schutzausrüstung für Flughelfer (Helm, Absturzsicherungsgurt, Wetterschutz)
  • Gesondert sind in den Feuerwehren zusätzlich diverse Transportboxen und das Waldbrandpaket stationiert

 

Leiter der Flughelfergruppe ist Kreisbrandinspektor Johann Huber, seine Stellvertreter sind Kreisbrandmeister Manfred Gierlinger und Kreisbrandmeister Martin Gruber. Die Flughelfergruppe konnte am 23. Juni 2017 ihr Können bereits unter Beweis stellen, da an diesem Tag ein Waldbrand am Heuberg die Einsatzkräfte in Atem hielt.

06Okt/17

Neue Übungsmöglichkeiten zur Bahnerdung

Alle zwei Jahre muss die Befähigung zum Bahnerden unter der fachmännischen Aufsicht der Deutschen Bahn erneuert werden. Damit alle betroffenen Feuerwehren im Landkreis Rosenheim nicht nur alle zwei Jahre die entsprechenden Gerätschaften in der Hand haben, bietet das Notfallmanagement der DB AG Rosenheim die praktische Möglichkeit, am Bahnhof Rosenheim auf einem elektrifizierten Nebengleis unter Aufsicht von Notfallmanager Alois Kölnberger an zwei verschiedenen Terminen pro Jahr eine Zusatzschulung durchzuführen. Somit kann gewährleistet werden, jedes befähigte Feuerwehrmitglied einmal jährlich eine Bahnerdung durchgeführt hat. Kürzlich konnten nun entsprechende Übungsmodelle an die Feuerwehren übergeben werden, die sie dann beweglich oder fest an Ihren Feuerwehrgerätehäusern anbringen können.

Diese Tätigkeiten werden vom Feuerwehr-Bahnausbilderteam, zu welchem Alois Kölnberger, Stefan Sachmann und Kreisbrandmeister Christian Hof zählen, überwacht und dokumentiert. Das Gleisbau- und Oberleitungsteam der Bezirksgruppe Rosenheim hat auf Wunsch von Christian Hof und den Bahnerdungsfeuerwehren kostenlos eine kleine originalgetreue Gleisanlage mit Oberleitung für die Bahnfeuerwehren (Kolbermoor, Bad Endorf) gebaut. Auf Wunsch der Feuerwehren wurden die Details so umgesetzt, dass diese Übungsanlage an der Feuerwache jeder Zeit an- und abgebaut werden kann, sowie beispielsweise an einen Lichtmast oder an eine Drehleiter. Wichtig dabei ist, dass der Fahrleitungsdraht (Oberleitung) 5,50 Meter über dem Gleismodell angebracht wird, damit das Ein- und Aushängen der Prüfstange und der Erdungsstangen realistisch sowie eigenständig geübt werden kann.

Diese Idee und ihre Umsetzung sind unter anderem den Bahnmitarbeitern Michael Müller und Johannes Heimrat sowie Alois Kölnberger zu verdanken.

05Okt/17

Gefahrgut kennt keine Grenzen

Im Landkreis Rosenheim gibt es derzeit vier Berufs-Chemiker, die Kreisbrandmeister Christian Hof zu einer Speziallistengruppe zusammenführte und die nun für Gefahrguteinsätze jederzeit alarmiert werden können. Sie stehen für die Landkreis-Gefahrgutausbildung ebenfalls stets zur Verfügung. Derzeit arbeiten sie gemeinsam verschiedene Hilfestellungsangebote beziehungsweise Checklisten für die Feuerwehren aus. Unsere Chemiker-Gruppe und der Kreisbrandmeister arbeiten schon gut ein Jahr mit einem hochrangigen Spezialisten aus Österreich von der Betriebsfeuerwehr der Firma Sandoz (TUIS-Feuerwehr Österreich) auf modernen Kommunikationswegen untereinander eng zusammen. Der wichtige persönliche Kontakt vor Ort fand nun kürzlich wieder im Rahmen eines mehrstündigen Gedankenaustauschs aus.

Die ehemaligen „Grenzfeuerwehren“ aus Kiefersfelden und Oberaudorf arbeiten seit einigen Jahren verstärkt mit der Feuerwehr Kufstein und der Betriebsfeuerwehr Kundl zusammen. Durch diese Kontakte sowie gegenseitiges Kennenlernen war es möglich, für den Bereich Inntal einen weiteren Gefahrgutspeziallisten zu gewinnen. Die Betriebsfeuerwehr Kundl kann auf 64 Jahre Erfahrung mit chemischen Stoffen zurückblicken. Manfred Holzer ist Kommandant, Feuerwehrschulausbilder, Ansprechpartner der TUIS-Feuerwehr und zudem der Landeschemiker der Feuerwehren Österreichs. Zusammen mit seinem Stellvertreter Christian Seebacher wird er oft zur Hilfe bei Gefahrguteinsätzen in Österreich – beispielsweise auf der Brenner-Autobahn – gerufen.

Diese hohe fachliche Kompetenz ist für die enge Zusammenarbeit zwischen Tirol und Bayern von großer Bedeutung. Das Gefahrgutkonzept im Landkreis Rosenheim berücksichtigt diese Fachspezialisten beziehungsweise die TUIS-Feuerwehr in ihrem Einsatzkonzept der jeweiligen Gefahrguteinheiten. Diese TUIS-Feuerwehr ist in groben Zügen mit der TUIS-Feuerwehr von Wacker in Burghausen – in Bezug auf die Gefahrstoffe – zu vergleichen. Bei einigen Gefahrgutstoffen sind sie bei einer möglichen Hilfeanforderung über TUIS auch für den Landkreis Rosenheim zuständig.

