All posts by Georg Reinthaler

22Mai/19

Ein Dankeschön des Landkreises für ehrenamtliche Einsatzkräfte

Der Landkreis Rosenheim zahlt insgesamt 42.300 Euro an Hilfsorganisationen in der Region. Anlass für den freiwilligen Zuschuss sind die beiden großen Schadensereignisse mit dem Waldbrand am Schwarzenberg 2018 (Foto) und dem starken Schneefall im Januar dieses Jahres im Landkreis Rosenheim. Diese Einsätze haben wieder einmal gezeigt, wie wichtig das Engagement der ehrenamtlichen Einsatzkräfte für die Region ist. Der Kreistag wies in seiner heutigen Sitzung die Verwaltung an, die entsprechenden Haushaltsmittel bereitzustellen.

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17Mai/19

Hausnummern retten Leben!

Funken sprühen, es brennt – und die Feuerwehr lässt auf sich warten. Die Schmerzen sind stark, Blut fließt – und die Sanitäter wollen einfach nicht ankommen. Die Situation ist bedrohlich, die Angst groß – und die Polizei trifft einfach nicht ein. Könnte es vielleicht daran liegen, dass Sie oder Ihre Nachbarn keine Hausnummern angebracht haben?

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26Apr/19

Umfassendes Spezialtraining im größten bayerischen Chemiepark

Aufgrund hervorragender, einmaliger Leistungen der Lehrgangsteilnehmer/-innen des vergangenen Jahres haben wir einen weiteren Sondertermin bei der Werkfeuerwehr Gendorf für 2019 erhalten. Der Landkreis Rosenheim folgte dieser Einladung sehr gerne, da die Termine für  Übungsmöglichkeiten beispielsweise an der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried, bei TUIS Wacker, etc. immer weniger werden.

Besonders dieses fundierte chemische Fachwissen der Werkfeuerwehren ist für uns freiwilligen Feuerwehren von großer Bedeutung. Deshalb fuhr der Landkreis Rosenheim mit verschiedenen Feuerwehren, Einsatzfahrzeugen und Feuerwehrleuten zu dieser Veranstaltung, damit flächendeckend gesehen in jeder Ortsfeuerwehr einige Einsatzkräfte mit Gefahrgut-Kenntnissen vorhanden sind.

Die Gefahrgut-Einheiten (pro KBI-Bereich eine Einheit) üben derzeit pro Jahr ein- bis viermal in ihren Inspektions-Gebieten gemeinsam. Falls die Ausbildungsmöglichkeiten in den nächsten Jahren weiter bestehen, werden auch diese Gefahrgut-Einheiten als eine geschlossene Einheit zum TUIS-Trainingstag mitfahren.

Kürzlich konnten acht verschiedene Feuerwehren mit fünf Fahrzeugen und 23 Einsatzkräften diesen Trainingstag besuchen. Die Werkfeuerwehr Gendorf empfing die Übungseinheit in ihrem neuen Ausbildungszentrum (ehemalige Eishalle). Es folgten drei Einsatzübungen und im Anschluss fuhr die Übungseinheit in das Chemiewerk Gendorf, wo sie weitere drei Einsatzübungen und ein Spezialtraining (Brand Schieber, richtiger Löschangriff) erwarteten.

Die Übungsszenarien: Auto gegen gelagerten IBC gefahren, undicht, ein Erwachsener und ein Kind im Fahrzeug / Chloraustritt in einem Schwimmbad / Bei Wartungsarbeiten an einem Kessel undichter Flansch / Ammoniakaustritt aus Kleingebinde bei Staplerarbeiten / Verpuffung in einer Kanalbaustelle / Sondertraining „Brand Flansch“ inklusive Hohlstrahlrohrtraining.

Die Übungen forderten nicht nur fachliches Wissen, sondern auch sehr viel vom Körper ab. Atemschutz mit Form 1 und/oder Form 2 waren an der Tagesordnung sowie bei drei Übungen die Form 2 (CSA). Die Teilnehmer/-innen arbeiteten die gestellten Aufgaben hervorragend gemeinsam ab. Das „Wir-Gefühl“ war neben den Einsatzübungen auch beim Aufräumen bzw. der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft sehr beeindruckend.

Einige Einsatzfahrzeuge, beispielsweise der Feuerwehren aus Oberaudorf und Pfaffing, haben zusätzlich zu ihrer Normbeladung auch Gerätschaften für mögliche Gefahrguteinsätze an Bord. Dies war bei einigen Übungen sehr wertvoll. Heuer waren mit sogenannten Be- und Entlüftungsgeräten gleich zwei Sondergeräte (Feuerwehren Pfaffing und Kolbermoor) verfügbar. Diese Gerätschaften gibt es nur ganz selten bei uns im Landkreis. Sie sind ein bewährtes Einsatzgerät, das speziell zum Be- und Entlüften sowie zum Erzeugen von Leichtschaum verwendet werden kann. In vielen Gefahrgut-Einsatzlagen kann ein Entlüften von großer Bedeutung sein, da dieses Gerät einen EX-Schutz hat, über welchen viele Lüfter sonst nicht verfügen.