Die TUIS-Feuerwehr Kundl hält sehr große Mengen an Sonderlöschmittelschaum bereit, der auf Fahrzeugen und in IBC-Behältern jederzeit von Sonderfahrzeugen an die Einsatzstelle gebracht werden kann. Ein GTLF (4200 Liter Wasser, 4200 Liter Schaum, Wasserwerfer mit einer Wurfweite von 100 Metern) gehört zu den Grundfahrzeugen, die zur Verfügung gestellt werden können. Das Kranfahrzeug, aufgebaut auf einen LKW, transportiert zwölf IBC-Behälter. Es besitzt einen Arbeitskran mit einer Arbeitsbühne oder einen angebrachten Kran-Wasserwerfer mit einem Durchlauf von 1600 Litern pro Minute. Dieses Fahrzeug eignet sich besonders für schwierige Brandfälle, da mit einer Fernsteuerung optimale Eigenschutzmaßnahmen getroffen sowie Spezialbrände mit dem Kran von oben beziehungsweise aus allen Richtungen gelöscht werden können. Er wird auch bei Gebäudebränden gerne eingesetzt.

Auf dem Firmengelände stehen weitere IBC-Behälter sowie ein Spezialcontainer, mit dem zum Beispiel Chlorgasbehälter mittels Luftwäscher sicher abgeströmt und damit entleert werden können, auf Abruf bereit. Ein großes Lager an Spezialbindemittel ist ebenfalls vorhanden. Alle diese Erkenntnisse können bei Gefahrgut-Sonderlagen jederzeit eine große Bedeutung haben. 2018 ist ein Trainingstag bei der Betriebsfeuerwehr Kundl geplant und für die Zukunft sind weitere gemeinsame Schulungen und Übungen im ehemaligen Grenzgebiet angedacht.

27Sep/17

Austausch der Gefahrgut-Spezialisten

Bei einem Treffen der Gefahrgut-Chemiker kam es zu einem spontanen Arbeitsgespräch mit dem Vertreter „Messtechnik“, Herrn Heimbuchner, von der Feuerwehr Kolbermoor. Bei dieser Zusammenkunft standen das persönliche Kennenlernen sowie die künftige Zusammenarbeit im Vordergrund.

Die Feuerwehr Kolbermoor besitzt ein PID-Messgerät (Photoionisationsdetektor). Dies ist ein Gerät zur Erkennung und Analyse von chemischen Verbindungen in der Umgebungsluft. Es sind zum Beispiel aromatische Kohlenwasserstoffe, einige gängige Lösungsmittel und eine Vielzahl von unterschiedlichen anorganischen, vor allem aber organischen Substanzen nachweisbar. Mit diesem Gerät können rund 120 Gefahrstoffe gemessen werden.

Derzeit gibt es drei PID-Messgeräte in Stadt und Landkreis Rosenheim. Der Gefahrgutzug der Polizei Pfraundorf führt ebenfalls ein PID Gerät (geeicht) bei allen Einsätzen mit. Vor kurzer Zeit konnten diese Geräte der Einsatzleitung beim angeblichen Gefahrgutaustritt im Bahnhof Raubling durch ihre einfache und zuverlässige Bedienung schnelle und aussagekräftige Messwerte liefern. Daraus konnten dann wertvolle Rückschlüsse mit den Gefahrstoffdatenblättern gezogen werden. Auch die automatische Dokumentation und Auswertungsmöglichkeiten sind für spätere Anfragen von großer Bedeutung und geben auch mögliche Beweisgrundlagen für die Einsatzleitung wieder.

Herr Heimbuchner hat sich der Problematik „Gefahrgut-Messen“ besonders angenommen. Derzeit wird ein kleines Mess-Team aus derzeit etwa fünf Personen aufgebaut, das sich mit der Materie „Messen“ mehr beschäftigen wird. Dieser Personenkreis soll  die Geräte an der Einsatzstelle vorbereiten und an die Einsatztrupps übergeben. Ein Herzensanliegen ist ihm der richtige Umgang beim Messen und die Auswertung. Zudem sind die Einhaltung von Wartungen sowie Service-Dienste eine besondere Aufgabenstellung. In der heutigen Zeit ist nicht mehr nur der Besitz eines Messgerätes ausreichend, sondern die richtige Anwendung und Auswertung zeugen von großer Verantwortung.

Die Gefahrguteinheit Prien/Bernau verfügt über einen Gerätesatz „Messkoffer Bayern“. Dieser Messkoffer wurde bayernweit an jeden Landkreis einmal ausgeliefert und ist bei der Feuerwehr Bernau stationiert. Gefahrgutausbilder Florian Prassberger (Mitarbeiter ATF München) ist beruflich ein Speziallist für alle derzeitig erhältlichen Messgeräte, die in der ATF München und auf den ABC-Erkundern verwendet werden. Beide Fachleute „Messtechnik“ mit ihrem Team sind für die Gefahrguteinsätze von größter Bedeutung.

Während dieses Workshops konnten die Chemiker viele Anregungen einholen oder auch die Grenzen der Messtechnik kennenlernen. Auch die andere Seite (Messtechnik) war sehr interessiert, was die Chemiker- Runde von ihnen erwartet. Die Auswertung der Stoffdaten sowie der Messdaten durch verschiedene Gefahrgut-Nachschlagewerke standen im Vordergrund. Dabei konnten beide Seiten aus ihren Arbeits- und Einsatzerfahrungen sowie über mögliche Fehlerquellen beziehungsweise Missverständnisse berichten.

Nach einem sehr spannenden Informationsaustausch wollen beide Seiten in Zukunft noch enger zusammenarbeiten und gemeinsame, einfache Konzepte ausarbeiten. Diese können dann von den Feuerwehren mit Messtechnik bei Bedarf genutzt werden.