In diesem Jahr waren weniger Führungskräfte in den Übungseinheiten mit dabei. Diese Funktion erfüllten „normale“ Einsatzkräfte, die sich dieser Aufgabe stellten, auch wenn sie keine Ausbildung als Gruppenführer/-in vorwiesen. Besonders die „Frauenpower“ hatte sich dieser Aufgabe angenommen und ihre Einheiten geschickt durch die Einsatzübungen geführt. Besonders beim Sondertraining „Brand Schieberleitung“ zeigten sie nicht nur besondere Führungsqualitäten, sondern nahmen gleich mehrfach das „Einfangen der Flammen“ mit dem Hohlstrahlrohr im Angriff. Diese Maßnahme ist meist nur die letzte Alternative für bestimmte Einsätze. Sie muss von der Einsatzleitung gut überlegt sein und durch die Einsatzmannschaft muss gemeinsam unter besonderen taktischen Maßnahmen vorgegangen werden. Dies können nur geschulte Einsatzkräfte durchführen. Besonders die Funktionsweisen der Hohlstrahlrohrtechnik sind von größter Bedeutung. 

Bei allen Übungen zeigte sich, wie wichtig jede Ortsfeuerwehr sowie deren Aufgabe bei der Erkundung und der Einsatzleitung ist. Die Beratung durch Fachleute, etwa Chemiker, TUIS-Berater, etc. spielt für die Führungsmannschaften eine große Rolle, wobei hier die Atemschutz- und Einsatztrupps mit Spezialkleidung von größter Bedeutung sind. 

Die Ausbilder zeigten verschiedene Lösungswege auf und gaben viele praktische Tipps, die von den Teilnehmern/-innen „richtig aufgesaugt“ wurden.

Einige Empfehlungen wie schon 2018 standen auch heuer wieder auf der Liste: Erkundungs-Checkliste / Angriffstrupp – Atemschutz bei der Anfahrt schon mit Form 2 ausrüsten / Umgang mit Erst- Nachschlagewerken, z.B. MET-Berechnungsmodell (Wetter) / Dekonplatz-Funktionswesten für Sauber-/Schmutzigmann / Einsatz-Gummistiefel für Einsatztrupps im direkten Gefahrenbereich sowie im Dekonplatz / Veterinärhandschuhe (lang bis Oberarm) für Form 1 und 2 für die Einsatztrupps und für das Dekonpersonal (Schmutzigmann) / Kunststoff- und Holzkeile, PH-Teststreifen, Öl-Teststreifen, Abdichtpasten, etc. wären aus Sicht der Ausbilder von hoher Wichtigkeit / Hohlstrahlrohr-Training / An- und Auskleiden von Verletzten, Form 1 und Form 2 / Aufbau- und Abbau eines Notdekonplatzes/Dekon-Platzes 2.

Nach den sechs harten Übungs-Einsatzlagen und dem Spezialtraining ließen es sich die Teilnehmer/-innen nicht nehmen, noch einen kurzen Rundgang durch die neue Feuerwache der Werkfeuerwehr Gendorf zu machen.

Mit vielen Eindrücken reisten sie nach gut 13 Stunden zu ihren Heimatstandorten zurück. Jetzt liegt es an ihnen, die Erfahrungen und Anregungen dort weiterzugeben, damit möglichst viele Feuerwehrkameraden/-innen ein breites Fachwissen bekommen. Vielleicht können auch in kleinen Schritten die Empfehlungen der Ausbilder in den einzelnen Feuerwehren umgesetzt werden. Dadurch sind wir für jeden Einsatz bestens aufgestellt.

10Apr/19

Zweiter Lehrgang „Träger von Chemikalienschutzanzügen“ im Jahr 2019

Am 5. und 6. April 2019 fand am Feuerwehrhaus Heufeld der zweite Lehrgang „Träger von Chemikalienschutzanzügen“ dieses Jahres im Landkreis Rosenheim statt. Sieben Teilnehmer, fünf davon aus Heufeld und zwei von der Nachbarfeuerwehr Bruckmühl, stellten sich der Herausforderung „CSA“.

Nach freundlichen Grußworten von Kreisbrandmeister Christian Hof und Kommandant Florian Reichmann vermittelten Lehrgangsleiter Philipp Schartner (Feuerwehr Feldkirchen-Westerham) und Ausbilder Florian Wolf (Feuerwehr Vogtareuth) am ersten Tag fundiertes Grundwissen über Einsatzgrundsätze unter CSA, verschiedene Arten von Schutzkleidung sowie die Kennzeichnung von Gefahrgut. Anschließend wurden die Teilnehmer aufgefordert, ihre Vorstellung eines perfekten Dekonplatzes auf Papier zu bringen und diese Ergebnisse mit der Musterlösung verglichen.

Der zweite Ausbildungstag begann für die sieben Teilnehmer bereits um 7.45 Uhr mit der Bereitstellung der Ausrüstung. Nach angeleitetem An- und Ausziehen der Chemikalienschutzanzüge lernten die Teilnehmer in kleinen Geschicklichkeitsübungen unter CSA, die Tücken der unhandlichen Anzüge und Verständigungsprobleme zu beherrschen. Nach einer kurzen theoretischen Lerneinheit über Chemikalienschutzanzüge der Form II brachten die Ausbilder die Lehrgangsteilnehmer bei den Belastungs­übungen dann richtig ins Schwitzen.

Nach dem wohlverdienten Mittagessen mussten alle Teilnehmer bei zwei Einsatzübungen ihre Tauglichkeit zum CSA-Träger unter Beweis stellen. Besonderheit dieses Lehrgangs war der bestens ausgestattete Dekonplatz Stufe II der Feuerwehr Heufeld – ein im Landkreis bislang einmaliges Dekon-Konzept. Die Führungswesten für den Dekonplatz „Schmutzig- und Saubermann“ überzeugten im laufenden Betrieb.

Für dieses Westensystem wünschte sich Christian Hof, dass es künftig auch bei den anderen Landkreisfeuerwehren zum Standard gehört. Bei den Übungsszenarien mussten Menschenrettung, Erkundung, Auffangen von austretendem Gefahrgut, Abdichten von Behältnissen und das richtige Vorgehen bei CSA-Notfällen abgearbeitet werden. Am Ende des Lehrgangs konnten die Ausbilder allen Teilnehmern mit Freude und in Anerkennung ihrer Leistungen das Zeugnis überreichen.

27Mrz/19

Erfolgreicher Chemikalienschutzanzug-Lehrgang in Wasserburg

Am 8. und 9. März 2019 fand der erste Chemikalienschutzanzug (CSA)-Lehrgang des Jahres im Landkreis Rosenheim bei der Feuerwehr Wasserburg am Inn statt. Er wurde von insgesamt sechs Teilnehmern – je drei aus Bad Aibling und Wasserburg – absolviert.

Am ersten Abend vermittelten Lehrgangsleiter Martin Edl (Feuerwehr Wasserburg) sowie Christian Hof (Kreisbrandmeister Gefahrgut) das theoretische Grundwissen eines Einsatzes unter CSA und welche Arten von Schutzanzügen es für einen Chemieunfall gibt. Ebenfalls enthalten waren Notsituationen, Rettungsgeräte und die Kennzeichnung von Gefahrgut. Zum Schluss durften die Teilnehmer noch ihre Version eines Dekonplatzes auf Papier bringen, welches dann im Anschluss noch kurz gemeinsam besprochen wurde.

Am zweiten Ausbildungstag unterstützte Ausbilder Florian Wolf (Feuerwehr Vogtareuth) zusätzlich den Lehrgang. Tag begann für die Ausbilder und Teilnehmer bereits um 7.30 Uhr mit dem Bereitstellen der benötigten Ausrüstung. Anschließend wurde das richtige An- und Auskleiden eines CSA-Trägers vorgeführt, was im Anschluss jedes Team selbst durchführen musste. Einmal im Anzug, ging es für die Teilnehmer gleich zu den ersten kleinen Übungen, welche das Funken, Ablesen und Übermitteln des Flaschendruckes, Leitersteigen sowie das Anlegen eines Knoten unter CSA beinhalteten. Nach einer kleinen Frühstückspause standen auch schon die ersten Belastungsübungen wie Joggen zum Inndamm, Kniebeugen, Kuppeln von Saugschläuchen, usw. an.

Bestens gestärkt ging es nach dem Mittagessen auf das Betriebsgelände des städtischen Bauhofes, wo die Teilnehmer insgesamt drei Einsatzszenarien sowie den Aufbau des Dekonplatzes abzuarbeiten
hatten. Die Feuerwehr Wasserburg bildet gemeinsam mit der Feuerwehr Attel-Reitmehring den Gefahrgutzug für den KBI-Bereich 2. Eigens hierfür beschaffte sich die Feuerwehr Wasserburg einen kleinen 750kg-Anhänger, der dann von zwei Kameraden umgebaut und eingeräumt wurde, um das gesamte Material für den Dekonplatz im Ernstfall mitzuführen.

In den Übungsszenarien ging es um das Abdichten von Behältern, die Rettung von verletzten Personen, das Retten eines verunglückten Kameraden und die richtige Herangehensweise bei solchen Einsätzen. Nach einem langen Tag und erfolgreicher Beendigung aller Szenarien nahmen die Teilnehmer stolz und verdient ihre Zeugnisse entgegen.

In den vergangenen Wochen wurden zudem auch alle vier Gefahrgut-Einheiten des Landkreises mit einer einheitlichen Zugführerweste für die jeweilige Einheit ausgestattet.